Ausstellung: „Desperate Housewives – Künstlerinnen räumen auf“

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Würzburg erleben

11. Juni 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Die Rolle der Frau

Die Frau und ihre Rolle in Haus und Haushalt – dieses eigentlich ganz private Thema wurde im 20. Jahrhundert zum öffentlichen Schauplatz ideologischer Grabenkämpfe: das altbackene Heimchen am Herd versus die moderne berufstätige Familienmanagerin. Wie definieren und bewerten wir heute diese Rollen und Rollenbilder, wo der Begriff Hausfrau aus dem Sprachgebrauch verschwunden scheint, Frauen selbstverständlich berufstätig sind und Privates und Öffentliches immer schwieriger voneinander abzugrenzen ist?

Desperate Housewives

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen berührt nicht nur die eigene Identität, sondern auch unser gesellschaftliches und kulturelles Selbstverständnis. In der Ausstellung „Desperate Housewives –Künstlerinnen räumen auf“ reflektieren Künstlerinnen das weibliche Verhältnis zum Haus. Ist es Gefängnis oder Freiraum? Ist Haushalt lästige Pflicht oder vielleicht auch Vergnügen? Die Ausstellung wird vom 20. Juni bis 20. September im Kulturspeicher zu besichtigen sein.

Nachdenklich, ironisch und provokant

„Verzweifelt Hausfrauen“ jedenfalls sind die Künstlerinnen dieser Ausstellung auf keinen Fall. Geboren zwischen 1936 und 1986 setzten sie sich nachdenklich, ironisch, provokant, kritisch, witzig aber auch versöhnlich mit diesem Thema auseinander. Zu sehen sind Videos, Installationen, Fotografien, Objekte und Gemälde von 28 internationalen Künstlerinnen um Mona Hatoum, Rosemarie Trockel, Pipilotti Rist und Andrea Zittel.

Inhalte der Ausstellung

Inge Mahn, Rosemarie Trockel, Anna Anders oder Caroline Streck machen in ihren Installationen und Bildern den alltäglichen Wahnsinn des immer Gleichen sichtbar, lassen Haushaltsaufgaben zum Spiel mutieren oder erzählen von der Ödnis bürgerlicher Aufgeräumtheit. Mona Hatoum verwandelt ein harmloses Küchengerät in ein bedrohliches Blow-up. Ori Levin und Maria Ezcurra zeigen, wie Frauen im eigenen Haushalt regelrecht verschwinden oder – so bei Pipilotti Rist und Ulrike Rosenbach – zu willenlosen, dienenden Objekten werden.

Katharina Mayer enttarnt kulturelle Stereotypen, Jutta Burkhardt ironisiert beim Tanz im Putzlappenkostüm den Sauberkeits- und Ordnungswahn und Andrea Isa setzt den Küchenfrauen der  Mensa ein fotografisches Denkmal. Rosa Loy und Gabriela Oberkofler erzählen in Bildern und Rauminstallationen vom Aufbruch aus dem Alltagsgefängnis und Diane Welke inszeniert aus Lebensmitteln und Einkaufszetteln fotografische Stillleben.

Während Anke Eilergerhard aus bestem Tafelgeschirr surreal-kitschige Skulpturen selbstbewusster Weiblichkeit kreiert, mutieren bei Astrid Bartels Haushaltsobjekte zu abstrakten Kunstwerken. Suscha Kortes böse Erziehungssprüche legen das bedrückende Familienklima vergangener Zeiten offen und Monika Bartholomés Zeichnungen umkreisen in überraschend witzig-ironischen Wendungen die Beziehungen zwischen Frau und Haus.

Begleitprogramm

  • Öffentliche Führungen: Zu den Ausstellungen jeden Sonn- und Feiertag um 11.15 Uhr, Buchung von Gruppenführungen telefonisch unter: 0931-322 250 oder 0931- 372 650
  • Kuratorenführung: Donnerstag, 9. Juli, um 17.30 Uhr durch Dr. Martina Padberg
  • Kreativführung: Dienstag, 11. August, von 14–16.30 Uhr, Führung von Nadja Schamberger für Jugendliche und Erwachsene mit praktischem Schwerpunkt
  • Tanzperformance: Sonntag, 19. Juli, um 15 Uhr »Squeak and bubble, toil and trouble?« von AndraLaDanza (Achtung: begrenzte Plätze)
  • „Das Museum haut auf den Putz“Samstag, 27. Juni, von 19–1 Uhr Lange Kulturspeichernacht mit einem abwechslungsreichen Programm aus Tanz, Performance, Vorträgen und Musik

Dieser Artikel beruht auf Informationen des Museums im Kulturspeicher Würzburg

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