First Pug: Würzburg ist Sophies große Liebe
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Würzburg erleben
18. August 2015

Symbolbild Würzburg
Ein Gastbeitrag von Sophie
Bloggerin Sophie über „Würzburgchen“
„Was war das denn für ein Wetter die letzten Tage? Unglaublich. Für unsere Mentalität gibt es einfach kein perfektes Wetter. Es ist zu heiß oder zu kalt und nichts dazwischen. Nörgeln macht Spaß. Und was tut man bei so hohen Temperaturen? Richtig, eigentlich wie ein Faultier im Schatten liegen und Cocktails aus einer Kokosnuss mit Schirmchen schlürfen. Ich lag leider nicht im Schatten, hatte aber trotzdem eine wunderbare Zeit in Würzburg. Ich kenne die Stadt schon seit gefühlt immer, aber erst jetzt merke ich mehr und mehr wie schön es dort eigentlich ist…“
Diesmal stellen wir Euch Bloggerin Sophie vor! Sie ist 21 Jahre alt, lebt in Frankfurt und ist verliebt in ihren Mops Emil, Macarons, Make-Up und Reisen. First Pug ist ihr persönlicher Blog über das schöne Leben. Für Würzburg erleben schildert sie jetzt Ihre Beziehung zu „Würzburgchen“:
Würzburg war so attraktiv
Als ich noch Schülerin war und das Gymnasium besuchte, träumte ich immer davon einmal in Würzburg zu studieren. Würzburg war so unglaublich attraktiv. Während man in meinem Heimatort hauptsächlich in Supermärkten shoppte, bot sich uns in Würzburg eine Vielfalt an Läden, die wir so nicht kannten. Dort konnte man sich so richtig in den finanziellen Ruin shoppen. Den perfekten ich-werfe-alles-Geld-aus-dem-Fenster-Tag beendete man meist mit einem Gläschen Wein am Main, um zu verdrängen, dass der Geldbeutel nun leerer war als die Fußgängerzone in meiner Heimatstadt.
Neue Erfahrungen und Abenteuer
Ich stellte mir vor, dass studieren in Würzburg wie ein ewiger Shopping-Samstag sei. Irgendwann später wurde ich größenwahnsinnig. Inzwischen kannte ich Würzburg wie meine Westentasche. Der Mensch, zumindest ich, strebt nach neuen Erfahrungen und Abenteuern. Deswegen bin ich vor einem Jahr nach Frankfurt gezogen. Da kann man sich nämlich noch „toter“ shoppen. Das machte auf mich einen ziemlich betörenden Eindruck, noch betörender als der Duft des fränkischen Weißweines. Frankfurt ist so kosmopolitisch und hip. Hier gibt es U-Bahnen, einen Flughafen, Starbucks, Hochhäuser und sogar eine 1. Liga Fußballmannschaft.
Glanz und Glorie verloren
Ich vergleiche Dinge gerne mit Beziehungen. Darüber lässt sich sagen: Frankfurt und ich führen eine Beziehung wie sie im Bilderbuche steht. Am Anfang war es das pure verliebt sein. Es war die reine Perfektion mit Schmetterlingen garniert. Alles war schillernd in der Anlaufphase. Doch, wie das so ist, die Realität holte uns nach einer Weile ein. Der jeweils andere wurde irgendwie selbstverständlich und verlor an Glanz und Glorie. Was folgte, war Langeweile garniert mit Schweigen. Dazu kam das typische „sich nur noch in die Haare kriegen“.
- Ich fange mal an ein paar Streitpunkte aufzuzählen:
- Ich hasse es abgrundtief U-Bahn zu fahren
- Feierabendbier auf der Dachterrasse im 15. Stock ist nicht drin, weil ich richtig miese Höhenangst habe
- Starbucks passt nur 2x monatlich ins Gehalt
- Fußball interessiert mich doch nicht (abgesehen davon, dass Trapp (der ehemalige Eintracht-Torwart) höllisch gut aussieht und man ihn manchmal in der Stadt trifft)
Was sich liebt, das neckt sich
Klar, Frankfurt und ich können daran arbeiten und das versuchen wir auch wirklich. Aber ab und zu kann ich nicht anders und wage einen Seitensprung. Da muss ich zurück nach Würzburg und es heißt: Residenz gegen Hochhaus, fränkischer Dialekt gegen den Hessischen, Apfelwein-Plörre gegen „richtigen“ Wein und Gemütlichkeit. Mich tröstet, dass immerhin beide Städte am Main liegen. Das klingt jetzt alles ganz, ganz schlimm. Es ist eben eine Krise, die so schnell sie kommt, auch wieder verschwindet. Wer weiß? Vielleicht heiraten wir auch irgendwann und ich bleibe für immer. Was sich liebt, das neckt sich. Aber Würzburgchen, wie ich es liebevoll nenne, ist und bleibt meine erste große Liebe. Und die ist eben anders. Über die kommt man nie zu 100 Prozent hinweg.

