Seit fast 50 Jahren hebt „Würzburg“ mit Lufthansa ab

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Würzburg erleben

5. Oktober 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Airbus A321-100 europaweit unterwegs

Es ist fast 50 Jahre her: Am 30. März 1967 wurde eine Lufthansa-Boeing 727-030 auf den Namen der Stadt Würzburg getauft. Die feierliche Taufzeremonie fand auf dem Flughafen Nürnberg statt. Taufpatin war Elisabeth Zimmerer, die Gattin des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg, Dr. Helmuth Zimmerer.

„Romeo-Uniform“

Die erste „Würzburg“ (Kennzeichen D-ABIX) versah bis Sommer 1979 den Dienst in der Lufthansa-Flotte. Ihr folgte ab September 1981 – Dezember 1996 eine Boeing 737-230 (Kennzeichen D-ABFC). Am 13. November 1997 wechselte die Patenschaft mit Würzburg erstmals auf Airbus: eine A321-100 mit der Kennung D-AIRU fliegt seitdem als Botschafter der unterfränkischen Stadt zu Zielen in ganz Europa. Die täglich wechselnden Crews kennen die „Würzburg“ eher unter dem Namen „Romeo-Uniform“, also die letzten beiden Buchstaben der Registrierung nach dem internationalen Fliegeralphabet buchstabiert.

Etwa 33.100 Flüge

Rund 43.000 Flugstunden hat die aktuelle „Würzburg“ bereits absolviert und war auf rund 33.100 Flügen für Lufthansa unterwegs. Aktuell pendelt die „D-AIRU“ von ihrer Heimatbasis Frankfurt nach Rom, Helsinki, Vilnius, Riga, Wien, Barcelona, Venedig, Nizza, Budapest, Stockholm, Istanbul, London, Rom, Warschau, Madrid und Oslo.

Die aktuelle „Würzburg“ – ein Airbus A321-100 – ist knapp 45 Meter lang. Die Maschine hat eine Spannweite von rund 34 Metern und Platz für bis zu 196 Passagiere. Das Flugzeug besitzt eine Zwei-Klassen-Konfiguration und ist mit einer Business Class und einer Economy Class ausgestattet. Bei einem maximalen Startgewicht von fast 89 Tonnen und einer Reisegeschwindigkeit von 840 km/h fliegt die „Würzburg“ bis zu 4.350 Kilometer weit.

Tradition der Taufpatenschaften bei Lufthansa

Die Tradition, Flugzeuge der Lufthansa mit den Namen deutscher Bundesländer und Städte zu versehen, geht auf den September 1960 zurück. Damals gab es in Frankfurt die erste Flugzeugtaufe, als die „Kranichlinie“ ihren allerersten Langstrecken-Jet, die damals moderne Boeing 707, in Dienst stellte. Der vierstrahlige Jet erhielt den Namen „Berlin“. Taufpate war der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Seither wurden rund 300 Lufthansa Flugzeuge auf den Namen deutscher Städte und Gemeinden getauft. Auch sämtliche Bundesländer und einige internationale Namen finden sich in der Kranich- Flotte.

Fliegende Botschafter

Am Anfang der Taufpatenschaften stand für Lufthansa der Gedanke, die Verbundenheit zum Heimatstandort Deutschland jenseits der großen Drehkreuze und Standorte auch in die Regionen tragen, woher ein Großteil der Lufthansa Passagiere und Mitarbeiter kommt. Die getauften Flugzeuge sind fliegende Botschafter ihrer Heimat und tragen deren Namen buchstäblich in alle Welt.

Große Warteliste

Dass eine solche Patenschaft nach wie vor noch ein begehrtes Gut ist, zeigt ein Blick auf die beachtliche Warteliste interessierter Städte. Bei der Vergabe orientiert sich Lufthansa an der historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des betreffenden Ortes. Auch Städte, die in besonderer Weise mit der Luftfahrt oder der Lufthansa verbunden sind, finden Berücksichtigung. Die Größe der Stadt spielt dagegen keine Rolle. Allerdings wird bei der Vergabe im Allgemeinen darauf geachtet, dass die Einwohnerzahl der relativen Größe des Flugzeugmusters entspricht. Neben dem Namen der Patenstadt am Bug des Flugzeugs wird auch deren Stadtwappen im Eingangsbereich der Kabine angebracht.

Taufpatenschaften als Spiegel der Zeit

Die Namensgebungen sind durchaus ein Spiegel der Zeit. So markierten die ersten Taufen gleichzeitig den Start der Lufthansa ins Jet-Zeitalter. Mit der „Berlin“ und der nur wenige Minuten danach getauften „Frankfurt am Main“ wurden die ersten beiden, damals hoch modernen, Boeing 707 eingeführt. Nach dem Fall der Mauer erweiterte sich die Flotte der nach Bundesländern getauften Maschinen von elf auf 16 und rasch fanden auch ostdeutsche Gemeinden Einzug ins Namensregister, sichtbarer Beleg der deutschen Einheit.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Lufthansa AG. 

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