Depressionen und Angststörungen erkennen

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8. April 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Psychische Erkrankungen betreffen auch Studierende

Ein Seminar sensibilisierte Beschäftigte und Lehrende der Universität Würzburg dafür, auffallendes Verhalten einzustufen und den Betroffenen Hilfestellung anzubieten. Die Anzahl der in Deutschland diagnostizierten psychischen Krankheiten wächst. Besonders auffallend ist hierbei, dass immer mehr junge Menschen davon betroffen sind, auch Studierende. Bei ihnen kann eine psychische Beeinträchtigung sogar zum Abbruch des Studiums führen.

Seminar für Beschäftigte 

Am 26. März 2015 fand ein Seminar für Lehrende und Beschäftigte der Universität Würzburg über psychische Erkrankungen bei Studierenden statt. Sandra Ohlenforst von der KIS, der Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung, und Adriana Berdami-Strunz vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Bayerischen Roten Kreuzes informierten über Symptome und gaben Hilfestellung. Die Teilnehmer des Seminars brachten auch eigene Erfahrungen ein. Aus diesen wurde dann erarbeitet, wie die Beschäftigten oder Lehrenden den Betroffenen helfen können. Wenn Studierende sich auffällig verhalten, muss nicht immer eine psychische Krankheit dahinter stecken. Mit Prüfungsangst oder mangelnder Organisation beispielsweise haben auch gesunde Studierende zu kämpfen.

Bipolare Störung und Zwangshandlungen

Häufig tritt die Bipolare Störung auf. Diese starke emotionale Schwankung kann sich durch Phasen höchster Aktivität äußern. Anschließend folgt die Phase der Depression. Dann fällt den Betroffenen jede Tätigkeit schwer und sie beklagen den Verlust von Freude und Interesse. Daraus folgt in der Regel auch eine äußerliche Veränderung, von ungepflegter Kleidung bis zu mangelnder Körperhygiene. Außerdem sind Angststörungen, Zwangsstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen bei Studierenden häufig. Prüfungsangst oder Ordnungsbedürfnis werden erst dann zu einer Zwangshandlung, wenn sie den Alltag und das Denken der Betroffenen beherrschen. Die Teilnehmer der Veranstaltung berichteten, dass ihnen ähnliches Verhalten bei Studierenden schon begegnet sei.

Was Lehrende tun können

Wenn das Verhalten eines Studierenden Besorgnis erregt, solle man diesen darauf anspre- chen. Lehrende und Beschäftigte müssten dabei nichts überstürzen, sondern den Zeitpunkt intuitiv wählen. „Ich habe eine Veränderung bei Ihnen gemerkt“, ist laut Adriana Berdami- Strunz eine geeignete Aussage. Wichtig sei immer, den anderen nicht zu bedrängen. „Kommen Sie gerne auf mich zu, wenn Sie wissen möchten, was mir an Ihnen aufgefallen ist oder wenn Sie Unterstützung möchten.“

Entscheidung bleibt beim Studenten

So bleibt die Entscheidung beim Studierenden. Wenn er oder sie das Angebot annimmt, könne man gemeinsam das Problem analysieren und Unterstützung anbieten – aber nur bis zu einem gewissen Grad. Die Diplom-Sozialpädagogin warnt: „Das heißt nicht, dass Sie ihn mit nach Hause nehmen und sich um ihn kümmern. Ein tatsächliches Arbeiten an dem Problem übersteigt Ihre Grenzen“. Dafür gebe es Beratungs- stellen, an die sich Studierende wenden können.

Beratungsstellen für Hilfesuchende

Unterstützung gibt es an der Universität zum Beispiel bei der Beratungsstelle KIS, der Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung. Die KIS informiert und berät – vertraulich und kostenlos -Studieninteressierte und Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Wer zum Beispiel mehr über Nachteilsausgleiche bei Klausuren und Hausarbeiten wissen möchte, ist dort genau richtig.
Auch das Studentenwerk Würzburg bietet Sprechstunden in der Psychotherapeutischen Beratungsstelle an.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Universität Würzburg.

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