Podiumsdiskussion im Rahmen des Europa-Stipendiums

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20. April 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

„Wie begegnen wir humanitären Krisen ?“

„Europas Rolle und Verantwortung in der Welt – wie begegnen wir humanitären Krisen?“: So lautet der Titel einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Europa-Stipendiums am Freitag, 24. April, an der Universität Würzburg. Prominenter Gast ist Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe. Aus Würzburg beteiligen sich mit dem Gastroenterologen Professor Michael Scheurlen (Uniklinik) und dem Tropenmediziner Professor August Stich (Missionsärztliche Klinik) zwei in der Entwicklungsarbeit tätige Mediziner aus Würzburg. Als Vertreterin der Würzburger Europa-Stipendiaten nimmt die junge Weißrussin Liubou Varanitskaya auf dem Podium Platz. Die Moderation führt der ehemalige Chefredakteur des SWR Dr. Michael Zeiß.

Auslandsstudium als Entzug aus hoffnungsloser Lage

Es ist erst wenige Tage her, dass Uno-Flüchtlingskommissar António Guterres die Lage der syrischen Flüchtlinge als „die größte humanitäre Krise unserer Ära“ bezeichnet hat. Eine weitere, für die Betroffenen nicht minderschwere Krise liegt direkt vor der europäischen Haustüre. Nicht wenige der Flüchtlinge von der Krim und Ostukraine sind in Weißrussland oder Polen untergekommen. Immer mehr Studenten entziehen sich dem Wehrdienst oder der hoffnungslosen Lage mit einem Auslandsstudium in ihrem Land.

Weißrussische „Europa-Botschafterin“ als Antwortgeberin

Mit der Würzburger Europa-Stipendiatin Liubou Varanitskaya stellt sich eine Medizin-Studentin aus Weißrussland den Fragen des Podiums. Die 21-Jährige gehört zu der polnischen Minderheit des Landes, studiert in Warschau und ist derzeit als Praktikantin an der Würzburger Uniklinik tätig. Als studentische „Europa-Botschafterin“ setzt sie sich aktiv für die Idee eines vereinten Europas ein, vertritt ihr Heimatland und beteiligt sich mit eigenen Ideen an den Veranstaltungen. Prägend für ihre Generation ist die Erfahrung, dass sich bis heute östlich von Polen ein tiefer Graben quer durch Europa zieht, der die Völker voneinander trennt.

Europastipendium als Perspektive für Studenten aus Krisenstaaten

Das Europa-Stipendium gibt es seit dem Wintersemester 2014/15 und es hat das Ziel, Studenten aus den europäischen Krisenstaaten ein Studium in Deutschland zu ermöglichen. Initiiert wurde das Programm von dem ehemaligen Würzburger Oberbürgermeister und SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal und seiner Frau Hanna. „Mit dem Europastipendium wollten wir ein überzeugendes Signal setzen, um jungen Menschen aus den krisengeschüttelten Nachbarländern eine Perspektive zu bieten“, erklärt Georg Rosenthal: „Es geht darum, den europäischen Dialog vor Ort, aber auch in den Heimatländern der Stipendiaten neu anzustoßen.“

7000 Euro Unterstützung für elf Stipendiaten

Unter den elf Stipendiaten, die ein Jahr lang an den drei Würzburger Hochschulen studieren, befinden sich außerdem junge Menschen aus Polen, Irland, Italien, Spanien oder Griechenland. In dieser Zeit werden die Studenten insgesamt mit 7.000 Euro unterstützt, die bedeutende Unternehmen aus der Region zur Verfügung stellen. Als Ansprechpartner stehen den elf Stipendiaten namhafte Partner wie der Volkswirtschafts-Professor Peter Bofinger, die Politik-Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet oder Schwimmweltmeister Thomas Lurz zur Seite. Die Schirmherrschaft hat der französische Botschafter aus Berlin, S. E. Philippe Etienne, übernommen.

Die Veranstaltung findet statt im Gebäude der Universität am Wittelsbacherplatz 1, Raum 02.301 (Forum); sie beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des Abgeordnetenbüro Georg Rosenthals.

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