Das Geld bleibt in Mainfranken
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Würzburg erleben
21. September 2015

Symbolbild Würzburg
Mainfränkische Standorte attraktiv für den Einzelhandel
Die Mainfranken verfügen 2015 über eine allgemeine Kaufkraft von 19,89 Milliarden Euro. Vom verfügbaren Nettoeinkommen werden die Menschen in der Region voraussichtlich knapp sechs Milliarden Euro für Produkte im Einzelhandel ausgeben. Das sind Ergebnisse der Studie „Kaufkraft, Umsatz und Zentralität – Kennzahlen für den Einzelhandel in Mainfranken 2015“ der IHK Würzburg-Schweinfurt auf Basis von Berechnungen der Michael Bauer Research GmbH.
Kaufkraft variiert von Landkreis zu Landkreis
„Das einzelhandelsrelevante Konsumpotenzial variiert stark von Region zu Region. Unterschiede gibt es nicht nur zwischen dem Westen und Osten Mainfrankens auf Landkreisebene, sondern auch innerhalb der Landkreise selbst.“, berichtet Matthias Pusch, IHK-Referent für Regionalentwicklung. „Das meiste Geld für Einkäufe im Einzelhandel haben mit 8.347 Euro pro Person die Einwohner der Gemeinde Markt Einersheim zur Verfügung. Ochsenfurt und Markt Höchberg folgen mit 7.349 bzw. 7.225 Euro pro Einwohner.“, so der IHK-Experte. Insgesamt liegen 58 Gemeinden im IHK-Bezirk über dem Bundesdurchschnitt (6.459 Euro pro Einwohner) und 14 Gemeinden über dem bayerischen Durchschnitt (6.809 Euro pro Einwohner).
Eine etwas andere Perspektive zeigt sich bei Betrachtung der Landkreise und kreisfreien Städte: Hier liegt die kreisfreie Stadt Würzburg mit 6.680 Euro pro Einwohner vor dem Landkreis Würzburg (6.601 Euro pro Einwohner). Deutlich weniger Geld können die Einwohner in den Landkreisen Rhön-Grabfeld (6.156 Euro) und Haßberge (6.145 Euro) ausgeben.
Mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz
Für das Jahr 2015 prognostiziert die Michael Bauer Research GmbH einen mainfränkischen Einzelhandelsumsatz von 5,24 Milliarden Euro. Der mit Abstand höchste Einzelhandelsumsatz wird für die Stadt Würzburg mit mehr als 1,31 Milliarden Euro erwartet. Die Stadt Schweinfurt kann mit rund der Hälfte des Würzburger Umsatzes im Einzelhandel rechnen. Auf dem dritten
Platz folgt Bad Kissingen mit knapp über 200 Millionen Euro.
Nicht nur Oberzentren, sondern auch Mittelzentren sind beliebt zum Einkaufen und ziehen Kaufkraft aus dem Umland an. Als Maß für die Attraktivität eines Standortes als Einkaufsort wird die Zentralitätskennziffer herangezogen, erklärt Pusch. „Gemeinden mit hoher Einkaufsattraktivität weisen Zentralitätskennziffern über 100 aus, da sie mehr einzelhandelsrelevante Kaufkraft anderer Gebiete an sich binden, als sie eigene Kaufkraft an andere Regionen abgeben.“
Haßfurt: regionaler Spitzenreiter
Regionaler Spitzenreiter ist die Stadt Haßfurt mit einem Indexwert von 239,7 Punkten, gefolgt von Bad Neustadt a. d. Saale mit einem Index von 227,0 Punkten. Das bedeutet, dass der Kaufkraftzufluss dort deutlich höher ist, als der dort lebenden Bevölkerung für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung steht. Der Grund hierfür ist zum einen die Versorgungsfunktion der Stadt für das Umland und zum anderen der großflächige Einzelhandel im Stadtgebiet. Bis auf Werneck und Karlstadt liegen alle übrigen mainfränkischen Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern hinsichtlich der Einzelhandelszentralität über dem Bundesschnitt (100 Punkte).
Würzburg auch überdurchschnittlich
Die beiden Oberzentren Würzburg (175,6 Punkte) und Schweinfurt (222,9 Punkte) liegen ebenfalls signifikant über dem Durchschnitt. Zudem sind die Stadt-Umland-Verflechtungen deutlich zu erkennen. „Der Landkreis Würzburg weist nur eine Einzelhandelszentralität von 61,0 Punkten auf. Der Landkreis Schweinfurt kommt auf 57,7 Punkte.“, verdeutlicht Pusch. Der weiter von den Oberzentren entfernte Landkreis Rhön-Grabfeld mit dem Mittelzentrum Bad Neustadt a. d. Saale hingegen kommt auf einen Index von 93,9.
Mittel- und Oberzentren bündeln Kaufkraft
Die neueste IHK-Auswertung stellt heraus, dass die mainfränkischen Mittel- und Oberzentren weiterhin die Kaufkraft bündeln. Außerdem wird deutlich, welchen Einfluss großflächiger Einzelhandel auf die Kundenströme hat. Dieser generiert meist eine Sog- und Magnetwirkung, so dass der Umsatz entsprechend hoch ist. Das sorgt folglich auch für einen hohen Einzelhandelszentralitätswert.
Die Auswertung der IHK dient Unternehmern, Investoren sowie Politikern als Überblick über standortbezogene einzelhandelsrelevante Kennzahlen wie Kaufkraft, Umsatz am „point of sale“ (Einzelhandelsumsatz am Ort des Verkaufs) und die Einzelhandelszentralität. Sie konzentriert sich neben den beiden Oberzentren auf die sieben mainfränkischen Landkreise sowie auf Gemeinden ab 10.000 Einwohnern. Die Studie steht als Download auf der Internetseite der IHK zur Verfügung unter
www.wuerzburg.ihk.de/publikationen.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

