Gastbeitrag: Krebskranke Kinder auf der Rennstrecke

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Würzburg erleben

7. Oktober 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Gastbeitrag von Sascha Schoder (Rennfahrer)

Die „kleinen Helden“ der Station Regenbogen

Am vergangenen Wochenende traf sich die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) zu ihrem Saisonfinale in Hockenheim. Bei strahlendem Sonnenschein und vollen Tribünen sollten in sechs Klassen der höchsten deutschen Motorrad-Rennserie rund 200 Rennfahrer mit ihren Bikes und Gespannen noch ein letztes Mal vor der Winterpause Vollgas geben.

Für die Männer und Frauen der SUZUKI GSXR 750 Challenge ging es jedoch dieses Wochenende um mehr als nur qualmende Reifen und röhrende Auspufftöpfe. In enger Zusammenarbeit mit den IDM-Promotern war es Peter Bales, Chef von PB-Motorsport-Events, gelungen, einigen Kids ein ganz besonderes Wochenende zu ermöglichen.

So begab es sich am Sonntagmorgen, dass eine wahre Kolonne an Minivans der Malteser aus Würzburg mit zehn Ehrenamtlichen mitten im Fahrerlager stand. Drinnen saßen unsere „kleinen Helden“, wie sie auch mehrfach vom Streckensprecher ausgerufen wurden, und unsere etwas „größeren Helden“, die ihren Sonntag zugunsten der Kids mit uns verbrachten und die Busse steuerten. Soviel vorweg: Diese von besonderer Nächstenliebe gekennzeichnete Aktion wäre ohne die selbstlose Hilfe von Lorenz Böck der Malteser aus Würzburg schon im Ansatz gescheitert und hätte somit einen tiefen Krater im Herzen unserer „kleinen Helden“ hinterlassen. Danke für diese schnelle und unbürokratische Unterstützung. Die gesamte Suzukifamilie und das Team verneigen sich vor euch!

„Strahlende Augen, lächelnde Gesichter, Sprachlosigkeit – die Erste“

Sprung zurück. Die Spannung der ca. 30 Kids und ihren Eltern konnte man förmlich sehen, als die Vans zum Stehen kamen. Die Herzen klopften so laut, dass selbst das Dröhnen der Motoren kurzzeitig zu verstummen schien, als die Schiebetüren mit einem Schwung der Euphorie in die Endanschläge knallten. Strahlende Augen, lächelnde Gesichter, Sprachlosigkeit die Erste.

Caps auf, VIP-T-Shirt übergestreift, Fahne gegriffen und schon ging es mit unseren Ladies auf die große Tribüne vor der Sachskurve. Eigentlich sollten sich die Helden kurz akklimatisieren, aber das Gegenteil war die Folge. Die SUZUKI GSXR 750 Challenge fuhr gerade ihr erstes Rennen des Wochenendes und die Kleinen fingen schneller Feuer als ein Tannenbaum in der Weihnachtszeit. Vorläufiger Höhepunkt: Nach dem Rennen stoppten die Fahrer vor ihren neugewonnenen Fans auf der eigens abgesperrten Tribüne und ließen sich gebührend feiern – was für ein Gänsehautgefühl. Voll mit Adrenalin von 15 Runden Hochleistungssport stehst du vor den Rängen und die inzwischen zu kleinen Superhelden avancierten Kids feiern, als gäbe es kein Morgen. Erster oder Letzter? Who cares!

„Strahlende Gesichter – die Zweite“

Danach ging es direkt in die große Suzukizeltstadt, wo die nächste Überraschung wartete. Für alle gab es kuschelige Teddybären und als i-Tüpfelchen gab es noch eine kleine Tüte Weingummi. Strahlende Gesichter die Zweite.

Inzwischen waren die Rennfahrer eingetroffen, Peter Bales stellte kurz das Programm vor und ehe er sich versah, waren Fahrer, Superhelden und Eltern ein riesiges gut gelauntes Menschenknäuel, das nach kurzer Begrüßung in alle Himmelsrichtungen entschwand. Fahrerlager, Boxengasse, Boxen und sogar die Startaufstellung standen für eine erste Expedition zur Auswahl. Keine fünf Meter konnte man laufen, ohne dass irgendwo ein Fahrer oder Mechaniker von einem Superhelden umhergezerrt wurde. Teilweise offenbarten sich einige Löcher im Bauch vom vielen Fragen – traumhaft. Fotos wurden geschossen, die Zeit verging wahrhaft wie im Fluge.

„Offene Münder – die Dritte“

Währenddessen konnten die eifrigen Malteser rund um Lorenz Böck kurz verschnaufen, sich in der Suzukihospitality verköstigen lassen und ihren Mut sammeln, denn es sollte noch wild werden. Da die Suzukifamilie nicht die wäre, die sie ist, wenn sie wäre, wie alle anderen. Daher konnte es das natürlich noch nicht gewesen sein. 12:45 Uhr: Das nächste Highlight wartete. In den auf den ersten Blick eher nüchtern wirkenden Minivans aufsitzen, anschnallen, looooosss. Um 12:50 Uhr sprang die Ampel über Start-Ziel auf Grün für eine Runde auf der Rennstrecke. Begleitet von 50 Rennfahrern in kompletter Montur ging es auf eine Besichtigungsrunde über den Hockenheimring. Offene Münder, Blitzlichtgewitter, Partybusse die Dritte.

„Freude Pur – die Vierte“

Doch erst jetzt sollten die Superhelden der Würzburger Station Regenbogen ihr wirkliches Highlight erleben. Als wäre alles nicht schon irre genug gewesen, stehen in der Zeltstadt plötzlich die beiden zur Verfügung gestellten Rennmotorräder. Und drumherum? Alles voll mit Geschenken, sollten Weihnachten und Geburtstag 2015 auf DIESEM Sonntag LIEGEN? So schien es zumindest, als Klaus Tragesser, Bankdirektor mit Herz, die Superhelden noch einmal herzlich begrüßte und dabei keinen Zweifel daran ließ, dass er diese Aktion auch im nächsten Jahr wieder nach Kräften unterstützen werde – Danke dafür.
Ohne seine Hilfe wäre dieser Geschenkeberg wahrscheinlich etwas kleiner ausgefallen, aber so konnte jedem sein ganz individueller Wunsch erfüllt werden.

Auch dabei war Tuff-Enuff-Rider Kay Metzi aus Hamburg, der alleine schon über 2000€ in den Topf einzahlte, um eines der beiden Bikes dreimal für sich zu ersteigern und damit in der neuen SUZUKI Gladius Trophy Rennen fahren zu können. Daumen hoch auch für Kay, der trotz Knie-OP nicht lange fackelte und ein paar Geschenke übergab. Die Wünsche reichten von Lego über Fahrradhelm und Playmobil bis hin zu einem Skateboard. Alles war da und teilweise kullerten hier und da ein paar Tränen, Tränen des Glücks, die auch uns Fahrer tief berührten. Freude pur die Vierte.

„Kranke Kids haben wir nicht gesehen, euphorische neugierige, lachende Superhelden“

Leider musste auch dieser Sonntag einmal zu Ende gehen. Genauso emotional wie die zahlreichen Highlights des Tages war dann auch der Abschied, ein letztes Foto vor den Vans und die Superhelden verabschiedeten sich nach Umarmungen und unzähligen High-5s winkend in die Busse. Hätten die Zwerge keine Ohren gehabt, hätten sie im Kreis gegrinst…und nicht nur sie!

Eine beispielhafte Aktion, die, gekennzeichnet von sozialer Verantwortung, für einen allerseits traumhaften Tag gesorgt hat, an dem es nur Gewinner gab. Kranke Kids haben wir nicht gesehen, euphorische neugierige, lachende Superhelden hatten wir zu Gast und das macht uns glücklich und stolz!!!

Ohne Lorenz Böck mit den Maltesern, Peter Bales und vielen weiteren Helfern und Sponsoren wäre das alles nicht möglich gewesen, alle Zahnräder griffen in Racingmanier reibungslos ineinander, einfach stark.
Wir senden Grüße an die Superhelden der Station Regenbogen und wünschen Euch alles erdenklich Gute. Wir sehen uns nächstes Jahr zum Finale!

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an:redaktion@wuerzburgerleben.de.

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