Frauenfeindlichkeit und Homophobie: Fürst soll sich Studierenden erklären

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Würzburg erleben

25. Januar 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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„Boykott reicht nicht aus“

Im Dezember berichteten wir darüber, dass die „Fachschaftsmitglieder – Erfahrung wählen“, genau genommen ihre vier Mitglieder im Sprecher/innenrat Uni Würzburg, die Teilnahme am Festsymposium in der Neubaukirche zum 90. Geburtstag des Ehrensenators Albrecht Fürst zu Castell-Castell absagten. Diese Entscheidung beruhte auf einem Zeitungsinterview mit dem Fürsten, indem er seine Abneigung gegen Homosexualität zum Ausdruck brachte, sowie ‪frauen‬- und ‪wissenschaftsfeindlich Äußerungen gegenüber der Augsburger Allgemeinen von sich gab. In der neuen Ausgabe des „Sprachrohr eurer Studierendenvertretung“ ist nun ein Artikel veröffentlicht worden, der die „Fachschaftsmitglieder – Erfahrung wählen“ dazu auffordert, es nicht bei einem Boykott des Festsymposiums am 27. Januar zu belassen – das studentische Gremium folgte heute dem Aufruf mit einem Besuch des Ehrensenators in seinem Schloss.

Mit der modernen Universität nicht vereinbar

Frauen seien primär für die Familie zuständig und diejenigen, die Homosexualität nicht als krankhafte Veranlagung oder Neigung ansehen irren sich: Dies sind beispielhafte Äußerungen des Fürsten, die in der neuen Ausgabe des Sprachrohrs in starkem Maße kritisiert, und laut Sprachrohr von einem Ehrensenator einer Universität nicht akzeptiert werden können. Carolina Geerdes ruft im Sprachrohr dazu auf: „Die Studierendenschaft muss zusammenhalten und laut rufen: Wir sind gleich! Mann oder Frau – egal. Und wir stehen zueinander.“

Die alleinige Stellungnahme der Studierenden gegen eine Homosexuellen-, Wissenschafts- und Frauenfeindlichkeit reiche, laut Sprachrohr, aber nicht aus. Darüber hinaus solle sich die Universität hinter ihren Studierenden und der modernen Wissenschaft stellen. Die Universität Würzburg solle sicherstellen, dass künftig keine Ehrentitel an Personen vergeben werden, die sich gegen den modernen Fortschritt und die Wissenschaft aussprechen, fordern die Studenten.

Studentinnen und Homosexuelle besuchen Fürsten

Auf ihrer Facebookseite betont „Fachschaftsmitglieder – Erfahrung wählen“: die homophoben und frauenfeindlichen Äußerungen des Fürsten seien unerträglich, dennoch wollen sie nicht übereilt und unüberlegt handeln. Nach einer Reihe von Gesprächen hat das Gremium jetzt allerdings beschlossen den Fürsten mit einer Gruppe von Studentinnen und Homosexuellen auf seinem Schloss in Castell zu besuchen. In einem offenen Gespräch möchten die Studierenden den Ehrensenator heute ihre Sicht der Dinge entgegenbringen.

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