NMUN: Würzburger Studierende in New York

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Würzburg erleben

11. Januar 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Ein Gastbeitrag von Alisa

UN-Konferenz Simulation

NMUN: Hätte man uns noch vor ein paar Monaten nach der Bedeutung dieser Abkürzung gefragt, wir hätten sie wahrscheinlich für ein neues Modewort aus dem Jugendjargon ­– ähnlich dem mittlerweile geläufigen YOLO ­– gehalten. Wer hätte damals auch ahnen können, dass es tatsächlich „National Model United Nations“ heißt und dass dahinter ein Projekt steht, welches schon bald einen Großteil unserer Zeit und Nerven kosten würde? Heute haben wir in der Tat keine Schwierigkeiten mehr, NMUN zu erklären: National Model United Nations bietet Studierenden die Möglichkeit, an der größten Simulation einer UN-Konferenz teilzunehmen. Jährlich versammeln sich über 5000 Studierende aus aller Welt im Head Quarter der Vereinten Nationen in New York City, um in den verschiedenen Komitees eines der 193 UN-Mitgliedsstaaten zu vertreten.

Delegationen der Uni in New York City

Weil auch die Julius-Maximilians-Universität seit 13 Jahren fleißig Delegationen nach New York City schickt, haben Studierende auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, als Teil der Würzburger Delegation am NMUN-Projekt teilzunehmen. In einem zweiteiligen Bewerbungsverfahren wurde ein 15-köpfiges Team ausgewählt, das sich nun ein halbes Jahr lang auf die möglichst realitätsgetreue Vertretung eines Landes – in diesem Jahr viel die Wahl auf die Republik Serbien ­– vorzubereiten hat.

Formalitäten der Konferenz und Diplomatie-Sprache

Leichter gesagt als getan: Anzeichen der ersten Überforderung gab es schon auf dem Kennenlernwochenende im Oktober, als wir uns zum ersten Mal die Frage stellten, was genau da eigentlich auf uns zukam. Wie läuft so eine Konferenz ab, welche Formalitäten müssen berücksichtigt werden und überhaupt, was bedeutet eigentlich Diplomatie? Unser Faculty Advisor und unsere drei Coaches ließen uns mit diesen und anderen Unsicherheiten jedoch nicht alleine und führten uns geduldig in die Welt der Vereinten Nationen ein. Wo uns früher bei Fachtermini wie „moderated caucus“ oder „ role call“ noch große Fragezeichen ins Gesicht geschrieben standen, da hatten wir dank der intensiven Ausbildung durch unsere Coaches bald selbst das Einmaleins der Diplomaten-Sprache verinnerlicht.

Auszeichnung für Würzburger Delegation

Wie wichtig eine gute Vorbereitung für unser Projekt ist, das merkten wir auf unserer ersten Vorbereitungskonferenz in Hamburg. Jeder der 15 Würzburger Delegierten durfte hier zum ersten Mal in einem UN-Komittee, einer Regionalorganisationen oder einem der sogenannten Crisis Comittees sein erworbenes Wissen und Können unter Beweis stellen. Es wurde verhandelt und gefeilscht, working papers geschrieben und wieder verworfen, Resolutionen angenommen und blockiert.

Trotz anfänglicher Unsicherheiten schlugen wir uns tapfer und dank des herausragenden Position Papers unseres libanesischen Vertreters im DISEC kehrten wir sogar mit einer Auszeichnung nach Würzburg zurück.

Intensivste Phase beginnt

Im Laufe der kommenden Wochen werden wir die wohl intensivste Phase unserer Vorbereitung auf die weltweit größte Model-UN-Konferenz erleben. Neben wöchentlichen Treffen und Vorträgen werden wir zusätzlich an einer weiteren Vorbereitungskonferenz teilnehmen sowie die sogenannte Study Week nach Berlin antreten, während derer wir den Bundestag, die serbische Botschaft und diverse Think Tanks besuchen werden.

Ziel des Projektes: Konferenz in New York City

Auch wenn das Ziel dieses Projekts die Konferenz in New York City ist, so ist für uns der Weg dorthin mindestens genauso spannend. Schon jetzt haben wir durch NMUN nicht nur an rhetorischen Fähigkeiten, Selbstvertrauen und thematischer Expertise gewonnen, wir erleben darüber hinaus täglich den starken Zusammenhalt innerhalb des Teams und lernen ständig neue politisch interessierte und motivierte Studierende aus aller Welt kennen. Da das Projekt nicht nur zeit-, sondern insbesondere auch kostenaufwendig ist, freuen wir uns immer über finanzielle, materielle und thematische Unterstützung unserer Reise.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an:redaktion@wuerzburgerleben.de.

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