SPD greift Meinungsfreiheit auf „Würzburg erleben“ an
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Würzburg erleben
8. Juli 2015

Symbolbild Würzburg
Meinungs- und Pressefreiheit
Presse- und Meinungsfreiheit sind eine der höchsten Güter unserer Gesellschaft. Diese sind in Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt. Mit Meinungen, seien sie noch so unliebsam, muss man sich also im Rahmen der Gesetze auseinandersetzen, sie unterdrücken zu wollen, ist in Zeiten von Social Media keine Option, sondern Zensur. Dass gerade die Stadtratsfraktion der Würzburger SPD anstelle eines direkten Dialogs mit der Redaktion von Würzburg erleben, unsere Werbepartner zum Boykott und Abbruch der Zusammenarbeit mit aufruft, ist eine gefährliche Grenzüberschreitung und Anlass zur Empörung.
SPD passen Fan-Kommentare nicht
Die Main Post berichtet seit gestern über ein Schreiben der SPD-Stadtratsfraktion, das an einen wichtigen und langjährigen Werbepartner von Würzburg erleben ging. Darin kritisiert Fraktionsvorsitzender Alexander Kolbow pauschal die Art unserer Berichterstattung als „reißerisch und polarisierend“. Der 36-Jährige geht noch weiter, wenn er die Meinungsäußerung der Fans wie folgt bewertet: „Das Ergebnis sind Kommentare der Leser, die oft menschenverachtend, fremdenfeindlich oder diskriminierend sind“. Belege führt er im Schreiben nicht an. Kolbow schließt mit der Forderung „alle Zahlungen an Würzburg erleben schnellstmöglich zu stoppen und in Zukunft auch nicht fortzuführen“.
Direkter Dialog wird abgelehnt
Würzburg erleben stellt sich sachlicher, offener Kritik. In der Vergangenheit haben wir viele Anregungen von Lesen und Nutzern übernommen, so z. B. die genaue Quellenangabe zu jedem Artikel, die strikte Kennzeichnung von Werbung, die schnelle Korrektur von Fehlern. Die Arbeit der Redaktion wird besser, das Team wächst, es wird professioneller. Aus einem Start-up entwickelt sich ein junges Medienunternehmen. Die SPD-Fraktion sucht leider nicht diesen Weg des konstruktiven Austauschs. Anstelle eines direkten Dialogs entschied sich die gesamte SPD-Fraktion um Alexander Kolbow, Laura Wallner, Jojo Schulz und Homaira Mansuri für den inoffiziellen Weg: hinter dem Rücken, einen Werbepartner politisch unter Druck zu setzen.
Nachdem unsere Redaktion Kenntnis von dem Schreiben erhalten hat, haben wurde schriftlich ein Gesprächsangebot an die SPD-Fraktion gerichtet. Leider wurde auch dieses abermals abgelehnt, so dass der Weg in die Öffentlichkeit und eine nun juristische Auseinandersetzung nicht zu vermeiden war.
Diskussion und Provokation
Artikel-Überschriften und sogenannte Teasertexte auf der Facebook-Seite Würzburg erleben sind manchmal überspitzt und provozieren gerne eine kontroverse Diskussion. Sicherlich lag das jetzt 9-köpfige Redaktionsteam in der nunmehr 6-jährigen Geschichte auch einmal daneben, vergriff sich im Ton und machte Fehler.Doch dank kritischer Beobachtung der „Fans“ wurde das junge Medium stets auf Missstände und Verbesserungen direkt oder indirekt hingewiesen. Diesen offenen Schlagabtausch mit Kritiken wurde nicht nur geschätzt, sondern prägte über die letzten Jahren auch die Weiterentwicklung der Arbeitsweise von „Würzburg erleben“ und sicherlich auch die Attraktivität: bei keinem Würzburger Medium ist dies so demokratisch möglich.
Verantwortung der Kommentare
Letztes Jahr hat Würzburg erleben seine Arbeitsweise und die Bearbeitung der Kommentare dem Ombudsrat vorgestellt. Grundlage der bis zu zehn verschiedenen Moderatoren bei uns im Team bietet die Nettiquette von Würzburg erleben. Gerade bei kritischen Themen sitzen mehrere Redaktionsmitglieder und prüfen jeden Kommentar und wägen zwischen freier Meinungsäußerung, dem Bedarf nach Moderation, Löschen von Beiträgen oder gar Verbannen von Nutzern auf der Plattform ab. Die Verantwortung ist groß, doch sind dies die Herausforderungen, wie sie jedes Medium auf Facebook meistern muss.
Zukunft von Würzburg erleben
In Zeiten von Social Media sind nicht nur die Medien, sondern auch die Meinungs- und Pressefreiheit in einem stetigen Wandel, aber am Selbstverständnis einer der höchsten Güter unserer Gesellschaft sollte das nichts ändern. Auch in Zukunft wird sich Würzburg erleben keiner Person oder Gruppe verschließen, Kritik stets als Aufruf zur Verbesserung der Arbeit aufnehmen und einen „Journalismus 2.0“ mit den Nutzern gemeinsam entwickeln – den Zuwachs auf fast 70.000 Fans stimmt uns positiv, das wir auf keinem ganz falschen Weg liegen.
Stellungnahmen verschiedener Stadtratsfraktionen zum Thema lest Ihr hier.

