Auschwitzüberlebende zu Gast in Würzburg
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sophiascheder
30. April 2015

Symbolbild Würzburg
Gesprächsabend mit Zeitzeugin Éva Fahidi
Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Katholische Hochschulgemeinde laden am Dienstag, 5. Mai um 19.30 Uhr gemeinsam zu einem Gesprächsabend mit der Zeitzeugin Éva Fahidi in das Jüdische Gemeindezentrum „Shalom Europa“ in Würzburg ein.
„Deklassiertes Element“
Éva Pusztai- Fahidi wurde 1925 in Debrecen, Ostungarn, in eine große, wohlhabende Familie hineingeboren. An der Rampe des Vernichtungslagers wurde sie vom KZ-Arzt Mengele mit einer Handbewegung auf die eine Seite und ihre Familie auf die andere gewinkt. Damit verlor sie ihre gesamte Familie, die in den Gaskammern umkam. Von Auschwitz wurde sie zur Zwangsarbeit nach Deutschland in das KZ-Außenlager Münchmühle im hessischen Allendorf verschleppt. Nach der Befreiung kehrte sie in ihre Heimat nach Ungarn zurück. Zur Zeit der kommunistischen Schauprozesse erklärte man sie zum „deklassierten Element“ und ließ sie als Hilfsarbeiterin arbeiten.
Autobiografisches Buch „Die Seele der Dinge“
Nach fast 60 Jahren des Schweigens schrieb sie 2003 ihr autobiografisches Buch „Die Seele der Dinge“, eines der wenigen und wichtigen Zeitzeugen-Dokumente über den Holocaust an der jüdischen Bevölkerung Ungarns. Heute reist die engagierte 87-Jährige, die sich selbst als „Holocaust-Aktivistin“ bezeichnet, durch ganz Europa, sucht das Gespräch vor allem mit jungen Menschen und hält Vorträge und Lesungen gegen das Vergessen. In den letzten Wochen trat Eva Fahidi als Nebenklägerin im Lüneburger Auschwitz-Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning in den Zeugenstand.
Musikalische Untermalung kommt von Matthias Ernst (Klarinette) und Bernhard von der Goltz (Gitarre). Der Eintritt ist kostenfrei.
70 Jahre Kriegsende: Gedenkveranstaltung
Am 8. Mai 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Am Vorabend des Jahrestages findet um 21 Uhr in der Würzburger Johanniskirche Sinnbild für Zerstörung und Wiederaufbau eine Gedenkveranstaltung statt, in Erinnerung an die Vergangenheit, vor allem aber auch als Mahnung für die Zukunft. Mehr Informationen zu der Veranstaltung findet Ihr hier.
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Katholischen Hochschulgemeinde.

