Interkulturelle Trainings zur Vorbereitung auf Auslandsaufenthalt
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sophiascheder
14. April 2015

Symbolbild Würzburg
Von Vorurteilen und Missverständnissen
Mit interkulturellen Trainings bereitet die Uni Würzburg Studierende auf ihren Auslandsaufenthalt vor. Erfahrene Trainer informieren dabei über Vorurteile, Missverständnisse und den Kulturschock.Für viele Studierende gehört ein Auslandsaufenthalt zum Studium dazu – über das International Office der Universität oder privat organisiert, vom Sprachkurs über ein Praktikum bis zum Auslandssemester. Die Uni ist mit Hochschulen auf der ganzen Welt vernetzt und bietet neben dem Erasmus-Programm auch zahlreiche andere Möglichkeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln.
Vorbereitung auf Auslandsaufenthalt
Doch bevor das Abenteuer losgeht, sollen die Studierenden auf das, was sie erwartet, vorbereitet werden. Deshalb veranstaltet das International Office spezielle Trainings. „Für Lateinamerika, Nordamerika und Russland haben wir bereits interkulturelle Trainings im Programm. Unser Plan ist aber, dies in Zukunft für alle Länder anzubieten“, so Heidi Köllmann vom International Office.
Über Partnerschafts-Stipendium nach Lateinamerika
Ein beliebtes Ziel ist Lateinamerika. Ab September dürfen 15 Würzburger Studierende über ein Partnerschafts-Stipendium nach Mexiko, Kolumbien und Peru. Sie alle sitzen nun in einem Seminarraum des Sprachenzentrums und sind gespannt, etwas über die Kultur Lateinamerikas zu erfahren. Ihre Trainerin ist Maria Luisa Mariscal de Körner, die an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg im Projekt „Interkulturelle Kompetenz“ arbeitet.Sie selbst ist gebürtige Bolivianerin und kennt die meisten lateinamerikanischen Länder sehr gut.
Vorurteile übers andere Land sammeln
„Ich werde euch keine Tipps geben, wie ihr euch integriert oder was ihr macht, um nicht ausgeraubt zu werden“, leitet die Trainerin das Seminar ein. Stattdessen erarbeitet sie mit den Studenten erst einmal, welche Vorurteile es über das fremde Land gibt. Von der schönen Landschaft bis hin zu der Unpünktlichkeit der Latinos weichen die Vorstellungen kaum ab – egal, um welches der drei Länder es geht. So merken die Studierenden, wie Darstellungen der Medien oder Erfahrungsberichte von Bekannten das Bild über die Länder Lateinamerikas zu einem Einheitsbrei werden lassen.
Motive für einen Auslandsaufenthalt
Aber gerade um mehr Informationen über diese Kulturen und Nationen zu bekommen, zieht es die Studierenden ins Ausland. In einer Vorstellungsrunde nennen sie verschiedene Beweggründe. Manche haben bereits positive Erfahrungen in Ländern Lateinamerikas gemacht und wollen nun auch andere Teile kennenlernen. Viele möchten ihr Spanisch aufbessern. Das gilt besonders für Lehramts-Studierende, da sie die Sprache später ihren Schülern beibringen sollen.
Missverständnisse durch Gesten
In einer anderen Kultur zu leben bedeutet, sich immer neuen Situationen zu stellen und auf andere Menschen einzugehen. Neben der Sprache kann auch die Art der Kommunikation zu Missverständnissen führen. Ein besonders anschauliches Beispiel hierfür sind Gesten. Schon in England wird das Victory-Zeichen anders verstanden als in Deutschland. Die Briten interpretieren das Zeichen, mit der Handfläche zum Körper gemacht, so wie Deutsche den gestreckten Mittelfinger.
Mit der Faust in die offene Handfläche zu schlagen, ist im deutschen Kulturraum eine klare Geste für Aggression – im Zweifel drohen dem Gegenüber Schläge. In Westafrika hingegen drücken die Menschen so ihr Einverständnis aus. Wenn Mexikaner mit der Handfläche an den Ellenbogen schlagen, wollen sie damit ein „gut gemacht“ ausdrücken. In Argentinien hingegen wird diese Geste als Beleidigung aufgefasst.
Freunde finden, Kulturschock überwinden
Mit all den emotionalen Wirren und neuen Eindrücken fällt vielen Studierenden das Eingewöhnen gerade zu Beginn schwer. Sie werden erstmal überfordert sein, aber das sei normal, sagt die Trainerin. Der einfachste Weg, einen Kulturschock zu überwinden: Möglichst schnell Freunde finden und neue Kontakte knüpfen. Nur so werden die Studierenden eine Menge über sich selbst und ihr neues Umfeld lernen. „ Wir können Vorurteile nicht abschalten. Das Wichtigste ist jedoch, aufmerksam zu beobachten und die Eindrücke des Umfelds zuzulassen“, gibt Mariscal de Körner den jungen Leuten mit auf den Weg.
Softskill in einer multikulturellen Gesellschaft
Warum sind Auslandserfahrungen heute so wertvoll? Interkulturelle Kompetenz gilt als wichtiger Softskill, denn Deutschland ist längst eine multikulturelle Gesellschaft. In internationalen Teams von Unternehmen und Organisationen, in den Laboren der Universitäten, in Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen und im Privatleben: Überall wird interkulturell kommuniziert. Doch auch in Deutschland können Studierende etwas über andere Kulturen erfahren. An der Universität Würzburg haben sie die Möglichkeit, ihre interkulturelle Kompetenz zu trainieren. Das deutschlandweit einmalige Lehrprogramm „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“ (GSiK) bietet eine Vielzahl von Lehrveranstaltungen und zusatzqualifizierende Zertifikate an.
Hier geht es zum International Office: http://www.international.uni-wuerzburg.de/
Hier geht es zum Lehrprogramm GSiK: http://www.gsik.uni-wuerzburg.de/startseite/
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

