Bachelorstudium: Hohe Spezialisierung sinnvoll?

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10. November 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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18.000 unterschiedliche Studiengänge

Sich für einen Studiengang zu entscheiden ist nicht leicht, schließlich beeinflusst diese Wahl das zukünftige Berufsleben eines Menschen. Dabei stellen sich immer die gleichen Fragen: wie sehen die Berufschancen aus, wird der Job gut bezahlt oder könnte dieser Beruf in Zukunft auch Spaß machen? Doch egal wie man es dreht und wendet, die Auswahl an Studiengängen ist sehr groß. Laut BR gibt es derzeit 18.000 unterschiedliche Studiengänge, die Hälfte davon sollen hochspezialisierte Bachelorstudiengänge sein. Doch wie sinnvoll ist es sich im Bachelor zu spezialisieren?

Spezialisierung verringert Flexibilität

Der BR schreibt in seinem Campus Magazin, dass der Wissenschaftsrat in Köln, der Landes- und Bundesregierungen in allen Hochschulfragen beratend zur Seite steht, davon ausgehe, dass Spezialisierungen im Bachelor die Berufschancen verschlechtern. Das liege daran, dass man durch die Spezialisierungen im späteren Berufsleben weniger flexibel sei und sich schlechter auf neue Anforderungen einstellen könne, so Dr. Bernhard Klingen vom Wissenschaftsrat gegenüber dem BR. Ein Überblick über die gesamte Disziplin und eine breite Ausbildung, besonders im Bachelor seien daher sinnvoller für die spätere Berufslaufbahn.

Aufklärung über die Inhalte des Studiums

Auch die Universität Würzburg bietet spezielle Bachelor-Studiengänge wie „Digital Humanities“, „Mensch-Computer-Systeme“, „Computational Mathematics“ und „Funktionswerkstoffe“ an. Dennoch bedeutet es nicht, dass eine Spezialisierung unbedingt schlecht sein muss. Denn wer einen speziellen Bachelor hat, der kann auch einen speziellen Job machen. Jürgen Wursthorn von der Bundesagentur für Arbeit erklärt dem BR, dass sich Arbeitgeber unter den Namen der Studiengänge oft nicht genau vorstellen können, welche Qualifikation der Bewerber nun habe. Es sei die Aufgabe des Bewerbers die Inhalte seines Studiums zu erklären, am Besten schon im Bewerbungsschreiben.

Gute Berufschancen auf Arbeitsmarkt

Trotz der Befürchtungen des Wissenschaftsrats müssen sich Bachelor Absolventen nicht fürchten, denn die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehe für Akademiker sehr gut aus, so der BR. Die meisten Absolventen schaffen es nach dem Studium recht schnell Arbeit zu finden. Zudem sei die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt von spezielleren Studiengängen meist geringer. Aber es könne vorkommen, dass es in bestimmten Regionen keinen passenden Job zum Studiengang gibt, daher sollten spezialisierte Absolventen flexibler sein, was die Jobsuche angeht.

Verantwortung der Universitäten

Ein hohes Maß an Verantwortung tragen in diesen Fällen auch die Universitäten, die oft auch aus Marketinggründen neue Studiengänge anbieten, um sich von anderen abzugrenzen und eine größere Auswahl bieten zu können, so der BR. Dass dem nicht immer so ist, beweise die Universität Erlangen, die ihren Absolventen ein spezielles Abschlussdokument ausstelle, in dem eine detaillierte Auskunft über die Qualifikation der Studenten geschildert sei. Auch an der Universität Würzburg ist kein Übermaß an speziellen Bachelorstudiengängen zu sehen. Die Hochschulen müssen sich selbst Gedanken darüber machen, wie sinnvoll ein Studiengang ist und welche Berufschancen er bieten kann.

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