Berufsausbildung zukunftssicher machen

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2. November 2015

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

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Für Jungendliche mit und ohne Fluchthintergrund

Anlässlich der veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen wirbt die DGB Jugend Nordbayern dafür, jetzt die Chance zu nutzen, die berufliche Ausbildung in Bayern zukunftssicher zu machen. „Das können wir erreichen mit einer Ausbildungsgarantie, guter Ausbildungsqualität und beruflichen Perspektiven für alle Jugendlichen in Bayern mit und ohne Fluchthintergrund“, sagt Claas Meyer, DGB Jugendsekretär in Nordbayern.

Nicht gegeneinander auszuspielen

Meyer warnt davor, Flüchtlinge und andere Jugendliche gegeneinander auszuspielen: „Heute wird wieder einmal deutlich, vor welchen Herausforderungen unsere Jugendlichen stehen, egal welcher Herkunft oder Nationalität sie sind. Der Übergang von der Schule in den Beruf ähnelt mit seiner Vielzahl unkoordinierter Bildungsgänge ohne Anschlussperspektive einem Dschungel. Das selektive Schulsystem setzt sich in der beruflichen Bildung fort.

Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit schlechteren oder niedrigeren Schulabschlüssen oder ‚multiplen Vermittlungshemmnissen‘ werden immer noch strukturell benachteiligt. Die Ausbildungsqualität in einigen Branchen ist unvermindert schlecht. So erklärt sich auch in diesem Jahr das Paradox der unvermindert großen Zahl unbesetzter Stellen und von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz.“

In Warteschleifen parken indiskutabel

Es ist für die DGB Jugend Nordbayern indiskutabel, die „nicht Ausbildungsreifen“ in Warteschleifen zu parken, die „Guten“ vernünftig auszubilden und die qualitativ schlechten Ausbildungsplätze notfalls mit Flüchtlingen zu besetzen. Meyer sagt ganz klar: „Es ist der falsche Weg, Standards im Hinblick auf Ausbildungsqualität oder Bezahlung abzusenken und Ausbildungen für bestimmte Gruppen zu verkürzen.“

Meyer erläutert weiter: „Unser Weg sind Perspektiven, und nicht Verschiebebahnhöfe. Schon lange vor der Herausforderung, die bei uns Schutz suchenden Menschen in schulische und berufliche Ausbildung zu integrieren, haben wir die Staatsregierung auf die Notwendigkeit hingewiesen, den Übergang von der Schule in den Beruf kohärent zu gestalten. Bayern braucht ein übergreifendes Konzept, nicht einzelne Leuchttürme. Durch die zu uns kommenden Flüchtlinge werden die Versäumnisse in diesem Bereich nun lediglich noch deutlicher.“

Zahlen in Schweinfurt (Stadt und Kreis) 2015

  • Die Zahl der gemeldeten BewerberInnen sinkt in der Stadt Schweinfurt von 480 in 2014 auf jetzt 462 . Im Kreis Schweinfurt sinkt die Zahl der BewerberInnen von 827 im Vergleichszeitraum 2014 auf jetzt 793.
  • Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in der Stadt Schweinfurt sinkt von 940 in 2014 auf 917. Im Kreis Schweinfurt sinkt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 6 Stellen auf 560.
  • Die Zahl der einmündenden BewerberInnen steigt in der Stadt Schweinfurt um 6,1 % auf 260. In der Stadt Schweinfurt haben etwa 97,6 Prozent der BewerberInnen eine Ausbildung bekommen. Im Kreis Schweinfurt dagegen sinkt die Zahl der einmündenden BewerberInnen um 9,4% auf 550. Im Kreis Schweinfurt haben ca. 99,2 Prozent der BewerberInnen eine Ausbildung bekommen
  • In der Stadt Schweinfurt sinkt die Zahl der unversorgten BewerberInnen um 26,7 Prozent , die der unbesetzten Ausbildungsplätze sinkt um 4 Prozent. Für den Kreis Schweinfurt lässt sich feststellen, dass die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze um 3,6 Prozent steigt.

Rund 14 freie Stellen pro Interessierten

Setzt man in der Stadt Schweinfurt die aktuell 11 Ausbildungsinteressierten (alle bei der BA registrierten Bewerber, die nicht in Berufsausbildung eingemündet sind) zu den noch 48 freien Ausbildungsplätzen ins Verhältnis, kommt man auf eine Quote von 4,36 freien Stellen pro ausbildungsinteressiertem Jugendlichen. Im Kreis Schweinfurt kommen auf die 6 Ausbildungsinteressierten noch 86 freie Ausbildungsplätze. Diese bedeutete eine Quote von 14,33 freien Stellen pro ausbildungsinteressiertem Jugendlichen.

HauptschulabsolventInnen Verlierer des Ausbildungsmarkts

Rund 94,8 Prozent der BewerberInnen in der Stadt Schweinfurt verfügen über einen allgemeinen Schulabschluss. Mit rund 63,4 Prozent der unversorgten Bewerber sind die HauptschulabsolventInnen (wieder) die Verlierer des Ausbildungsmarkts. Im Kreis Schweinfurt verfügen laut Statistik alle BewerberInnen über einen allgemeinen Schulabschluss. Mit etwa 50 Prozent der unversorgten Bewerber sind die HauptschulabsolventInnen auch im Kreis Schweinfurt die Verlierer des Ausbildungsmarkts. Bayern steht im bundesweiten Vergleich gut da. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Man muss ein wenig tiefer schürfen, um die Herausforderungen des bayerischen Ausbildungsmarkts zu erkennen. Das Berufsbildungsinstitut bescheinigte Bayern im Mai dieses Jahres einen „(relativ) ausgeglichenen Ausbildungsmarkt“: Angebots-Nachfrage-Relation von 102,4. Das ist im Bundesvergleich spitze. Jeder Ausbildungsinteressierte hätte demnach zumindest theoretisch einen Ausbildungsplatz bekommen müssen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der DBG Jugend Nordbayern. 

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