Naturkundemuseum in der Residenz?
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Würzburg erleben
27. Mai 2015

Symbolbild Würzburg
7.000 Quadratmeter frei
Wie bereits berichtet, werden aufgrund der Verlegung des Staatsarchivs nach Kitzingen 7.000 Quadratmeter in der Residenz frei. Derzeit werden vor allem zwei Vorschläge diskutiert. Eine Idee: Ein Naturkundemuseum. Aber warum sollten die Räumlichkeiten ausgerechnet für ein Naturkundemuseum genutzt werden? Würzburgerin und ehemalige Bio-Studentin Britta Uhl setzt sich dafür ein und erläutert die Bedeutsamkeit des Museums für Würzburg.
Vor 70 Jahren zerstört
Vor 70 Jahren, am Ende des zweiten Weltkriegs, wurde das einstige Naturkundemuseum Würzburgs zerstört. Damals war das Naturmuseum ein bedeutender Teil von Würzburg. Es sei ein fester Bestandteil der Stadt gewesen. Während der Zerstörung gingen die zahllosen Präparate und naturwissenschaftlichen Schätze, darunter ein riesiges Walskelett (welches man noch in voller Pracht auf alten Fotografien im großen Ausstellungssaal hängen sieht), in Flammen auf. Ein kleiner Rest lagert in einer Schule sowie in der Tiersammlung der Universität Würzburg. Unzugänglich für die Öffentlichkeit- denn wiederaufgebaut wurde das Museum seither nicht mehr. Aber es setzen sich immer wieder Leute für das Naturkundemuseum Würzburg und seine Wiedererrichtung ein.
Marketingkonzept für modernes Naturmuseum
Vor fünf Jahren entwickelten beispielsweise ehemalige Studierende zusammen mit dem Institut für Marketing und Managemententwicklung-Kompetenznetzwerk der FH München ein Marketingkonzept für ein modernes Naturmuseum in Würzburg. Eine Marktanalyse sowie eine Wettbewerbsanalyse wurden durchgeführt und fielen für den Standort Würzburg allesamt äußerst positiv aus. Nach großem Engagement von Gerhard Kneitz (ehemaliger Pofessor), Frank Stößel (ehemaliger Sonderschulrektor) und Mirko Wölfling und zahlreichen Infoabenden sowie Medienberichterstattungen, sollte ein modernes Naturmuseum entstehen, welches die Besucher für die Vielfalt der Arten unserer Erde und den nachhaltigen Klimaschutz begeistert.
Kein Geld zur Verwirklichung
Dennoch kam es nicht zu einer Wiedererrichtung des Museums. Weder die Universität noch die Stadt Würzburg hatte damals das Geld, um die Pläne zur Ausstellung der vielen vorhandenen kleinen und großen Sammlungen für die Öffentlichkeit zu verwirklichen.
Über 20.000 Exponate
Und so blieben z.B. die über 20.000 Exponate (neu gesammelt von privat)– darunter ein brauner Leopard, ein Nandu, mehrere bunte tropische Vögel, zahlreiche Greifvögel, ein Känguru, ein Gepard, ein Mufflon, mehrere metergroße Weichkorallen und tausende bunter Schmetterlinge aus der ganzen Welt – weiter hinter verschlossenen Türen und unzugänglich für die Öffentlichkeit gelagert.
Räume in der Residenz & Gebäude am Hubland
Die Verlagerung des Staatsarchivs und das damit verbundene Freiwerden von Räumlichkeiten innerhalb der Residenz, wie auch der Ausbau des Geländes Hubland Nord für die Landesgartenschau 2018 würden jedenfalls Möglichkeiten und Räumlichkeiten bieten. Letztendlich liegt es in der Hand der Entscheidungsträger einerseits des Freistaates Räume in der Residenz und andererseits der Stadt Würzburg nach der LGS 2018 ein Gebäude am Hubland für ein Naturmuseum zur Verfügung zu stellen.
Lebendiges & interaktives Museum
Aber was darf man sich eigentlich unter einem Naturkundemuseum vorstellen? Britta erklärt, im Mittelpunkt sollte eine publikumswirksame und lebendige Präsentation der Natur stehen, mit modernen Ausstellungsräumen und interaktiven Nutzungsmöglichkeiten. Das Naturmuseum sollte erlebbar und nutzbar sein – für Privatleute und Familien, aber auch für Kindergärten, Schulen und die Universität. Denn eines stehe fest: Ein klassisches Naturkundemuseum, welches einzig eine verstaubte Balgsammlung ausstellt, ist heute kaum noch wettbewerbsfähig und sollte nicht Ziel aller Überlegungen sein.
Virtuell auf Facebook
Heute dient die sonst nicht öffentliche Sammlung unter der Verwaltung von Mirko Wölfling als Grundlage der Seite „Virtuelles Naturkundemuseum“ im Social Network Facebook und wird auf diese Weise – zumindest online – teilweise präsentiert. Alle Entscheidungsträger der Stadt und der Universität sowie alle Personen und Institutionen, die das „Projekt Naturmuseum Würzburg“ unterstützen möchten, seien herzlich eingeladen, mit den Unterstützern des Naturmuseumsgedankens Kontakt aufzunehmen.

