Praktische Hilfen für die Integration
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Würzburg erleben
5. Mai 2015

Symbolbild Würzburg
Angebote für Flüchtlinge
Was haben ein Schattentheater über Flucht und Vertreibung, ein Deutschkurs und ein Abendessen mit syrischen Spezialitäten gemeinsam? Alles sind Angebote für Flüchtlinge oder in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen im Rahmen der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Würzburg. „Die Einrichtungen der KEB sprechen ganz verschiedene Zielgruppen an“, sagt Domkapitular Dr. Helmut Gabel. Vor allem auf den Gebieten Sprache, Kultur und berufliche Qualifikation sieht er Möglichkeiten, wie die KEB einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten könne.
Deutschkurse sind Schwerpunkt
Deutschkurse etwa sind ein Schwerpunkt der Kolping-Akademie Würzburg. Es gibt ein breites Kursangebot mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Teilnehmer kommen aktuell vor allem aus Afrika und dem Nahen Osten. Carolin Götze ist für die sogenannte „Berufsbezogene Deutschförderung“ zuständig, sechsmonatige Kurse, die Deutschunterricht mit der Vermittlung von Fachwissen im kaufmännischen Bereich kombinieren.
Das Besondere: An diesem Kurs können auch Flüchtlinge teilnehmen, die noch keine Aufenthaltserlaubnis haben, vorausgesetzt, sie können ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen. Mehrfach hätten bereits Flüchtlinge aus der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft, aus Aub und Kleinlangheim teilgenommen. Ein Flüchtling aus Afghanistan habe im Anschluss sogar einen Ausbildungsplatz als Schweißer bekommen.
Keine Ausbildung nach deutschem Verständnis
Der Fall zeige aber auch, wie groß die Unterschiede zwischen den Kulturen sein können. „Er hat bereits als Schweißer gearbeitet. Er ist kein Azubi mehr, dem man alles beibringen muss, sondern eine vollwertige Arbeitskraft“, sagt Götze. In vielen Ländern sei eine Ausbildung nach deutschem Verständnis eben nicht üblich: „Die Menschen arbeiten einfach in ihrem Beruf.“
Integration durch Kreativität
Auf Integration durch Kreativität setzt zum Beispiel der Arbeitskreis „Solidarität“ der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) in der Diözese Würzburg. Gemeinsam mit Flüchtlingen aus der Würzburger GU entwickelte er im vergangenen Jahr das Schattentheater „Aus dem Schatten treten“. Die erste Aufführung des Ensembles „Die Überlebenden“ im November in Gaukönigshofen war ein großer Erfolg.
Deshalb soll das Werk am 12. Juli erneut aufgeführt werden, diesmal im Matthias-Ehrenfried-Haus in Würzburg. „Es ist wichtig, dass die Flüchtlinge überhaupt erst einmal zur Sprache kommen“, erklärt Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl, Präsident der Internationalen Katholischen Landvolkbewegung. Zugleich sei es ein Schwerpunkt der KLB, etwas an den Ursachen für Flucht zu ändern. „Wir versuchen daran zu arbeiten, dass nicht so viele Menschen fliehen müssen“, sagt Scharl.
Ein syrisches Abendessen
Verständnis wecken, das war auch der Ansatz bei einem „Syrischen Abendessen“, das die Katholische Erwachsenenbildung Schweinfurt kürzlich organisiert hatte. „Es ist genau das rübergekommen, was wir uns erhofft hatten“, sagt Dr. Albrecht Garsky, Leiter der KEB Schweinfurt. Die Teilnehmer lernten Syrien von zwei Seiten kennen. Einerseits wurden sie mit landestypischen Spezialitäten verwöhnt, zum anderen berichteten zwei Männer von ihrer Flucht.
Ein 24-Jähriger aus Aleppo erzählte, wie er durch einen Fluss zwischen der Türkei und Griechenland schwamm und das andere Ufer nur fand, weil ein Helfer geistesgegenwärtig ein Feuerzeug schwenkte. Ein Englischlehrer aus Syrien wiederum hatte 30 Stunden ohne Wasser und Nahrung in einem Lastwagen verbracht, bis er endlich in Österreich aussteigen konnte.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bistums Würzburg

