Nie mehr Fotos von der Festung?

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Würzburg erleben

16. September 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Eine Kamera, die nicht alles fotografiert

Die Freiheitsstatue, der Time Square oder die Würzburger Residenz: Diese typischen Sehenswürdigkeiten sind bereits millionenfach abgelichtet worden. Fast jedes Fotoalbum wird von Bildern geschmückt, auf denen Mutti vor einem bekannten Bauwerk fröhlich in die Kamera lächelt. Philipp Schmitt, ursprünglich aus der Nähe von Würzburg, hat nun eine Kamera entwickelt, die derart unoriginelle Fotos nicht mehr zulässt. An Orten, an denen schon abermals fotografiert wurde schaltet sich die Camera Restricta einfach ab. Auch wenn die Kamera wohl keinem nützt zeigt sie, wie Technik überwachen kann.

Zensur durch Technik

Die eigensinnige Kamera ist von einem Studenten für Interaktionsgestaltung in Schwäbisch-Gmünd erfunden worden. Der in der Nähe des Heilig-Kreuz-Münsters wohnhafte Philipp Schmitt sieht täglich Touristen, die sich um den Brunnen vor dem Münster scharren und ihn ausgiebig knipsen. Mit der Zeit kamen dem Studenten die Gedanken, dass der Brunnen mittlerweile oft genug, bzw. vielleicht schon zu oft auf einem Lichtbild festgehalten wurde. Diese Beobachtung war die Geburtsstunde der Camera Restricta, die alles vor ihrer Linse selektiert.

Das Prinzip dahinter

Der Fotoapparat ermittelt per GPS-Daten seinen Aufenthaltsort und eine Web-App durchsucht permanent diverse Fotoplattformen nach Aufnahmen, die entsprechend ihrer Geodaten im Umfeld von 35 x35 Metern bereits abgelichtet wurden.  Der Fotoapparat tickt um so lauter, je mehr Bilder gefunden werden. Irgendwann erscheint ein „Nein“ auf dem Display und die Kamera fährt den Auslöser ein. Die Camera Restricta zeigt dem Benuzter auf der anderen Seite auch an, ob von einem Platz bereits ein Foto auf Flickr oder Panorami existiert. In Technik und Konzeption hat die Kamera viele Schwachstellen. Gedacht ist die Kamera auch nicht zum freien Verkauf, sondern ist als Kunstprojekt, Idee und Denkanschub anzusehen. Der Prototyp der Camera Restricta ist nicht durchgängig funktionsfähig, so lassen sich momentan keine Bilder mit ihr machen. Beispielsweise fehlt der Sensor und die Optik lässt in ihrer Funktionsweise zu wünschen übrig.

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