Schaeffler: Neue Fahrwerkstechnologie geht in Serie
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2. Dezember 2015

Symbolbild Schweinfurt
Elektromechanischer Wankstabilisator
Mit der Serienfertigung des innovativen elektromechanischen Wankstabilisators schlägt Schaeffler ein neues Kapitel in der Fahrwerktechnik auf und stärkt gleichzeitig den Standort Schweinfurt. „Wir hatten uns bewusst vorgenommen, ein innovatives Produkt hierherzubringen und damit für die Automotive-Produktion am Standort ein klares Signal zu setzen“, so Prof. Dr. Peter Pleus, Vorstand Automotive Schaeffler AG. Darüber hinaus habe vor allem fachlich vieles für den Standort gesprochen: „In Schweinfurt haben wir einerseits Mitarbeiter, die über die nötige Kompetenz verfügen, ein so komplexes Produkt in Serie zu bringen, und sind andererseits nahe an den entsprechenden Entwicklungsbereichen.“
Einzelne Anlagen modular ausgelegt
Für den Serienanlauf des neuen Systems hat Schaeffler an seinem Standort Schweinfurt eine komplett neue Fertigungslinie aufgebaut und dabei gezielt das technische Know-how der Gruppe genutzt. Die einzelnen Anlagen sind modular ausgelegt: Dadurch können weitere Serienanläufe problemlos integriert werden, was ebenso für künftige Generationen der Technologie gilt. Nachdem die ersten Wankstabilisatoron in Schweinfurt vom Band gegangen sind, zieht Prof. Dr. Pleus ein erstes Fazit: „Ich denke, wir haben hier die richtige Entscheidung für das Produkt und den Standort getroffen. Auch der Kunde hat sich die Fertigung bereits angesehen und war sehr beeindruckt.“
Aktive Anpassung an jede Fahrsituation
Zum Einsatz kommt der elektromechanische Wankstabilisator zunächst in einer Oberklasse-Limousine und einem Luxus-SUV. Bei letzerem sogar schon mit 48-Volt-Spannungslage. Dabei wird der Wankstabilisator so in den Systemverbund des Fahrzeugs integriert, dass er nicht nur die Fahrstabilität in der Kurve, sondern auch den Fahrkomfort auf gerader Strecke erhöht. Wankstabilisatoren adaptieren das Fahrwerk an jede Fahrsituation. Dazu dienen in erster Linie Stabilisatoren mit – bislang hydraulisch betätigten – Schwenkmotoren. Diese Motoren verdrehen die Stabilisatorhälften gegeneinander und erzeugen so ein Torsionsmoment, das stabilisierend auf den Fahrzeugaufbau einwirkt. Obwohl die Wankstabilisierung in vielen Fahrsituationen nicht greifen muss, erfordert die Hydraulik auch für den Stand-by-Betrieb stetig Energie.
Nicht permanent Energie bereitstellen müssen
Anders das moderne, aktive elektromechanische System von Schaeffler: Weil sich hydraulische Systeme durch elektrische effizient ersetzen lassen, entwickelte Schaeffler eine Lösung, die bedarfsgerecht die stabilisierenden Momente einstellt, ohne dafür dauerhaft Energie bereitstellen zu müssen (Power-on-Demand). Der Schlüssel hierzu ist der Elektromotor, der nur dann Leistung aufnimmt, wenn sich der Schwenkaktor verdreht und dabei ein Moment aufbaut. Um das Moment zu halten, müssen lediglich geringe elektrische Widerstandsverluste ausgeglichen werden. Die bei Schaeffler vorgestellte Ausführung als elektromechanisches System trägt so ebenfalls dazu bei, Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig ergibt sich eine höhere Systemdynamik gegenüber Hydraulik sowie ein präziseres Lenkverhalten.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Schaeffler Technologies AG & Co. KG.

