Supermärkte: Nahrungsmittel spenden statt wegschmeißen
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Würzburg erleben
12. November 2015

Symbolbild Würzburg
Jährlich 18 Millionen Tonnen Nahrung
Jährlich landen, laut dem Spiegel, 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Mülltonnen Deutschlands. Einen großen Beitrag zu dieser Verschwendung leisten auch Supermärkte, die Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, wegwerfen. In einem Gastbeitrag über das „Containern“, erzählte uns ein anonymer Fan aus Würzburg, dass viele Menschen, die sich der Verschwendung bewusst sind, die Lebensmittel, die zum Verzehr noch völlig in Ordnung sind, aus den Containern der Supermärkte wieder herausfischen.
Auch der Tegut in der Zeppelinstraße war ein beliebtes Ziel der sogenannten „Tonnentaucher“, bis der Supermarkt sich dazu entschieden hat, Zäune um ihre Container zu bauen, damit niemand an die weggeschmissenen Lebensmittel herankommt. Das wirft die Frage auf, wie sinnvoll es ist, dass Supermärkte nicht verkaufte Lebensmittel verderben lassen.
Nicht verkaufte Lebensmittel müssen gespendet werden
Einige Schritte voraus sind uns schon die Franzosen: laut der Süddeutschen Zeitung habe die französische Nationalversammlung einstimmig entschieden, dass Supermärkte, die größer als 400 qm sind, in Zukunft nicht verkaufte Lebensmittel spenden müssen. In einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP steht, dass diese Lebensmittel entweder an die Wohlfahrt gespendet, kostenlos als Tierfutter angeboten oder als Kompost der Landwirtschaft zu Verfügung gestellt werden müssen, so die SZ.
313 Kilo Nahrungsmittel pro Sekunde im Müll
Damit wäre schon ein großer Beitrag zum Thema Lebensmittelverschwendung geleistet. Jedoch sind die 18 Millionen Tonnen nicht allein den Supermärkten zu verschulden, denn 40 Prozent davon gehen auf die Kappe der deutschen Privathaushalte, die, laut dem Spiegel, pro Sekunde 313 Kilo Nahrungsmittel wegwerfen. Die Zahlen stammen aus der WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“, in der der WWF darauf aufmerksam macht, dass besonders die Endverbraucher an der großen Verschwendung schuld seien.

