Rückert-Jahr: 150. Todestag des größten Sohnes der Stadt

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Würzburg erleben

28. Januar 2016

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Symbolbild Schweinfurt

Das Rückert-Jahr in Schweinfurt

Am Sonntag, 31. Januar, jährt sich der Tod von Friedrich Rückert zum 150. Mal. Anlässlich des Jubiläums begeht die Stadt Schweinfurt 2016 ein großes Rückert-Jahr. Zentrales Element ist eine Ausstellung in der Kunsthalle, begleitet von weiteren im Museum Georg Schäfer und im Museum Otto Schäfer sowie einem umfangreichen Rahmenprogramm. Der gebürtige Schweinfurter Friedrich Rückert gehörte zu den großen Intellektuellen des 19. Jahrhunderts. Er beschäftigte sich mit über 40 Sprachen, war Mitbegründer der deutschen Orientalistik und schrieb Bühnenstücke sowie fast 25.000 Gedichte.

In 20 Sprachen übersetzt

Rückerts Werke wurden weltweit in 20 Sprachen übersetzt. Berühmte Komponisten wie Robert und Clara Schumann, Gustav Mahler oder Richard Strauß vertonten seine Werke. Bis heute beziehen sich Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler auf Friedrich Rückert, darunter Vincent van Gogh, Hermann Hesse, Thomas Mann und Marcel Reich-Ranicki. Janosch legte seinen Figuren Rückert-Zitate in den Mund und auch Donald Duck rezitiert seine Gedichte. Rückerts Lebensthemen Liebe, Freiheit, Frieden und Verständigung bewegen noch heute.

Der Weltpoet in der Kunsthalle

Den Kern dieses Gedenkjahres bildet ab 8. April bis zum 10. Juli die Ausstellung „Der Weltpoet: Friedrich Rückert (1788-1866) – Dichter, Orientalist, Zeitkritiker“ in der Kunsthalle Schweinfurt. Rückert beschrieb sein Leben als Teppich, an dem er ununterbrochen webte. Ein Zitate- Teppich markiert seinen Lebensweg in der Ausstellung: Rückerts Kindheit in Schweinfurt, die Studienzeit in Würzburg und Jena, seine Reise über die Alpen nach Rom, die Jahre als Professor in Erlangen und Berlin kurz vor der Revolution und die Altersjahre in Neuses (Coburg).

Tonspuren machen Texte lebendig

Wichtige Wegbegleiter treten auf: die geliebte Ehefrau Luise, sein Förderer König Ludwig I. oder die Berliner Kollegen Jakob und Wilhelm Grimm. Über das Zeitgeschehen informieren großformatige Journale: die Freiheitskriege, der Rückzug ins Privatleben im Biedermeier oder die rasante Entwicklung im Maschinenzeitalter. Tonspuren für Kinder und Erwachsene lassen von Rückert übersetzte Originaltexte und seine eigenen Gedichte lebendig werden. Anschließend wird die Ausstellung in angepasster Form in den beiden anderen bayerischen Rückert-Städten Erlangen (24.07. bis 13.11.2016) und Coburg (14.01. bis 17.04.2017) gezeigt.

Rückert und die Mittelalterfantasien

Das Museum Georg Schäfer präsentiert eine prägnante Bildauswahl zu Themen, mit denen sich Rückert bis zu seiner Rückkehr aus Italien 1818 beschäftigte. In der fränkischen Bettenburg und ihren Gartenstaffagen wurde Rückert zum ersten Mal mit der Ritterthematik konfrontiert. Gemalte und gezeichnete Mittelalterfantasien sind deshalb in der Ausstellung komplementär zu seiner Poesie vertreten, darunter Werke von Julius Schnorr von Carolsfeld und Moritz von Schwind. Ein Romaufenthalt 1817/18 eröffnete Rückert den Zugang zur Malerei seiner Zeit – eine Kunst, die er lyrisch analysierte und in deren patriotisch-religiösen Idealen er sich wiederfand. Er bewunderte vor allem die Werke der „Nazarener“.

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Die Ausstellung, die Verse Rückerts mit Zeichnungen und Gemälden vereint, zeigt etwa 70 Werke. Das Begleitprogramm umfasst ein Kindermuseum zum Thema „Ritter“ sowie Konzerte und Vorträge. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Versen von Friedrich Rückert und Bildern aus dem Museum Georg Schäfer.

„Rückert radiert“ im Museum Otto Schäfer

Das Museum Otto Schäfer präsentiert die Ausstellung „Rückert radiert“. Die Schweinfurter Radierwerkstatt illustriert Werke Rückerts und stellt sie der Öffentlichkeit vor. Temporär gezeigt werden darüber hinaus weltberühmte Meisterstiche von Albrecht Dürer (darunter „Ritter, Tod und Teufel“).

Verbundticket für alle drei Ausstellungen

Anstatt in Summe 15 € können alle drei Ausstellungen mit einem eigens aufgelegten Verbundticket für alle drei Häuser zum Preis von 11 € besucht werden. Die Ausstellungen werden von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet: Konzerte, Lesungen (u.a. Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer), Führungen (z.B. Landschaftspark Bettenburg) sowie Kunst- und Theaterprojekte werden in der Kunsthalle, in der Stadt Schweinfurt und in den Rückert-Gemeinden Oberlauringen, Hofheim, Ebern-Rentweinsdorf, sowie in Seßlach, Coburg, Bad Rodach, und Erlangen angeboten. Ein internationales Symposion versammelt die Rückert-Fachwelt im September in Schweinfurt.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Schweinfurt. 

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