Neues Parkkonzept: VIP-Parken für 5 Euro/Stunde

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Würzburg erleben

1. April 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Seit Jahren diskutiert der Stadtrat über ein neues Parkraumkonzept. Dabei soll eine neue Gebührenstruktur für mehr Gerechtigkeit sorgen. Nun hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt in der letzten Sitzung des Stadtrates einen ersten Entwurf vorgestellt. Dieser vereine „den Wunsch nach mehr Gerechtigkeit, Erreichbarkeit der Innenstadt und habe einen ökologischen Charakter“.

Weniger Windowshopper mehr Kaufkraft

Kern des von Umweltamt und Wirtschaftsförderung ausgearbeitet neuen Modells ist eine Anhebung der Parkgebühren beim Oberflächenparken in der Kernzone Innenstadt auf 5 Euro/ Stunde. Wirtschaftsförderer Klaus Walther zur neuen Gebührenstruktur: „Für uns ist es wichtig, daß eine kaufkräftige Zielgruppe genügend freie Parkplätze findet. Wir wollen weniger Windowshopper, sondern möchten die SUV-Fahrende Double-Income-Familie mit den sogenannten Vorzugs-Parkplätzen wieder in die Stadt locken“. Auch das Umweltamt unterstützt diese Idee: „Je weniger PKWs im Parksuchverkehr durch die Stadt fahren, desto besser. Die neuen Vorzugs-Parkplätze können dabei helfen.“

Einzelhandel und Politik zufrieden 

Auch der Einzelhandel ist zufrieden. HBE-Vorsitzender Volker Wedde rechnet vor, daß der statistische Warenkorb bei Einkommensgruppen, die man mit dem Center-Parken wieder in die Städte holen will, doppelt so hoch wie bei normalen Bürgern sei: „Wir wollen hier nicht diskriminieren, aber ein Parkplatz kann nur einmal vergeben werden. Mit dem neuen Vorzugs-Parken können einkommensstarke Personen wieder schnell einen freien Parkplatz finden.“

Fast alle im Stadtrat vertretenen Parteien betonen, daß das neue Modell gerechter sei, als zuvor. Schließlich habe der Bürger die Wahl: wer den Luxus eines Parkplatzes mitten in der Stadt haben wolle, der solle auch Luxuspreise zahlen. Letztlich könne man auch mit dem ÖPNV in die Stadt kommen bzw. auf der Talavera parken. Lediglich die Linke und die Stadtbildkommission äußerten Kritik: beide Interessengruppen sehen die bunte Heterogenität des Stadtbildes in Gefahr und warnen vor einer Gentrifizierung des Parkraumes.

Umsetzung noch im April

In einem ersten Schritt soll der Paradeplatz hinter dem Dom in ein Vorzugs-Parken umgewandelt werden. Die rund 80 Parkplätze sollen mit einem eigenen Hinweisschild kenntlich gemacht werden. Später sollen auch die Parkplätze auf dem Residenzplatz dazukommen. Hier verhandelt man noch mit der zuständigen Gärten- und Schlösserverwaltung.

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