Heilige Nacht als Herausforderung – Bischof Hofmann für Unterstützung der Armen

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Würzburg erleben

25. Dezember 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Weihnachtspredigt im Kiliansdom

Würzburg (POW) Für einen Einsatz für Schutzlose und Verfolgte hat sich Bischof Dr. Friedhelm Hofmann an Weihnachten ausgesprochen. „Gott kommt nicht machtvoll, strahlend und überwältigend, sondern im Gegenteil: arm, klein und hilfsbedürftig. Hier kommen wir an das Geheimnis der Liebe Gottes heran“, sagte er in der Christmette in der Heiligen Nacht im Würzburger Kiliansdom. Wenn es in den Kram passe, wünschten viele, dass Gott mit Macht und Gewalt das Unrecht der Welt beseitige. „Wenn wir uns aber selbst einem richtenden Gott gegenübersehen, erhoffen wir Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung“, betonte Bischof Hofmann. Gott schaue jeden Einzelnen in dem kleinen Kind von Betlehem an. „Wie erwidern wir heute seinen Blick? Wie antworten wir auf seine Liebesvorlage? Das ist die große Herausforderung der Heiligen Nacht.“

Der tiefere Sinn des Weihnachtsfestes

Weihnachten werde heute nicht mehr automatisch mit der Geburt Christi in Verbindung gebracht. „Zwar prägt dieses Fest noch die Familie, gibt ihr etwas Sakrales, schafft Verbindungen untereinander und schließt eine Geschenkekultur ein, aber der tiefere, dieses Fest begründende Sinn ist oft schon verloren gegangen“, sagte der Bischof. Den bei Jesaja verheißenen Weihnachtsfrieden vermissten die meisten. „Erst recht wird es den Flüchtlingen so gehen. Was haben sie nicht alles erleben müssen: die Aufgabe ihres Zuhauses, ihrer Heimat und Verwandtschaft, ihrer Arbeit und ihrer Kultur.“ Gott ertrage all das Unrecht und das damit verbundene Leid, weil er den Menschen den freien Willen zur Entscheidung für Gut und Böse gegeben habe. „Es kommt also auf jeden Einzelnen von uns an.“

Frieden stiften

Am ersten Weihnachtstag mahnte der Bischof, über anrührende Einzelschicksale wie des am Strand von Bodrum ertrunkenen Flüchtlingsjungen nicht das Elend der vielen zu vergessen, welche die Öffentlichkeit nie zu Gesicht bekomme. „Allein im Südsudan wurden seit Ende 2013 zehntausende Menschen getötet und 2,2 Millionen flohen.“ Die weltweit 60 Millionen Flüchtlinge machten auf Zustände aufmerksam, die die Menschen nicht ruhig sein lassen dürften. „Christus bringt den umfassenden Frieden, wird aber oft mit seiner Friedensbotschaft nicht angenommen. Von daher greift auch sein Friede nicht. Wir aber, die etwas von dem Ungeheuerlichen dieser Friedensbotschaft verstanden haben, dürfen mit dem Friedenstiften ernst machen“, rief der Bischof den Gläubigen zu.

Domsingknaben sorgten für musikalische Gestaltung

Für die musikalische Gestaltung sorgten in der Christmette die Domsingknaben und Bläser unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid mit der Turmbläsermesse von Fridolin Limbacher sowie weihnachtlichen Motetten und Liedsätzen. Am ersten Weihnachtsfeiertag erklang beim Pontifikalamt zum Hochfest der Geburt Christi Otto Nicolais Messe in D-Dur. Unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid musizierten das Orchester Camerata Würzburg, der Domchor und die Solisten Anja Tschamler (Sopran), Yvonne Albes (Alt), Maximilian Argmann (Tenor) und Simon Tischler (Bass). Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Orgel.

Jahresabschlusspredigt an Silvester

Das Ende des Jahres begeht Bischof Hofmann am Silvestertag, 31. Dezember, um 17.30 Uhr mit einem Pontifikalamt zum Jahresschluss im Kiliansdom. Dabei wird er in seiner Jahresabschlusspredigt auch einen Blick auf das kommende Jahr richten und das Jahresmotto vorstellen und erläutern. Von 23 bis 24 Uhr gestaltet der Bischof das Schwellengebet im Neumünster mit.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bischöflichen Ordinariats Würzburg.

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