„Wasserschutzbrot“ ab 16. November zu erwerben
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Würzburg erleben
13. November 2015

Symbolbild Würzburg
Brot zum Schutz des Grundwassers
Für die Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH (TWV), ein Tochterunternehmen der WVV, steht die Qualität des Lebensmittels Nummer eins ganz oben auf der Agenda. Bei vier Würzburger Bäckereien startet am Montag, 16.11.2015, der Verkauf des „Wasser-schutzbrots“, mit dem jeder zum Schutz des Grundwassers und zur Verbesserung seiner Trinkwasserqualität beitragen kann.
„Aktion Grundwasserschutz“
Reines Grundwasser geht alle an. Deshalb hat die Regierung von Unterfranken dieses nicht alltägliche Wasserschutzprojekt entwickelt, an dem sich die TWV gerne beteiligt. Denn der Würzburger Trinkwasserversorger hat besonderes Interesse an einer hohen Qualität des Lebensmittels und tut alles für die nachhaltige Sicherung unserer wichtigsten Ressource. Schon seit vielen Jahren kooperiert die TWV zudem mit den Landwirten in ihren Wasserschutzgebieten. Sie berät und leistet auch Ausgleichzahlungen für eine dauerhafte Senkung des Nitratwertes im Trinkwasser.
50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser
Für Nitrat gilt ein Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Trinkwasser. Ohne weiter gehende Maßnahmen kann bei rund der Hälfte der Flächen in Unterfranken dieser Grenzwert nicht erreicht werden. Schuld daran ist zum einen der Stickstoffeintrag durch die Landwirtschaft, zum anderen auch die geologischen und klimatischen Bedingungen. In Unterfranken fällt mit durchschnittlich knapp 770 Millimetern pro Jahr (Region um Würzburg nur 660 Millimeter pro Jahr) weniger Regen als in allen anderen bayerischen Regionen. Dazu kommen klüftige Untergründe und vergleichsweise durchlässige Böden. Da wir an diesen Gegebenheiten nichts ändern können, müssen die Stickstoffeinträge reduziert werden.
Die Projektteilnehmer
Am Projekt Wasserschutzbrot nehmen neben Landwirten und einer regionalen Mühle auch vier Würzburger Bäckereibetriebe teil. Grund ist, dass sich der Anbau von Getreide auf das Trinkwasser auswirkt. Da der zu erzielende Weizenpreis entscheidend vom Eiweißanteil der Körner
abhängt, setzen Landwirte alles daran, den Eiweißanteil so hoch wie möglich zu gestalten. Dies wird erreicht, mit einer mineralischen Stickstoffdüngung rund acht Wochen vor der Ernte. Allerdings nehmen die Pflanzen meist nur einen Bruchteil dieses Stickstoffs auf. Der größte Teil bleibt im Boden, wird mit dem Regen ausgewaschen und gelangt als Nitrat ins Grundwasser.
Projekt Wasserschutzbrot geht in die zweite Runde
Erste positive Erfahrungen wurden bereits im Vorjahr bei der Bäckerei Engel in Retzstadt ge- sammelt. In diesem Jahr beteiligen sich unterfrankenweit neben den örtlichen Wasserversorgern drei Landwirte aus drei verschiedenen Regionen und 15 Bäckereien.
Im Würzburger Raum verzichtet in einem Wasserschutzgebiet im Zellinger Becken Landwirt Edgar Hämmelmann auf einem fünf Hektar großen Weizenfeld auf die dritte Düngung. Der so entstehende eiweißärmere, aber dafür grundwasserschonend erzeugte Weizen wird in der Schaubmühle in Volkach zu Mehl verarbeitet, das dann bei den vier Würzburger Bäckereien zur Verarbeitung landet. Die Bäcker sind ein ganz wichtiges Glied in der Kette. Denn der geringere Eiweißanteil verlangt viel Know-how und Fingerspitzengefühl, welches nur Handwerksbäckerei-en besitzen, die in der Lage sind, mit unterschiedlichen Mehlqualitäten zu arbeiten.
Sensibilisierung der Verbraucher im Vordergrund
Auf lange Sicht betrachtet, ist eine weniger intensive Landwirtschaft eine gute Investition in die Zukunft. Denn wenn es tatsächlich zu Grenzwertüberschreitungen beim Nitrat im Trinkwasser käme, würde die dann nötige Aufbereitung viel Geld kosten. Der TWV geht es vor allem darum, die Menschen mit dem Wasserschutzbrot zu sensibilisieren. Wenn die Verbraucher davon zu überzeugen sind, dass nachhaltiges Wirtschaften nur zu einem gewissen Preis möglich ist, ist viel erreicht. Für einen geringen Mehrpreis bekommt der Verbraucher ein wohlschmeckendes, hochwertiges, regionales Produkt mit allen Vorteilen der Frische und kurzen Wege. Mit dem Kauf des Wasserschutzbrots kann jeder einen Beitrag zum Schutz seines Grundwassers und zur Verbesserung der Trinkwasserqualität leisten.
In diesen vier Traditionsbetrieben Würzburgs gibt es ab dem 16.11.2015 das aus dem grundwasserschonenden Weizen hergestellte „Wasserschutzbrot“:
- Bäckerei Schiffer, St.-Benedikt-Straße 10 und in allen Filialen
- Bäckerei Hanselmann, Erthalstraße 12 und Hofstraße 12
- Bäckerei Roth, Klosterstraße 6
- Bäckerei Schraut (s`Bäckerlädle), Rotkreuzstraße 15
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der WVV.

