Akademischer Filmclub zeigt „Jud Süß“
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Würzburg erleben
30. November 2015

Symbolbild Würzburg
Lehrstuhl Neueste Geschichte II
Seit Oktober 2013 bekleidet Prof. Dr. Peter Hoeres den Lehrstuhl Neueste Geschichte II im Institut für Geschichte der Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Themenbereichen: Mediengeschichte, Internationale Geschichte, Kulturgeschichte, Wissenschafts- und Ideengeschichte. Mit diesem Experten für die Geschichte der Propaganda wirft der akademische Filmclub am 02. Dezember um 19.00 Uhr im Hörsaal 3 des Philosophiegebäudes der Fachschaft Phil Eins einen kritischen Blick auf Jud Süß.
Jud Süß
Das Dritte Reich und seine Propagandamaschinerie seien, laut einer Pressemitteilung der Fachschaft, allen sehr wohl bekannt. Die Reden Hitlers und anderer Größen des Regimes wie Goebbels oder auch Göring werden immer wieder in Dokumentationen eingeblendet. Doch ein bedeutender Teil dieser Propaganda wurde durch das neue Medium des Films bestimmt, das der Propagandaminister, der in Würzburg studiert hatte prompt für seine Zwecke nutzte, schreibt die Fachschaft der philosophischen Fakultät in einer Pressemitteilung. Auf dieser Basis sei der heute als sogenannter Vorbehaltfilm gewertete unter Regie von Veit Harlan gedrehte Propagandafilm Jud Süß entstanden.
Antisemitischer, nationalsozialistischer Film
Jud Süß ist ein antisemitischer, nationalsozialistischer Spielfilm, der kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges in die wenigen deutschen Kinos kam. Reichspropagandaminister Goebbels beschrieb Jud Süß als: „ersten wirklich antisemitischen Film“, schreibt die Fachschaft Phil in einer Pressemitteilung. Zugleich wurde der Film, anders als andere antisemitischen Filme, wegen der prominent besetzten Rollen und der ambitionierten Regie sehr populär. Die Erstaufführung erfolgte am 5. September 1940 auf den Filmfestspielen in Venedig.
Novelle von Wilhelm Hauff
Das Drehbuch orientiert sich an der gleichnamigen Novelle von Wilhelm Hauff. Im Buch vermag es der Protagonist durch persönliche Profitgier seine Macht zu erhalten, aber es gelingt ihm nicht die Gesellschaft des württembergischen Herzogtums entscheidend zu verändern. Im Film gestaltet sich seine Rolle deutlich anders. Er wird als berechnend und ehrgeizig dargestellt und treibt schlussendlich im Interesse des jüdischen Volkes die Schwaben in einen offenen Bürgerkrieg untereinander.
Laut der Fachschaft verspreche eine kritische Betrachtung dieses Propagandawerkes mit dem heutigen Wissen und der heutigen Distanz einen Blick hinter die Propagandakulisse des Dritten Reiches.
Der Film wird zunächst wissenschaftlich eingeordnet, anschließend gezeigt und dann diskutiert. Die Veranstaltung ist einzeln als GSiK-Vortrag und im Rahmen der Gesamtreihe „Akademischer Filmclub“ als GSiK-Seminar (s. S. 1) anrechenbar.
Würzburg, was geht?
Mit unserer Event-Plattform „Würzburg, was geht?“ verpasst Ihr keine Events mehr, ob Konzerte, Partys oder eben die aktuelle Film-Veranstaltung des akademischen Filmclubs. So bleibt Ihr immer auf dem neusten Stand. Ein kleiner Tipp am Rande: die Würzburg, was geht?-App für Euer Smartphone hält Euch immer und überall auf dem Laufenden.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Fachschaft Phil.

