DIE LINKE kritisiert „Werbung für den Krieg“ an Schulen
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Würzburg erleben
19. Februar 2015

Symbolbild Würzburg
Auftritte der Bundeswehr an den Schulen
Sebastian Förtsch und Heike Pauline Grauf, die Sprecher des KV DIE LINKE Würzburg/Main-Spessart wenden sich gegen die Auftritte der Bundeswehr an den Schulen in Würzburg und in Lohr am Main. In einem Brief an die Schulleitungen fordern sie die Termine abzusagen. Falls das nicht mehr möglich sei, solle zumindest die Friedensbewegung einbezogen werden.
„Mal wieder darf die Bundeswehr fürs Sterben werben“
Förtsch spricht sich generell gegen den Auftritt der Bundeswehr an Bildungseinrichtungen aus: „Mal wieder darf die Bundeswehr mit Hochglanzbroschüren und Hightech-Kriegsspielzeug fürs Sterben werben. Mit psychologisch geschulten Offizieren soll bei jungen Menschen Sympathie für die Bundeswehr erzeugt werden. Dabei hat der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes im letzten Jahr festgestellt, dass die Auftritte von Soldaten an Schulen nicht mit der von Deutschland unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention vereinbar sind. Deutschland wurde vom Ausschuss aufgefordert, ‚jegliche Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen zu verbieten‘.“
Fatal sei die verdeckte Werbung für den Krieg
Das unmittelbare Ziel der Bundeswehr bei solchen Auftritten sei es, so DIE LINKE, Rekrutierungslücken zu schließen. Grauf freut sich über die ablehnende Haltung der Jugendlichen. Das sei ein gutes Zeichen. Fatal sei nach Förtsch die verdeckte und unehrliche Werbung für den Krieg: „Viel ist die Rede von Abenteuer und Kameradschaft, von Aufstiegsmöglichkeiten und Qualifikation, von Verantwortung und Ethik“, so Förtsch. Wenig werde vom Morden und Sterben berichtet, vom kriegführenden Deutschland in Afghanistan und vom Posttraumatischen Stresssyndrom der Soldatinnen und Soldaten, die von den Kriegen zurückkehrten.
Friedensbewegung einbeziehen
In einem Brief an die Schulleitungen bittet Grauf die Termine mit der Bundeswehr abzusagen oder zumindest einen Vertreter der Friedensbewegung mit einzuladen, um so ein differenziertes Bild der Kriegsfrage zu vermitteln.
Unsere Nachfrage bei der Bundeswehr zu einer Stellungnahme blieb bislang leider unbeantwortet.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der KV DIE LINKE Würzburg/Main-Spessart.

