Lehramt Studenten lernen Lehreralltag in Ghana kennen
Anzeige
Würzburg erleben
4. Dezember 2015

Symbolbild Würzburg
Schulalltag in Ghana erlebt
Studierende der Universität Würzburg haben bei der „Ghana-Germany Teaching Academy“ den Lehreralltag an westafrikanischen Schulen kennengelernt. Während eines fünfwöchigen Aufenthalts unterrichteten die künftigen Lehrer aus Würzburg Schüler in Ghana.
Ein ganzes Semester lang haben sich die Lehramtsstudentinnen Hedwig Blaser und Carla Traßl auf ihre Reise nach Ghana vorbereitet, so die Pressemitteilung der Uni Würzburg. In Blockseminaren haben sie sich mit Kultur, Traditionen und dem Bildungssystem des westafrikanischen Landes beschäftigt – ein Bildungssystem im Umbruch zwischen hierarchischen Strukturen und innovativen Lehr- und Lernkonzepten.
Ghana-Germany Teaching Academy
Mit vielen Informationen im Koffer reisten die beiden dann gemeinsam in einer Gruppe von elf Lehramtsstudierenden der Universität Würzburg nach Ghana. Vom 21. August bis 27. September 2015 nahmen sie dort an der Ghana-Germany Teaching Academy teil und diskutierten mit zehn ghanaischen Lehramtsstudierenden über die Herausforderungen im Schulalltag und über neue Unterrichtskonzepte.
In Lehrer-Tandems voneinander gelernt
Workshop Woche
Während einer Workshop-Woche in Ada Foa hielten die engagierten Didaktiker Vorträge über ihre Studieninhalte, tauschten sich über erste Unterrichtserfahrungen aus und lernten voneinander. Im Anschluss wurden Tandems aus ghanaischen und deutschen Studierenden gebildet. An Schulen in Tefle, Mepe, Kpong und Sega gewannen die Studierenden dann vier Wochen lang Einblicke in das ghanaische Bildungssystem.
Dabei unterrichteten die Würzburger eigenständig ghanaische Klassen im Team und sammelten wertvolle praktische Erfahrungen. „Es war eine ganz besondere Herausforderung, Klassen mit bis zu 52 Schülern zwischen 5 und 15 Jahren zu unterrichten und mich mit meinen ghanaischen Kollegen über die Lehrerrolle, Lehren auf Augenhöhe und nachhaltiges Lernen der Schüler auszutauschen“, berichtet Carla Traßl.
Pädagogischer und interkultureller Austausch
In Ghana lebten die Würzburger in Gastfamilien. Gemeinsam landestypische Gerichte kochen, die Wäsche mit den eigenen Händen waschen und das Wasser vom Brunnen auf dem Feld nach Hause tragen –die Studierenden lernten nicht nur das Bildungssystem in Ghana kennen, sondern erlebten auch die Kultur und Gastfreundlichkeit des westafrikanischen Landes besonders authentisch.
Intensiver interkultureller Austausch
Im Lauf des Projekts kam es vor allem durch die persönlichen Kontakte mit den ghanaischen Partnern zu einem intensiven interkulturellen Austausch. All diese Aspekte machten die Ghana-Germany Teaching Academy zu einem einzigartigen Projekt: Es brachte Lehramtsstudierende zusammen, die zwar aus zwei verschiedenen Bildungssystemen der Welt stammen, sich aber dennoch in derselben Lebenssituation befinden und in dem Ziel vereint sind, Lehrer werden zu wollen. Somit konnte ein unmittelbarer Vergleich des ghanaischen und deutschen Schulsystems stattfinden, der es ermöglichte, die jeweiligen Besonderheiten und Vorteile der Systeme zu identifizieren.
Weiterentwicklung der Lehrerpersönlichkeit
Der Austausch über bildungswissenschaftliche Inhalte sorgte bei den Studierenden, Lehrern und Schulleitern zudem für eine Weiterentwicklung der Lehrerpersönlichkeit. „Für mich war die Zeit in Ghana eine perfekte Ergänzung zum Studium: Ich konnte interkulturelle Erfahrungen sammeln, habe sehr viel über meine eigene Lehrerrolle gelernt und konnte mein pädagogisches Wissen in meinen Begegnungen mit Ghanaern in die Praxis umsetzen“, freut sich Hedwig Blaser.
Studentin rief die Initiative ins Leben
Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Würzburger Studentin Jennifer Golditz, nachdem sie sich 2012 selbst an einer Schule in Ghana engagiert hatte. Seitdem ist die Initiative von großer studentischer Mitbestimmung geprägt und stetig vertieft worden. Im Sommersemester 2015 entstand daraus die „GGTA: Ghana-Germany Teaching Academy“ und wurde am Servicezentrum International Affairs der Universität Würzburg verankert.
Förderer der Teaching Academy
Gefördert wurde die GGTA mit Mitteln der Heidehof-Stiftung GmbH (Stuttgart) und der Firma Gebr. Knauf Verwaltungsgesellschaft KG (Iphofen). Ohne die Förderer wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

