Sicherheitsbilanz 2014: Entwicklung der Gewaltstraftaten
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9. April 2015

Symbolbild Würzburg
Zum zweiten Jahr in Folge zurückgegangen
UNTERFRANKEN. Die Gewaltkriminalität in Unterfranken ist zum zweiten Jahr in Folge zurückgegangen. Nach einem Abfall der Zahlen um 2,1 Prozent registrierte die Unterfränkische Polizei im Jahr 2014 insgesamt 1.562 Delikte in diesem Bereich.
Nach einer Spitze im Jahr 2006 (2.022 Fälle) sind die Fallzahlen in diesem bereich mit Ausnahme des Jahres 2012 bis zum aktuellen Minimum stetig gesunken. zahlenmäßig wird das Delikt von der gefährlichen und schweren Körperverletzung dominiert.
Diese hat mit 81 Prozent gemeinsam mit den Raubdelikten (10 %) den bei weitem größten Anteil an der Gewaltkriminalität.
Der prozentual recht hohe Anstieg im Bereich des Mordes lässt sich statistisch dadurch erklären, dass den zehn Fällen im Jahr 2014 ein relativ niedriger Vergleichswert aus dem Jahr 2013 (sechs Fälle) zu Grunde liegt. Gerade auch bei Betrachtung eines Zehnjahreszeitraums wird deutlich, dass sich die aktuelle Fallzahl durchaus im Bereich eines mittelwertes bewegt und keinen herausragenden negativen Spitzenwert darstellt.
Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter
Im Bereich des Totschlages ist insbesondere auffällig, dass in ca. 72 Prozent eine Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter bestand. Fast drei Viertel aller Taten fanden somit im sogenannten sozialen Nahraum (sozialen Umfeld) zwischen Opfer und Täter statt.
Von den insgesamt 31 registrierten Fällen des Totschlages (+fünf Fälle im Vergleich zu 2013) fällt auf, dass davon 26 im Versuchsstadium blieben (acht Fälle mehr als 2013). Was die Tatbegehung anbelangt ist auffällig, dass häufiger ein Messer als Tatwaffe zur Verwendung kam (+ fünf Fälle im Vergleich zu 2013).
Tiefpunkt bei den Raubstraftaten
Positiv ist die Entwicklung im Bereich der Raubstraftaten. Mit dem aktuellen Wert von 162 Fällen hat das Deliktsfeld einen Tiefpunkt im Zehnjahresvergleich erreicht. Fast zwei Drittel der Raubdelikte konnte durch polizeiliche Ermittlungen geklärt werden (72,2 %).
Auch wenn die Gewaltkriminalität mit 2,9 Prozent einen relativ geringen Anteil an der Gesamtzahl der erfassten Straftaten darstellt, hat die Aufklärung solcher Straftaten für die Unterfränkische Polizei eine sehr hohe Priorität.
Nicht zuletzt um das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu stärken ist es daher positiv, dass bei den Straftaten gegen das Leben alle zehn Morddelikte und bei den Totschlagsdelikten 30 von 31 aufgeklärt werden konnten.
Aufklärungsquote von 86,7%
Auch die Aufklärungsquote für die Gesamtzahl der Gewaltstraftaten wurde nochmals gesteigert und liegt nun bei 86,7 Prozent.
Die Zahl der alkoholisierten Tatverdächtigen ist insgesamt rückläufig (- 4,3 %), dennoch begingen rund 45 Prozent der Tatverdächtigen die Delikte während sie unter dem Einfluss von Alkoholika standen. Bemerkenswert ist der von 279 auf 267 Fälle gefallene anteil der unter 21-jährigen Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss.
Mit fast 60 Prozent sind jedoch weiterhin über die Hälfte der unter 21-Jährigen bei der Tatbegehung alkoholisiert. Diese sehr hohen Zahlen belegen wie auch in den Vorjahren sehr anschaulich und eindeutig den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der häufig daraus resultierenden Eskalation von Gewalt.
Entwicklung der Wohnungseinbrüche 2014
Artikel beruht auf der Sicherheitsbilanz 2014 des Polizeipräsidiums Unterfranken.

