LeerRaumPioniere geht in die zweite Runde
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Würzburg erleben
27. Mai 2015

Symbolbild Würzburg
Frischer Wind für Würzburgs Kulturszene
Die Idee ist einfach: Lokale Kreative nutzen für kurze Zeiten leerstehende Gewerbeflächen als Ausstellungs- und Projekträume. Was unter dem Schlagwort „Zwischennutzung“ bereits in vielen Städten praktiziert wird, wird nun auch in Würzburg ausgeführt. Die LeerRaumPioniere, ein Projekt des aktiven Kunstvereins „Kunst im öffentlichen Raum“ (KÖR e.V.), bringen mit einer Ausstellungsreihe verschiedener Künstler frischen Wind in die Würzburger Kulturszene. Bereits im Frühjahr diesen Jahres fand die erste Ausstellung in der Sterngasse 6 statt.
„Breaking Ships“ von Rainer Wengel
Nun geht es in die zweite Runde: Am 30. Mai 2015 eröffnen die LeerRaumPioniere ihre Ausstellung unter dem Titel „Breaking Ships“ in „Raum 2“. Der Künstler und Fotograf Rainer Wengel aus Würzburg wird in der Ausstellung für vier Wochen seine großformatige Fotoreihe präsentieren. Im Oktober 2008 besuchte Rainer Wengel die Strände von Chittagong in Bangladesch, wo sich innerhalb der letzten 40 Jahre das Gewerbe der „Bangladesch Ship Breakers“ etablierte.
Kritik an unmenschlichen Bedingungen
„Knapp die Hälfe der ausgedienten Öltanker, Container- und Personenschiffe weltweit werden dorthin zum Abwracken verkauft“, so der Verein für Kunst im öffentlichen Raum in einer Pressemitteilung. Bangladesch erlebe dadurch zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch für die insgesamt rund 30.000 Arbeiter habe das Geschäft auch eine Schattenseite. Das Zerlegen der Ozeanriesen berge laut Pressemitteilung ein großes gesundheitliches Risiko: Schutzkleidung oder Schuhe stünden nicht zur Verfügung; Asbeststaub, chemische Stoffe und giftige Gase seien eine permanente Belastung. „Die Unternehmen erwirtschaften dadurch einen Gesamtumsatz von umgerechnet 120 Millionen Euro, während die Arbeiter lediglich 25 Cent pro Stunde erhalten,“ so der Verein für Kunst im öffentlichen Raum.
Ausstellungen in leerstehenden Räumen
„Der Künstler möchte die unmenschlichen Bedingungen kritisieren, unter denen die Arbeiter täglich ihre Gesundheit riskieren“, so die LeerRaumPioniere. Die Fotografien der „Ozeanriesen“ an den Stränden der Bucht von Bengal und die „Ship Breakers“ sind bis zum 27. Juni in der Ausstellung (Beim Grafeneckart 2) zu bestaunen. Für weitere Ausstellungsmöglichkeiten sind die LeerRaumPioniere stets auf der Suche nach weiteren Orten für ihr Zwischennutzungskonzept.
Von solchen temporären Ausstellungen in leerstehenden Ladenlokalen profitieren mehrere Seiten wie Jasmin Schmitt erklärt: „Uns ist wichtig, dass lokale Kreative auch ohne großes Risiko in interessanten Räumen in der Innenstadt ihre Arbeit präsentieren können“. Auch die teilweise schon längere Zeit vakanten Gewerbeflächen würden dadurch wiederbelebt und bekämen so wieder Aufmerksamkeit auf dem Immobilienmarkt.
Gut für Stadt und Region
Von all dem profitiere natürlich auch Stadt und Region, sagt Anne Stengel: „Das Würzburger Angebot im Bereich der Kunst wird dadurch um ein vieler Orts beliebtes und erfolgreiches Modell reicher, was auch die Kunstszene der Region beleben dürfte.“ Es sei also kein Wunder, dass das Kulturamt der Stadt Würzburg dem Projekt gerne mit einer Anschubfinanzierung auf die Beine geholfen hat, so die LeerRaumPioniere. Auch der Stadtmarketing Verein „Würzburg macht Spaß“ e.V. zähle zu den Unterstützern der ersten Stunde, ebenso wie das Jugendkulturhaus Cairo.
Wer sich selbst von der Umsetzung des Konzepts überzeugen möchte, der ist herzlich zur Vernissage der Ausstellung „Raum 2: Breaking Ships“ am Samstag, 30. Mai 2015, ab 18.30 Uhr, Beim Grafeneckart 2 eingeladen. Die LeerRaumPioniere freuen sich auf einen angeregten Austausch mit allen Kunst- und Kulturinteressierten. Die Ausstellung ist dann bis zum 27. Juni jeweils Montag und Dienstag sowie Donnerstag bis Samstag von 17 bis 21 Uhr geöffnet.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Vereins für Kunst im öffentlichen Raum KöR e.V.

