Wenn Hilfe am Geld scheitert: Würzburgerin will in Indien helfen
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Würzburg erleben
8. Juni 2015

Symbolbild Würzburg
Ein Gastbeitrag von Tobias Mößbauer
Jana will sich für ein Hilfsprojekt einsetzen
Anfang August soll es losgehen: Ein Jahr möchte sich die 23-jährige Jana Schnepf aus Würzburg für ein Hilfsprojekt in Indien einsetzen. Auf die Freiwillige wartet die Pflege von Schwerstbehinderten und harte Feldarbeit bei Temperaturen über 40 Grad Celsius. Ihre Arbeitskraft stellt sie dafür nicht nur kostenlos zur Verfügung – die Würzburgerin ist auch noch bereit für diese Erfahrung zu bezahlen. Knapp 3.000 Euro soll sie aus eigenen Mitteln und durch Spenden aufbringen, doch jetzt droht das Vorhaben an der Finanzierung zu scheitern.
Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich Jana Schnepf mit sozialen Themen und versucht möglichst nachhaltig mit ihrer Umwelt umzugehen. Kein eigenes Auto, vegetarische Ernährung, Kleidung ausschließlich gebraucht vom Flohmarkt oder über „Kleiderkreisel“ – das ist für sie selbstverständlich. Nach ihrer Schulzeit weitet sie ihr Engagement aus und setzt sich für benachteiligte Menschen ein. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres pflegt und betreut sie behinderte Kinder im „Zentrum für körperbehinderte Menschen“ (Heuchelhof). „Es war harte Arbeit, aber die Kinder haben mir so viel zurückgegeben“, erinnert sie sich an die Zeit dort. Als sich ihr FSJ dem Ende zuneigt reift ein neuer Plan in ihr: Sie möchte sich in den Dienst der Ärmsten dieser Welt stellen.
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50 Menschen unter einem Dach
Sobald Jana beginnt zu erzählen merkt man die Begeisterung für ihr Wunschprojekt „Friends of Camphill India“. Etwas abseits der südindischen Millionenmetropole Bangalore leben etwa 50 Menschen auf einer Art Selbstversorgerhof. Die eine Hälfte der Bewohner ist geistig bzw. körperlich behindert und benötigt Hilfe im Alltag, die andere Hälfte setzt sich aus den Helfern zusammen. Die Gemeinschaft lebt wie eine Familie unter einem Dach und versorgt sich weitestgehend selbst. „Im Garten wächst alles was man braucht und es gibt sogar eine eigene Bäckerei“, schwärmt Jana. Außerdem tragen eine Weberei, eine Kerzengießerei und eine Töpferei dazu bei, den Lebensunterhalt der Menschen zu sichern.
Einsatz für Menschen mit Behinderungen
„Friends of Camphill India“ wurde im Jahr 1999 von der weltweit agierenden Camphill-Bewegung gegründet, die sich auf Basis der Waldorf-Pädagogik für Menschen mit Behinderung einsetzt. Gerade in Indien ist diese Art der Hilfe enorm wichtig: Das Land mit 1,2 Milliarden Einwohnern bietet kaum Möglichkeiten sozial benachteilige Menschen zu unterstützen. An allen Ecken und Enden fehlt es an Geldern, Nahrungsmittelknappheit und Hitzeperioden stehen an der Tagesordnung. „Ich möchte da helfen wo ich am Meisten gebraucht werde“, erklärt Jana ihre Motivation, in der sogenannten Dritten Welt als Freiwillige zu arbeiten. Doch mit reinem Idealismus ist es noch lange nicht getan, denn jeder Freiwilligenplatz kostet Geld. Janas Trägerorganisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ beziffert die Gesamtkosten für einen Platz auf bis zu 10.000 Euro.
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Jana bittet um Unterstützung
Ein Teil dieses Betrages kann durch öffentliche Förderungen übernommen werden, der Rest aber bleibt an Jana hängen. Mit ihren eigenen Ersparnissen, Spendenaufrufen auf Facebook und Rundbriefen hat sie bereits etwas Geld sammeln können – ist aber trotzdem noch weit von ihrem Spendenziel entfernt. Als letzte Möglichkeit den fehlenden Betrag zusammenzubekommen sieht die Würzburgerin den „Unterstützerkreis“ ihrer Trägerorganisation. Um möglichst vielen Freiwilligen einen Sozialdienst im Ausland zu ermöglichen wurde ein Fond eingerichtet. In diesen Topf kann jeder einzahlen, der engagierten Helfern wie Jana einen Freiwilligendienst ermöglichen möchte. Dadurch sollen alle, unabhängig von deren finanziellen Lage, die Möglichkeit zu einem Hilfseinsatz bekommen. Für unentschlossene Spender hat sich Jana auch schon ein paar Belohnungen ausgedacht: Die Palette reicht von einem ‘‘WOW-du-bist-so-toll!-Dankeschön“ bis zu einer “WOW-du-bist-so-unglaublich-mega-wahnsinnig-toll-Überraschung!“ bei einer Spende über 100 Euro. Spätestens jetzt sollte Jana doch bei jedem Interesse geweckt haben oder?
Wenn Ihr Jana unterstützen möchtet, dann könnt Ihr das hier dies unter diesem Link tun. Die junge Frau freut sich über jede Unterstützung, die sie kriegen kann.
Anmerkung der Redaktion
Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

