IHK Industriereport: Mainfranken wichtiger Industriestandort
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30. November 2015

Symbolbild Würzburg
Neue IHK-Studie
„Wir haben erstmals die langfristige Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes in Mainfranken untersucht, um aktuelle Aussagen zum Stellenwert der Industrie in der Region treffen zu können.“, so Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung in einer Pressemitteilung der IHK. Die Studie untersucht zahlreiche Indikatoren wie Beschäftigung, Anzahl der Betriebe, Wirtschaftskraft, Exportquote sowie Umsatzentwicklung und wertet die Ergebnisse für die mainfränkischen Gebietskörperschaften aus.
Zunehmende Konzentration der Branche
Fazit der Analyse ist, dass die Industrie mainfrankenweit seit der Jahrtausendwende an Bedeutung gewonnen hat. „Wir stellen eine zunehmende Konzentration der Branche fest. Die Anzahl der Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern ist zurückgegangen. Dagegen sind Auslandsengagement, Beschäftigtenanzahl, Investitionsquote oder Umsatz deutlich angestiegen.“, so Dr. Genders. Unterschiede zeigen sich in den Entwicklungen innerhalb der einzelnen Gebietskörperschaften. Umso wichtiger sind die Rahmenbedingungen zu bewerten.
17,5 Milliarden Euro Umsatz
Auf den industriellen Sektor entfallen 27,1 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des IHK-Bezirks Mainfranken. Im Jahr 2014 erwirtschafteten 540 Industriebetriebe mit insgesamt 96.502 Beschäftigten einen Gesamtumsatz von 17,5 Milliarden Euro, davon 7,4 Milliarden Euro im Ausland. Daraus resultiert eine Exportquote von 42,2 Prozent, die auch die Bedeutung ausländischer Handelspartner für die mainfränkische Wirtschaft verdeutlicht, so die Pressemitteilung der IHK.
Der IHK-Bezirk galt bereits in der Vergangenheit als wichtiger Industriestandort. Über den Betrachtungszeitraum zwischen den Jahren 2000 und 2014 hinweg hat die Industrie weiter an Bedeutung gewonnen, wie die positive Entwicklung aller analysierten Parameter zeigt. Die einzige Ausnahme ist die Entwicklung bei der Anzahl der Industriebetriebe.
Regional unterschiedlicher Stellenwert der Industrie
Für die neun Gebietskörperschaften im IHK-Bezirk zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Während die untersuchten Parameter für die Stadt Schweinfurt sowie die Landkreise Rhön-Grabfeld, Haßberge, Main-Spessart, Schweinfurt und Würzburg in Summe auf einen höheren Stellenwert des industriellen Sektors schließen lassen, büßte die Industrie im Stadtgebiet Würzburg ein. Eine eher neutrale Entwicklung weisen die Landkreise Bad Kissingen und Kitzingen auf.
Regionalspezifische Entwicklung – Schweinfurt
Die Stadt Schweinfurt gilt als industrielles Zentrum Mainfrankens. Im mainfränkischen Vergleich weist die Stadt mit 34 Unternehmen zwar die geringste Anzahl an Industriebetrieben auf, nimmt aber bei allen übrigen untersuchten Parameter stets eine Spitzenposition ein. Beispielsweise arbeitet rund ein Viertel aller Industriebeschäftigten Mainfrankens in der Stadt Schweinfurt.
Der Landkreis Schweinfurt hingegen ist im mainfrankenweiten Vergleich eher weniger durch den industriellen Sektor geprägt. Im Jahr 2014 beschäftigten die 44 Industriebetriebe insgesamt 3.150 Personen. Im Zeitverlauf zwischen den Jahren 2000 und 2014 sind beide Gebietskörperschaften keinesfalls von einem Bedeutungsverlust der Industrie betroffen: Seit der Jahrtausendwende erhöhte sich dort die Beschäftigtenanzahl ebenso wie die industrielle Bruttowertschöpfung, der Umsatz oder das Investitionsvolumen in der Industrie, schreibt die IHK in ihrer Pressemitteilung.
Regionalspezifische Entwicklung – Würzburg
Der industrielle Sektor spielt in Stadt- und Landkreis Würzburg keine herausragende Rolle. In der Stadt Würzburg waren im Jahr 2014 insgesamt 41 Industriebetriebe ansässig, die 7.190 Personen beschäftigen, im Landkreis Würzburg arbeiten in 76 Industriebetrieben insgesamt 8.012 Personen. Im Zeitverlauf erhöhten sich im Landkreis Würzburg die Anzahl an Industriebetrieben, die Beschäftigten und der Anteil industrieller Bruttowertschöpfung ebenso wie die übrigen analysierten Parameter, während diese, mit Ausnahme der Exportquote, im Stadtgebiet Würzburg rückläufig sind.
Regionalspezifische Entwicklung – Bad Kissingen
Auch im Landkreis Bad Kissingen nimmt der industrielle Sektor keine herausragende Rolle ein. Im Jahr 2014 beschäftigten die 46 Industriebetriebe des Landkreises 5.399 Personen. Seit der Jahrtausendwende konnte der Umsatz im In- und Ausland sowie die Exportquote der Region gesteigert werden, während die Anzahl der Industriebetriebe, die Beschäftigten, der Anteil der industriellen Bruttowertschöpfung sowie das Investitionsvolumen rückläufig sind.
Regionalspezifische Entwicklung – Rhön-Grabfeld
Die Industrie spielt für den Landkreis Rhön-Grabfeld eine wichtige Rolle. Im Jahr 2014 beschäftigten die 65 Industriebetriebe insgesamt 10.938 Mitarbeiter, was rund elf Prozent der Beschäftigten im industriellen Sektor Mainfrankens entspricht. Im Vergleich zur Jahrtausendwende ist die Entwicklung der Industrie in Rhön-Grabfeld positiv. Während die Anzahl an Industriebetrieben insgesamt konstant geblieben ist, konnte die Beschäftigung ebenso gesteigert werden wie der Anteil industrieller Bruttowertschöpfung, der In- und Auslandsumsatz oder das Investitionsvolumen.
Regionalspezifische Entwicklung – Haßberge
Auch im Landkreis Haßberge kommt dem industriellen Sektor eine große Bedeutung zu. Im Jahr 2014 beschäftigten die 60 Industriebetriebe insgesamt 11.093 Mitarbeiter, was rund elf Prozent aller Beschäftigten im industriellen Sektor Mainfrankens entspricht. Im Vergleich zur Jahrtausendwende ist die Entwicklung der Industrie im Landkreis Haßberge weitestgehend positiv. Während die Anzahl der Industriebetriebe, der Anteil industrieller Bruttowertschöpfung sowie das Investitionsvolumen rückläufig waren, konnten die Beschäftigung und der Umsatz im In- und Ausland gesteigert werden.
Regionalspezifische Entwicklung – Kitzingen
Im Landkreis Kitzingen entfällt auf den industriellen Sektor rund ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung des Landkreises. Im Jahr 2014 beschäftigten die 68 Betriebe insgesamt 8.022 Mitarbeiter. Seit der Jahrtausendwende konnten die Industriebetriebe ihren Umsatz im In- und Ausland steigern. Die Anzahl der Betriebe, die Beschäftigtenzahl, der Anteil der industriellen Bruttowertschöpfung sowie das Investitionsvolumen sind hingegen seither rückläufig.
Regionalspezifische Entwicklung – Main-Spessart
Der Landkreis Main-Spessart gilt neben der Stadt Schweinfurt als industrielles Zentrum Mainfrankens. Im Mainfranken-Vergleich weist der Landkreis mit 106 Betrieben im Jahr 2014 mit Abstand die höchste Anzahl an Industriebetrieben auf und nimmt auch bei allen weiteren untersuchten Parametern eine Spitzenposition ein. Seit der Jahrtausendwende erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten ebenso wie der Anteil der industriellen Bruttowertschöpfung und das Umsatzvolumen. Die Anzahl der Industriebetriebe, die Exportquote sowie das Investitionsvolumen haben hingegen abgenommen.
Die Publikation „Industriestandort Mainfranken“ steht als kostenfreier Download zur Verfügung.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK.

