Reichmannshausen: Hilfe, ich wohne in einem Funkloch
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Würzburg erleben
8. Oktober 2015

Symbolbild Schweinfurt
Einmal Steinzeit und zurück
Heutzutage gehören Smartphones und Internet zu unserem Alltag und sind für viele so unabdingbar wie die Dusche zu Hause. Wie ist es wenn Wifi und Handynetz in dem Ort, in dem man lebt nicht vorhanden sind? Wenn ein kurzer Anruf, eine WhatsApp-Nachricht oder E-Mails checken einfach nicht möglich ist.
Notfalls nicht mal Arztanruf möglich
In Reichmannshausen, ein 500 Seelen Ort der Großgemeinde Schonungen gehört dieses Steinzeit-Feeling zum täglichen Leben. Die Einwohner müssen um eine SMS zu schreiben den Rand des Sportplatzes aufsuchen und an Home Office ist hier schon gar nicht zu denken. Nachdem die Gemeinde nur knapp 500 Einwohner hat, möchten die Mobilfunkanbieter aus Kostengründen auch keine Funkmasten aufstellen. Zudem liegt Reichmannshausen in einer Senke, daher müssten gleich mehrere Masten aufgestellt werden, um übergreifenden Empfang zu garantieren. Dies lohne sich laut Vodafone, Telekom und Co nicht. Die Gemeinde versucht durch Unterschriftensammlungen, Protestaktionen und Medienauftritte Druck bei den Anbietern zu machen, bisher aber ohne Erfolg.
Auf Wohnraum sitzen bleiben
In Folge des Funklochs gibt es etliche leerstehende Wohnungen und freie Bauplätze. Wer möchte auch freiwillig in eine Gemeinde ohne Mobilfunkanbindung ziehen? Doch nicht nur Reichmannshausen ist von den großen Funklöchern betroffen, gleichzeitig auch Teile von Marktsteinach, Löffelsterz und Hausen. Momentan bleibt den Wifi-losen Haushalten nichts anderes übrig als für sich die Frage zu klären: Wie hat das Leben noch vor ein paar Jahren – ohne Handy und permanente Verfügbarkeit funktioniert?

