Schüler treffen Politiker: Debatte um Terrorismus
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Würzburg erleben
28. Januar 2016

Symbolbild Würzburg
Auswirkungen des Terrorismus auf Deutschland
Am Nachmittag des 25. Januar 2016 befassten sich Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in der zweiten Veranstaltung der Reihe „Schüler treffen Politiker“, die durch den Geschichtslehrer Tobias Pohl organisiert worden war und von ihm auch moderiert wurde, mit den Auswirkungen des islamistischen Terrorismus auf Deutschland und Europa.
Neben Andreas Jungbauer von der Main-Post und Manuel Pietzko von der Universität Würzburg debattierten Kerstin Celina (MdL, Bündnis 90 / DIE GRÜNEN), Georg Rosenthal (MdL, SPD), Thomas Ebert (Bürgermeister von Kürnach, CSU) sowie Sebastian Roth (Mitglied des Würzburger Stadtrats, DIE LINKE) über ihre persönlichen Eindrücke von der derzeitigen Situation in Syrien und Europa, über mögliche Ursachen des islamistischen Terrorismus und wie man mit der möglichen Terrorgefahr in Deutschland umgehen könne.
Innere Struktur des IS
In einem knappen Eröffnungsvortrag stellte Pietzko vom Institut für Politikwissenschaft und Soziologie die derzeitige unübersichtliche Lage in Syrien im Überblick vor und erläuterte, welche Entwicklungen die Terrorgruppe IS so stark habe werden lassen. Dabei ging er auch auf die innere Struktur des IS ein, da dieser für eine Terrorgruppe untypisch agiere und eher wie eine Art „Staat“ auftrete, so die Pressemitteilung des Matthias-Grünewald-Gymnasiums.
Ursachen des Terrors
In der anschließenden Debatte wurden unter anderem die Ursachen des Terrors beleuchtet. Eberth schilderte dabei seine persönliche Betroffenheit nach den zurückliegenden Anschlägen und wies darauf hin, dass die rege internationale Anteilnahme ein wundervolles Zeichen der Solidarität mit Frankreich gewesen sei. Celina bezeichnete den Terrorismus in ihrem Statement als Angriff auf Individualität und Demokratie, was zu einer zunehmenden Angst in der Bevölkerung führe.
Über Terrorismusprävention nachdenken
Im Anschluss hob Rosenthal hervor, seiner Meinung nach sei es, laut Pressemitteilung des Gymnasiums, gänzlich falsch, auf den Terrorismus mit einem Überwachungsstaat reagieren zu wollen. Einen militärischen Einsatz gegen den IS schließlich sah Roth kritisch. So akzeptiere er zwar die Notwendigkeit des militärischen Vorgehens gegen den IS, aber gerade weil diese Terrorgruppe, seiner Meinung nach, unter anderem durch die militärischen Eingriffe des Westens entstanden sei, müsse man hier zusätzlich über weitere, andere Formen der Terrorismusprävention nachdenken.
Medien verbreiten Angst
Nach diesen, laut Pressemitteilung des Gymnasiums, nachdenklich stimmenden Worten räumte Jungbauer mit Blick auf die Rolle der Medien ein, dass die Medien sehr wohl Angst mit verbreitet hätten, trotz ihrer objektiven Berichterstattung, und dass infolgedessen die Medien sehr viel mehr ihre eigene Rolle in dieser Situation reflektieren müssten: Sie müssten abschätzen, was sie in welcher Form berichteten.
Freiheitlich-demokratische Grundordnung schützen
Mit Blick auf den Umgang mit dem Terror kamen alle Teilnehmer der Debatte zu dem Schluss, dass man auf lange Sicht mit der Angst in Deutschland vor terroristischen Angriffen werde leben müssen, dass man sich aber sein Leben nicht durch diese Angst bestimmen lassen dürfe. Man müsse an dem Leben festhalten, das die Terroristen zu zerstören versuchten: dem Leben in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die wir hier in Deutschland haben und schützen müssen.
Schüler befragen Politiker
Wie viel die Schüler von der Debatte mitnahmen, bemerkte man auch daran, dass im Anschluss an das Plenum Schülergruppen die Abgeordneten umringten und angeregt mit ihnen weiter über das Thema diskutierten. Motiviert von der Debatte befragten die Schüler die Politiker, gaben eigene Eindrücke wieder und gelangten zu dem Schluss, dass das Problem des Terrorismus nicht einfach werde zu lösen sei.
Weitere Veranstaltungen in dieser Reihe „Schüler treffen Politiker“ sind derzeit in Vorbereitung.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Matthias-Grünewald-Gymnasiums.

