Jusos: Warum Würzburg eine Straßenbahn zum Hubland braucht
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Würzburg erleben
8. Mai 2015

Symbolbild Würzburg
Bau der Linie 6 weiter verzögert
Vor Kurzem hat das Sommersemester an den Würzburger Hochschulen begonnen und damit der Alltag der Studierenden. Wie jedes Semester kommen die Busse zu Stoßzeiten deutlich zu spät oder fahren gleich an einem vorbei, weil niemand mehr reinpasst – die Situation in den Bussen erinnert an Verhältnisse in der U-Bahn von Tokio, so die Jusos. Das Problem ist lange bekannt, aber der Bau der Straßenbahnlinie 6, wodurch sich die Situation maßgeblich entspannen könnte, lässt weiter auf sich warten.
Nahverkehrstechnischer Gau
Durch die von der Studierendenvertretung vorangetriebenen Fahrplananpassungen an den Linien 7, 34, 114 und 214 konnten immerhin weitere Fahrten zum Stundenwechsel zwischen Hubland und Stadtmitte gewonnen werden. Dennoch mahnt Niklas Nadim Dehne, Mitglied der Juso Hochschulgruppe und studentischer Vertreter der Semesterticketverhandlungen: „Angesichts der stetig steigenden Studierendenzahlen in Würzburg bleiben wir trotz kleiner Fortschritte am Limit der Kapazitätsgrenzen. Wenn bei der Straßenbahn zum Hubland weiterhin nichts vorangeht, droht ein nahverkehrstechnischer GAU.“
Bau nicht vor 2020 beendet
Damit könnte er Recht haben, denn selbst bei sofortigem Baubeginn wäre die Straßenbahnlinie nicht vor 2020 fertiggestellt. Die Juso Hochschulgruppe fordert den Stadtrat nachdrücklich auf, den Bau der Straßenbahnlinie 6 weiter voranzutreiben. Indra Wachendorf, Sprecherin der Juso Hochschulgruppe Würzburg, sagt dazu: „Wir waren von Anfang an für die Erweiterung des Straßenbahnnetzes ans Hubland. Die Straßenbahnerweiterung ermöglicht eine bessere Anbindung des dortigen Universitätsstandortes. Dieser soll künftig noch deutlich wachsen.“
Gerade in Anbetracht der wachsenden Studierendenzahlen gebe es kein anderes zuverlässiges Verkehrsmittel, das auf absehbare Zeit die steigenden Fahrgastzahlen von und zur Universität bewältigen könnte, ergänzt Wachendorf. Die Linie 6 werde das höchste Fahrgastaufkommen aller Würzburger Straßenbahnlinien haben und die Stadtmitte, den Südbahnhof, das Frauenland viele Schulen, die Gebäude an Wittelsbacherplatz und Sanderring, Campus Hubland Süd und Nord, und Arbeitsplätze miteinander verbinden.
Feinstaubgutachten zeigt Handlungsbedarf
Ohnehin seien die meisten Studierenden auf das Angebot des ÖPNV angewiesen und es sei auch im Sinne der Stadt, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger den öffentlichen Nahverkehr anstatt des Autos benutzen. Freya Altenhöner, Vorsitzende der Jusos Würzburg Stadt, merkt an: „Die Nachfrage nach der Straßenbahnlinie 6 ist auf jeden Fall vorhanden. Die Stadt sollte hier also investieren und nicht an genau der falschen Stelle sparen. Auch in ökologischer Hinsicht ist die Straßenbahn sinnvoll. Straßenbahnen erzeugen beispielsweise, im Gegensatz zu Bussen, keinen Feinstaub.“
Das Feinstaubgutachten habe deutlich gezeigt, dass in Würzburg dringender Handlungsbedarf bestehe, so Altenhöner. Außerdem zeige sich, dass dort mehr Menschen den ÖPNV nutzen, wo eine barrierefreie Straßenbahn verkehrt, als dort, wo nur Busse fahren, die wiederum vom Verkehrsfluss auf den Würzburger Straßen abhängig seien. Laut Altenhöner könne man dadurch auch dem zunehmenden Individualverkehr entgegenwirken, der ja auch Investitionen in Straßenbau und Parkgaragen mit sich bringe. Ebenso sei eine Straßenbahn eine geringere Lärmbelästigung als die entlang der Zeppelinstraße und Rottendorfer Straße den Berg hinauf schnaufenden Busse.
Warum ist nichts geschehen?
Überdies entstehe am Hubland ein neues Wohngebiet, welches an den Würzburger ÖPNV angeschlossen werden müsse und sich damit das Fahrgastaufkommen auch im Zuge der Erweiterung der Universität auf dem Campus Nord ebenso erhöhen werde. Indra Wachendorf kritisiert: „Es kann nicht im Sinn der Stadt sein, eine Exklave auf dem ehemaligen Kasernengelände zu schaffen. Nur durch die Straßenbahn konnten sich auch die äußeren Stadtteile Heuchelhof und Rottenbauer so gut entwickeln.“
Das Konzept, inklusive Streckenverlauf und Kostenrechnung stehe bereits seit längerem, was die Frage aufwerfe, warum zuletzt nichts geschehen sei. „Oberbürgermeister Schuchardt und seine CSU-Stadtratsfraktion könnten in ihrer bisherigen Amtszeit nur Stillstand und Lethargie diesbezüglich vorweisen“, so Wachendorf. „Wir sprechen in der Gesamtschau betrachtet allerdings nicht über ein verzichtbares Prestigeobjekt, sondern eine zukunftssichere Verkehrsader, die oberste Priorität für die Stadt Würzburg haben muss.“, so Freya Altenhöner abschließend.
Aussprache für den Straßenbahnbau
Die Juso Hochschulgruppe und die Jusos Würzburg sind der Meinung, dass eine zukunftsorientierte Stadt ein solches Projekt entschieden angehen muss und spricht sich deshalb ausdrücklich für den Bau der Straßenbahn ans Hubland aus. Dies liegt nicht nur im Interesse der Studierenden, Lehrenden und Angestellten, sondern aller Anwohner und Würzburger und ist im Sinne einer zukunftsorientierten Stadtgestaltung.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Jusos Würzburg-Stadt Vorsitzenden Freya Altenhöner

