Kirchen und Initiativen rufen zum Gedenken auf
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Würzburg erleben
3. März 2015

Symbolbild Würzburg
Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt
70 Jahre ist es nun her, dass die Stadt Würzburg bei einem Bombenangriff der Alliierten nahezu komplett zerstört wurde. Rund 5000 Menschen kamen dabei am 16. März 1945 ums Leben. Mit Gottesdiensten, einem „Weg der Versöhnung“, Konzerten und Vorträgen gedenken die Kirchen in Würzburg zusammen mit der Stadt Würzburg am Jahrestag am 16. März 2015 der Zerstörung Würzburgs, sowie an das Ende des Zweiten Weltkriegs.
Gedenkgottesdienst im Kiliansdom
Für die Opfer des 16. März 1945 und alle Opfer von Krieg und Gewalt feiert Bischof Dr. Friedhelm Hofmann am Jahrestag der Zerstörung Würzburgs, dem 16. März 2015, um 9 Uhr im Kiliansdom einen Gedenkgottesdienst. Um 10 Uhr beginnt an der Gedenkstätte auf dem Hauptfriedhof der „Weg der Versöhnung“, wobei Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Lord Bischof Dr. Christopher Cocksworth den Toten gedenken und einen Kranz niederlegen. Weitere Stationen: die Versöhnungsglocke (10.20 Uhr), die Kirche Sankt Johannis (10.50 Uhr) und das Würzburger Mutterhaus der Erlöserschwestern in der Bibrastraße, in dem Flüchtlinge aufgenommen wurden (11.20 Uhr). Gegen 11.45 Uhr wird der Domvorplatz erreicht und um 12 Uhr ziehen die Teilnehmer dann mit dem Wandernagelkreuz in den Kiliansdom ein.
Demonstration „Würzburg ist bunt“
Das Aktionsbündnis „Würzburg ist bunt“ lädt am Samstag, 14. März, zur gleichnamigen Demonstration „Würzburg ist bunt“ ein. Als Vertreter des Bistums Würzburg nimmt Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran teil, außerdem die evangelische Dekanin Dr. Edda Weise und Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden sowie Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken. Beginn ist um 14 Uhr am Hauptbahnhof. Der Weg führt über Kaiserstraße, Juliuspromenade und Schönbornstraße zum Domplatz, wo eine Kundgebung stattfindet. Weitere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite von „Würzburg ist bunt“.
Vorträge zur Zerstörung Würzburgs
Außerdem werden bereits im Vorfeld des 16. März Veranstaltungen zum 70. Jahrestag angeboten. Einen Vortrag zum Thema „Der 16. März 1945. Eine Begegnung mit Zeugnissen zur Zerstörung Würzburgs“ hält am Donnerstag, 12. März, um 19.30 Uhr Erik Soder von Güldenstubbe, ehemaliger Bistumshistoriker der Diözese Würzburg, im Ratssaal des Würzburger Rathauses. Er macht die Zuhörer mit dokumentarischen Fotos sowie Bildern und Texten bekannt, die eine eigene Sicht auf die Zerstörung Würzburgs zeigen, heißt es in der Ankündigung. Veranstalter ist die Katholische Akademie Domschule Würzburg in Kooperation mit der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
„Muss man militärische Gewalt ablehnen?“
Einen Vortrag zum Thema „Muss man militärische Gewalt ablehnen?“ hält Professor Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven, Leiter des Instituts für Theologie und Frieden in Hamburg, am 16. März, um 18 Uhr im Mainfranken Theater Würzburg. Was ist angesichts schwerster Menschenrechtsverletzungen ethisch geboten? Darf man tatenlos zusehen, wenn Menschen unschuldig leiden? Ausgehend von solchen Fragen will der Referent Perspektiven zur Versöhnung und Gewaltüberwindung eröffnen. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt fünf Euro.
Festgottesdienst
Ein Festgottesdienst wird am Sonntag, 15. März, um 10 Uhr in der evangelisch-lutherischen Dekanatskirche Sankt Stephan gefeiert. Festprediger ist Lord Bischof Dr. Christopher Cocksworth aus Coventry. Im Anschluss wird gegen 11.30 Uhr die 17. Versöhnungstafel für die weltweite Nagelkreuzgemeinschaft vor der Kirche auf dem Wilhelm-Schwinn-Platz verlegt. „Es ist notwendig sich zu erinnern und über alle Unterschiede hinweg respektvoll miteinander umzugehen. Nur so wird Frieden möglich“, schreibt Johanna Falk von der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg.
Gedenkkonzert
Im Kiliansdom beginnt am 16. März, um 20 Uhr ein Gedenkkonzert mit dem Titel „70 Jahre Frieden“. Auf dem Programm stehen die Oratorien „In terra pax“ von Frank Martin, das als Auftragswerk zum Ende des Zweiten Weltkriegs entstand, und „De Angelis“ von Jürgen Essl. Unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid singen und spielen der Würzburger Domchor, der Konzertchor der Mädchenkantorei, der Herrenchor der Domsingknaben und die Camerata Würzburg. Solisten sind Elke Kottmair (Sopran), Julia Rutigliano (Alt), Bernhard Schneider (Tenor), Thomas Scharr (Bariton) und Patrick Zielke (Bass). Karten zu 30, 24 und zehn Euro gibt es bei der Dom-Info und an der Konzertkasse.
Glockenläuten und Lichtergedenken
Zum Gedenken an den Luftangriff läuten in der Zeit von 21.20 bis 21.40 Uhr am 16. März die Glocken aller Würzburger Kirchen. In der gleichen Zeit versammeln sich Menschen mit brennenden Kerzen auf dem Domvorplatz sowie in der Plattner-, Schönborn- und Domstraße zu einem „Lichtergedenken“. Organisiert wird es von der Stadt Würzburg, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge verteilt Kerzen. Ab 21.15 Uhr bis Mitternacht ist zudem die Marienkapelle am Marktplatz zum stillen Gedenken und Gebet geöffnet.
Ausstellung der Sparkasse Mainfranken
In der Kundenhalle der Sparkasse Mainfranken wird außerdem am Freitag, 6. März, um 11 Uhr die Ausstellung „Der andere Weg“ mit Grafiken jüdischer und arabischer Jugendlicher eröffnet. Sie ist bis zum 26. März montags, dienstags, mittwochs und freitags jeweils von 8.30 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.
Diese Meldung beruht auf einer Pressemitteilung der Pressestelle Ordinariat Würzburg (POW).

