Würzburgs Off-Bühnen kämpfen ums Überleben
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Würzburg erleben
27. März 2015

Symbolbild Würzburg
Theaterbegeisterung der Macher
Die Leidenschaft neben dem Job ausleben – das ermöglichen in Würzburg sieben private Theater. Damit hat die Stadt wahrscheinlich die größte Off-Theater-Dichte pro Kopf, was das finanzielle Überleben oftmals verkompliziert. Doch auch die recht niedrigen Zuschüsse tragen zur Problematik bei. Dass die Off-Theater Szene in Würzburg sich trotzdem schon seit so langer Zeit hält, hat hauptsächlich folgenden Grund: Die Theaterbegeisterung der Macher.
Würzburg: Paradies der Laienschauspieler
„Es ist keine Konkurrenz zwischen den Theatern, sondern es ist ein riesengroßer Pool an Schauspielern und Regisseuren“, erzählt Regisseurin Cornelia Wagner gegenüber dem BR. Würzburg sei das „Paradies der Laienschauspieler“, da sich auch für Theaterbegeisterte ohne Ausbildung unzählige Möglichkeiten bieten, ihr Hobby trotz beruflicher Bindung auszuüben.
Frank-Markus Barwassers erste Bühnenerfahrung
Doch auch bundesweit bekannte Kabarettisten konnten sich auf den kleinen Würzburger Bühnen erstmals ausprobieren und damit einen wichtigen Baustein ihrer heutigen Karriere setzen. Einer von ihnen ist Frank-Markus Barwasser, bekannt als Erwin Pelzig. Er machte seine ersten Bühnenerfahrungen in dem vor 30 Jahren gegründeten Theater am Neunerplatz und entwickelte dort ebenfalls sein ersten eigenes Programm.
Verkürzte Schulzeit führt zu weniger Theaterbesuchen
Auch die Theaterwerkstatt gehört zur Gruppe der ersten Off-Theater in Würzburg. Das kleine Kellertheater zählt etwa 60 Plätze, die allerdings immer seltener ausverkauft sind. Geboten wird dort sowohl Programm für älteres Publikum als auch für Schulklassen – ein großer Erfolg vor jüngerem Publikum war beispielsweise das Stück „Die Physiker“. Ein Problem sei laut BR allerdings die Verkürzung der Gymnasialzeit. Das führe dazu, dass deutlich weniger Schüler die Chance bekommen, Theaterstücke zu besuchen und demnach auch die Einnahmequellen zurück gehen.
Bislang hat kein Theater pleite gemacht
Auch wenn das Geld immer wieder knapp ist: Bislang hat noch keines der Würzburger Off-Theater pleite gemacht. Ganz ohne finanzielle Förderung lassen sich die Bühnen allerdings nicht mehr stemmen. Auch wenn Schauspieler überwiegend umsonst proben und spielen, fallen mehr Kosten für das Aufrechterhalten des Betriebes auf, als die Bühnen durch Besucher einnehmen – denn die Auswahl in Würzburg ist groß.

