Unterfränkischer Hobbyastronom entdeckt Planeten

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Würzburg erleben

3. Februar 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

242 Millionen Kilometer entfernt

Seit der Kindheit vom Weltall fasziniert, mit 57 Jahren als Entdecker eines Asteroids anerkannt. Diesen spektakulären Werdegang kann der Hobbyastronom Bernhard Häusler nun seinen eigenen nennen. Von seinem Balkon im unterfränkischen Maidbronn aus sah er den 242 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Kleinplaneten vor vier Jahren zum ersten Mal: „Wenn ich hier nicht das Teleskop stehen hätte, hätte ich ihn nie entdeckt“, sagt Häusler gegenüber der taz.

Name: „410928 Maidbronn“

Das Teleskop ist mit einer Spezialkamera verbunden, die Aufnahmen von einem Teil des Nachthimmels macht. Tagsüber arbeitet Häusler als IT-Spezialist, abends sichtet er seit Jahren die Bilder. Der von ihm entdeckte Planet ist etwa 1,7 Kilometer breit und wurde auf seinen Wunsch hin „410928 Maidbronn“ benannt. Die eigenen Namen dürfen diesen Asteroiden nicht gegeben werden, Vorschläge für andere Namen können die Entdecker aber machen. Wie der mögliche nächste heißen soll, wisse er noch nicht. Aber es werde wohl ein Name aus dem Familienkreis, sagt er gegenüber der taz: „Meine Kinder sind schon ganz scharf drauf.“

Faszination für’s Weltall schon seit Kindesalter

Die Begeisterung für das Weltall begann bei Häusler während eines Erlebnisses in seiner Kindheit. Sein Vater versuchte eines Nachts, mit ihm einen sowjetischen Satelliten zu beobachten, der Ende der 1950er Jahre den Westen schockierte. Es folgten Bücher, das erste ersparte Teleskop sowie eine große Menge Geduld und Hartnäckigkeit, denn ob jemand als Entdecker eingetragen werden darf, entscheidet die Internationale Astronomische Vereinigung nach strengen Regeln. Wichtig ist, dass die Bahn des entdeckten Objekts bestimmt werden kann, weshalb mindestens zwei deutliche Aufnahmen vorliegen müssen. Vielen Hobbyastronomen ist dies bislang noch nicht gelungen.

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