Neue Schulleitung des MGGW stellt sich vor

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Würzburg erleben

21. Oktober 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Frischer Wind

Seit August 2015 hat das Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg (MGGW) eine neue Schulleitung. Wir haben Martin Sachse-Weinert für Euch interviewt und herausgehört, dass er zu seiner Schulzeit nicht immer ein mustergültiger Einser-Schüler war.

Wie ist Ihr erster Eindruck vom Matthias-Grünewald-Gymnasium?

Mein erster Eindruck vom Matthias-Grünewald-Gymnasium erfolgte incognito: Ehe ich mich um die Stelle als Schulleiter beworben habe, besuchte ich mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter die Schule und schaute sie mir genau an, ohne dass jemand wusste, weshalb ich mich hier aufhielt. Aus der Tatsache, dass ich mich in der Folge tatsächlich beworben habe, können Sie ersehen, wie dieser erste Eindruck ausfiel – ein Eindruck, der sich in den ersten Monaten meiner Anwesenheit am Matthias-Grünewald-Gymnasium bestätigt und vertieft hat: Nicht nur das Gebäude ist absolut modern und auf der Höhe der (pädagogischen) Zeit, auch die Menschen, mit denen ich hier zusammenarbeiten darf, zeigen mir täglich, dass mein erster Eindruck sowie die Entscheidung richtig waren. Das Matthias-Grünewald-Gymnasium ist eine tolle Schule – beim ersten Eindruck und auch dauerhaft!

Dürfen wir mit Veränderungen in nächster Zeit rechnen?

Die Schule wurde in den vergangenen Monaten auf einen absolut modernen, den heutigen Anforderungen angemessenen und zukünftigen Erwartungen entsprechenden Stand gebracht. Dies dokumentierte auch der Festakt, der im vergangenen Schuljahr nach Abschluss aller Bauarbeiten zu Recht begangen wurde. So sind es in baulicher Hinsicht nur geringe Veränderungen, die derzeit sinnvoll erscheinen, beispielsweise die Ausstattung von – zunächst einigen – Klassenräumen mit sog. Whiteboards und entsprechendem digitalen Zubehör. In pädagogischer Hinsicht werden wir – als musisches Gymnasium – unter anderem die Vereinbarkeit von musikalischer bzw. künstlerischer (Hoch-)Begabung und schulischer Leistungsfähigkeit in den Mittelpunkt unserer Bemühungen stellen. Konkret geht es darum, jungen Menschen zum einen Unterstützung auf ihrem Weg zur Allgemeinen Hochschulreife zu geben, zum anderen aber die Möglichkeit für qualitätsvolle und begeisternde Freizeitangebote zu schaffen – wobei manch ein Talent seine musikalische Bildung bei uns nicht (mehr) als Freizeit begreift, so eifrig wird hier geübt. Künstlerische und schulische Leistung werden bei uns gefördert und gefordert.

Warum haben Sie sich gerade am MGGW beworben?

Ich denke, dies geht zum einen bereits aus meinen bisherigen Antworten hervor: Die Schule und die hier tätigen oder – wie im Fall der Eltern – hier mitwirkenden Personen haben mich überzeugt, dass unser Gymnasium die richtige Schule für mich ist. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass es auch die Stadt Würzburg und ihre nahe wie weitere Umgebung sind, die es meiner Familie und mir angetan haben. Wer könnte nicht begeistert sein von den umliegenden Weinbergen, vom Main, von den vielen kulturellen und kulinarischen Höhepunkten?

Waren Sie an Ihrer letzten Schule bereits als Schulleiter tätig?

Nein. Ich war zuvor am Münchner Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium als stellvertretender Schulleiter tätig.

Welche Intention führte bei Ihnen dazu, vom Lehrkörper in eine Schulleiterstellung überzugehen?

Zunächst begann ich meine schulische Laufbahn als Lehrer für Deutsch und Geschichte an einem oberbayerischen Gymnasium. Von dort wurde ich ins Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung berufen und war dort für acht Jahre u. a. für die Lehrplanentwicklung und für das Abitur im Fach Geschichte zuständig. Als ich den Wunsch äußerte, wieder an die Schule zurückzukehren, berief man mich stattdessen ins Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Dort war ich in der Folge u. a. für Leseförderung, Erhebungen an Schulen sowie Gremienarbeit im Rahmen der Kultusministerkonferenz zuständig. Während all dieser Zeit hat mich die Leidenschaft zu Unterrichten nicht verlassen: Ich sehe meine jetzige Position als Schulleiter als Möglichkeit, sowohl meine bisherigen Erfahrungen in der Verwaltungstätigkeit als auch meine Begeisterung für den Unterricht zu verbinden.

Was war das Schönste und Schlimmste, was Sie während Ihrer Lehrzeit an Schulen erlebt haben?

Der erste Teil der Frage wurde mir bereits von meinen Schülerinnen und Schülern gestellt. Die Antwort lautet: Wenn man am Ende eines Schuljahres von einer „pädagogisch herausfordernden“ Klasse gesagt bekommt, dass man etwas gelernt und Freude am Unterricht gehabt habe – das ist ein gutes Gefühl. Und das schlimmste Erlebnis? Für mich immer an vorderster Stelle stehen persönliche Tragödien. Wenn jemand am Gymnasium nicht reüssiert, dann zählt dies nicht zu den wirklich schlimmen Dingen im Leben, denn andere Schularten vermögen ebenso eine gute Bildungsarbeit zu leisten und für manch einen ist auch die berufliche Karriere ohne Studium sinnvoll. Wenn ich aber erlebe, wie manche Kinder unter familiären Krisen leiden, insbesondere auch unter den Begleiterscheinungen und Folgen einer Scheidung, dann fühle ich mich manchmal genötigt, den Eltern hier meine Meinung zu sagen und sie daran zu erinnern, dass ihre erste Fürsorgepflicht den Kindern gilt – weniger eigenen Interessen und Befindlichkeiten. Unsere Kinder sind das Wichtigste, ihnen muss all unser Streben und Trachten gelten. Und wem dies zu kompliziert ausgedrückt ist: Wenn wir im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler handeln – dann machen wir alles richtig.

Waren Sie in Ihrer eigenen Schulzeit ein guter Schüler?

Diese Frage hatte ich befürchtet und bin froh, dass sie erst zuletzt kommt: Vielleicht liest manch einer gar nicht bis zum Ende dieses Interviews? Ohne auf Details eingehen zu wollen, würde ich sagen, dass es durchaus vorteilhaft für eine Lehrkraft sein kann, selbst nicht nur brillante Ergebnisse erzielt zu haben: Man weiß dann, dass es nicht jeder Schülerin und nicht jedem Schüler leichtfällt, ein hervorragender Gymnasiast zu sein. Man muss nur wissen, ab wann es „d’rauf ankommt“ – und gegebenenfalls rechtzeitig mit dem Lernen beginnen. Ich hatte das Glück, dass ich auch durch äußere Einflüsse – wenn ich meine Eltern als solche bezeichnen darf – immer wieder dazu angehalten wurde, mich in der Schule zu engagieren. Lästig war dies manchmal, geschadet hat es nie.

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