„Job-Paradies“ Schweinfurt: Die Stadt im Vergleich

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11. September 2015

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Symbolbild Schweinfurt

Kluft zwischen arm und reich

Eine exklusive Studie untersuchte Haushalte aller 398 kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland, darunter auch Schweinfurt. Wie das FOCUS-Magazin berichtete, zeigte die Studie deutlich, dass die Kluft zwischen wohlhabenden und finanzschwachen Kommunen wächst. Das Magazin zog als exemplarischen Vergleich die Stadt Schweinfurt mit der höchsten Job-Dichte und das stark verschuldete Oberhausen in Ruhrgebiet heran.

Die Studie „Kommunaler Finanzreport“ der Gütersloher Bertelsmann Stiftung kam zu dem Ergebnis, dass die kreisfreien Städte und Landkreise zwar zum dritten Mal in Folge einen Überschuss von 240 Millionen Euro 2014 erwirtschafteten, ein Viertel der Kommunen aber tief in den Schulden steckt – So auch die „Schuldenhochburg“ Oberhausen mit 1,9 Milliarden Schulden.

Oberhausen vs. Schweinfurt

Die kreisfreie Großstadt und Mittelzentrum des westlichen Ruhrgebietes teilt, so schreibt der FOCUS, das Schicksal vieler Gemeinden im Ruhrgebiet. Denn Mit dem Niedergang von Steinkohlebergwerke stiegen Arbeitslosigkeit und Sozialkosten in der früheren Eisen- und Stahlstadt. Heute ist Oberhausen mit 1,9 Milliarden Euro Schulden stark verschuldet.

Ganz anders sieht es dagegen in der unterfränkischen Industriehochburg aus: Schweinfurt hat insgesamt 38 Millionen Rücklagen auf dem Konto und weist deutschlandweit die höchste Job-Dichte auf. Die Stadt gilt als Zentrum der Wälzlagerindustrie. Aber was macht die Wälzlager aus Schweinfurt eigentlich so besonders?

Zentrum der Wälzlagerindustrie

Wälzlager sind im Prinzip simple Bauteile, die aus ein paar Rollen, zwei Metallringen und einer Halterung bestehen. Nirgendwo auf der Welt würde man laut FOCUS die Wälzlager so präzise hin bekommen wie in Schweinfurt. Dank des internationalen Exports aus der Stadt fahren täglich die Fahrstühle des Eiffelturms und die U-Bahn in Hongkong. Auch das Space Shuttle der Amerikaner wäre ohne die Wälzlager aus Unterfranken nie abgehoben. Schweinfurt beweist damit: Manchmal reicht eine gute Idee, wie die Wälzlager um eine Stadt reich zu machen. Mit 53 000 Einwohnern und 55 000 Arbeitsplätzen weist Schweinfurt heute die höchste Jobdichte in Deutschland auf.

„Schweinfurt hat das Geld, Oberhausen die Probleme“

„Schweinfurt hat das Geld, Oberhausen die Probleme“, so schreibt der FOCUS über die beiden Städte als bestes Beispiel für die Kluft zwischen armen und reichen Städten in Deutschland. In Bayern seien laut des Magazins nur wenige Städte verschuldet, viele Personen arbeiten Vollzeit mit sehr guten Zukunftsperspektiven. Die Pleitestädte in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland würden dagegen nur noch das Allernotwendigste leisten. Der Überschuss der bayerischen Kommunen sei sogar so groß, dass er ganze Bundesgebiete ins Plus hieven könne, so der FOCUS.

Raus aus der Industriekrise

Schweinfurt ging es allerdings nicht immer so gut. Anfang der 1990er-Jahre geriet die Wälzlagerindustrie in eine schwere Krise, die die Stadt um ein Haar arm gemacht hätte. Durch den Verlust von rund 10.000 Arbeitsstellen rutschte Schweinfurt auf das Niveau ostdeutscher Städte wie beispielsweise Rostock ab. Wie der FOCUS berichtet, akzeptierte die Stadt einen solchen Niedergang allerdings nicht. Unternehmen wurden in die Stadt gelockt, und neue Industrie- und Gewerbeflächen wurden ausgewiesen. Es entstanden bis 2008 4500 neue Industriearbeitsplätze sowie zusätzlich knapp 6000 Jobs im Dienstleistungsbereich.

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