Free Hugs – Würzburger wirkt bei Video in Antwerpen mit

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Würzburg erleben

4. Februar 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Ein Gastbeitrag von Johannes Reder

Jugend für den Frieden

Mein Name ist Johannes Reder. Ich bin in Würzburg geboren und wohne seit September in Antwerpen, der zweitgrößten Stadtgemeinde Belgiens. Antwerpen ist eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von ca. 500.000 Menschen, die sich aus über 160 verschiedenen Nationalitäten zusammensetzt. Auf diese immense Vielfalt an kulturellem und religiösem Verständnis kommen allein 22 Synagogen und 30 muslimische Gemeinden, was diese Stadt zu einem grundlegenden Beispiel für die Relevanz einem harmonischen Miteinander macht. Glücklicherweise hat dies bereits ein großer Teil der Bevölkerung erkannt und versucht, Differenzen und Unterschiede weitgehend zu überwinden. Allerdings gibt es in dieser Stadt nicht nur Befürworter dieses kulturellen Zusammenlebens.

Pegida Vlaanderen

Denn tatsächlich ist der Bürgermeister, Bart De Wever, Mitglied einer rechtspopulistischen Partei, tatsächlich gründete sich vor mehreren Wochen die Bewegung „Pegida Vlaanderen“, welche bereits jetzt schon mehrere Tausend Anhänger hat, tatsächlich patrouillieren als Reaktion auf die Anschläge in Paris Soldaten durch das jüdische Viertel.

Diese Generalisierung und Übertragung der Schuld Einzelner auf ganze Bevölkerungsgruppen war und ist für die Jugendgruppe „Jugend für den Frieden“, nicht tragbar. Als eine Untergruppe der Gemeinschaft „Sant Egidio“, die sich weltweit gegen die Diskriminierung und Ausgliederung verschiedenster ethnischer Gruppierungen einsetzt, sahen wir es als unsere Pflicht, möglichst zeitnah den Rassismus, der sich in den Köpfen der Menschen verankert hat, zu bekämpfen. Um das zu erreichen, stellten wir uns die Frage, was der häufigste Grund für Rassismus ist. Und eine Antwort zu finden fiel uns alles andere als schwer:  Angst.

Auf Mitbürger zugehen und Angehst abbauen

Als ersten Schritt entgegen der Verunsicherung der Bevölkerung beschlossen wir, ein Video zu drehen, das jedem zeigt, was es eigentlich bedeutet, Teil einer Gesellschaft und damit auch Gemeinschaft zu sein, nämlich: Jeder und Jede, unabhängig vom Geschlecht, der Religion, der Nationalität und allem, was uns als Individuen unterscheidet, ein gleiches Recht auf Leben und Selbstverwirklichung verdient hat, sowie einen Anspruch auf die Respektierung dieser Rechte.

Ich hoffe für die Zukunft, dass mehr Menschen ihre Angst vor dem Fremden überwinden können und, statt sich mit Vorurteilen aufzuhalten, auf ihre Mitbürger zugehen, um Hintergründe und Meinungen besser zu verstehen.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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