Armutsbericht 2013: Würzburg bayernweit am ärmsten

Anzeige

Würzburg erleben

23. Februar 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

13,7% der Menschen in der Region Würzburg arm

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat für Deutschland den Armutsbericht 2013 herausgegeben. Bezogen auf Deutschland ist, laut diesem Armutsbericht, Bayern das Bundesland mit der geringsten Armutsquote. Im Jahr 2013 waren hier 11,3% der Bevölkerung betroffen. Doch sollten wir uns nicht zu früh freuen – Innerhalb Bayerns ist die Armutsquote in der Region Würzburg am höchsten. 13,7% der Menschen seien hier von Armut betroffen. Die Region Würzburg setzt sich dabei jedoch aus der Stadt Würzburg, dem Landkreis Kitzingen, dem Landkreis Main-Spessart und dem Landkreis Würzburg zusammen.

Nicht nur die Region Würzburg, auch andere Teile Frankens gehören zu den „Spitzenreitern“ in Bayern. Nach Würzburg folgt Oberfranken-Ost mit 13,6% und die Industrieregion Mittelfranken mit 13,5%. Am „besten“ schneiden beim Armutsbericht bayernweit das Oberland (8,1%), Ingolstadt (8,7%) und München (9%) ab.

Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil an Menschen einer Region, die von Armut betroffen sind. Die Menschen der Region Würzburg sind demnach am häufigsten von Armut betroffen. Die Grafik basiert auf den Ergebnissen des Armutsberichtes 2013 des paritätischen Gesamtverbandes.

Verschiedene Gruppen besonders betroffen

Deutschlandweit würde die Armut immer mehr zunehmen. Vor allem Alleinerziehende, Erwerbslose, Rentner und zunehmend auch Minderjährige wären von Armut betroffen. Die Frage bleibt natürlich, wer gilt als „arm“? Von dem Verband werden Menschen als arm eingestuft, die in Haushalten leben, denen weniger als 60% des Durchschnittseinkommens zur Verfügung steht. Für einen Single wären dies etwa 892 Euro, für eine Familie mit zwei Kindern ca. 1.873 Euro pro Monat.

„Noch nie war die Armut in Deutschland so hoch und noch nie war die regionale Zerrissenheit so tief wie heute. Deutschland ist armutspolitisch eine tief zerklüftete Republik“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Die Armut in Deutschland sei innerhalb nur eines Jahres geradezu sprunghaft von 15,0 Prozent (2012) auf 15,5 Prozent (2013) gestiegen. Rein rechnerisch bedeutet dies einen Anstieg von 12,1 auf 12,5 Millionen Menschen. Am stärksten betroffen seien die Bundesländer Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Kritik am Armutsbericht

Nicht unumstritten ist allerdings die Berechnungsgrundlage des Berichts. So kritisiert z.B. die Süddeutsche Zeitung, der Berechnungsansatz wäre „derartig grob“, dass er in die Irre führen würde. Würden nämlich alle Bürger 100 mal mehr verdienen und im Wohlstand leben, würde anhand des 60%-Verhältnis zwischen arm und reich immer noch genauso viele Menschen in Armut leben. Knapp 25% Armut in Bremen wären demnach übertrieben.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbund. 

Banner2
Topmobile2