Vortrag zur literarischen Verarbeitung von „Flucht“

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Würzburg erleben

29. Januar 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Vortragsreihe des Forums Afrikazentrum

Im Rahmen der Vortragsreihe des Forums Afrikazentrum „Probleme, Potentiale, Perspektiven“ spricht der Würzburger Literaturwissenschaftler Julien Bobineau über die literarische Verarbeitung von ‚Flucht‘ in der frankophonen Literatur des Maghreb.

Wann und Wo?

Vortrag des Forums Afrikazentrum zum Thema ‚Flüchtlingskrise‘ und ‚Literatur‘: ‚Das Boot is(s)t voll.’ Anthropophagie als postkoloniales Motiv in Cannibales (1999) von Mahi Binebine

Datum: Freitag, 05. Februar 2016 um 19:30 Uhr
Ort: Toscana-Saal der Residenz

Problematisierung der europäischen Asylpolitik

Das Thema ist hochaktuell: Der mediale Diskurs um die unzähligen afrikanische Flüchtlinge und die damit einhergehende Problematisierung der europäischen Asylpolitik fand nach den jüngsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt.

Mittelmeer als „Massengrab“

Der Publizist Heribert Prantl erklärte das Mittelmeer hiernach zum ‚Massengrab’ und bezeichnete die vielen Toten, laut Pressemitteilung des Forums Afrikazentrum, als direkte Opfer der europäischen Migrationspolitik. Die maghrebinische Migrationsliteratur hat dieses Motiv unlängst aufgegriffen und thematisiert seit den 2000er Jahren zum Einen die gefährlichen und – aus europäischer Sicht – ‚illegalen‘ Überfahrten mit kriminellen Schlepperbanden, beschäftigt sich aber weiterführend auch mit der Situation der Immigranten und ihrer Stellung im Land der ehemaligen Kolonialherren.

Europäische Migration aus Sicht der Afrikaner

Der marokkanische Autor Mahi Binebine verknüpft diese beiden Elemente in seiner frankophonen Erzählung Cannibales (1999), da er einerseits eine Bootsfahrt von Nordafrika nach Europa zentral verarbeitet, andererseits aber Illusion und Wirklichkeit der europäischer Migration aus der Sicht afrikanischer Einwanderer erörtert. Binebine macht dabei deutlich, dass die in Europa gestrandeten afrikanischen Migranten schlichtweg von Gesellschaft und Politik ‚aufgefressen’ werden, somit in den meisten Fällen scheitern und die Schere zwischen zuvor gehegtem Traum und erfahrbarer Wirklichkeit auseinander klaffe, so das Forum Afrikazentrum in einer Pressemitteilung.

Geplanter Vortrag von Kathleen Rahn entfällt

Der ursprünglich geplante Vortrag von Kathleen Rahn (Leipzig) unter dem Titel Inszenierte Exotik und koloniale Begegnungen: „Völkerschauen“ im Wilhelminischen Kaiserreich muss leider kurzfristig entfallen.

Über Julien Bobineau

Julien Bobineau M.A. wurde 1986 in Fulda geboren. Er studierte von 2007 bis 2012 Galloromanische Philologie, Öffentliches Recht und Philosophie an der JMU Würzburg und graduierte sich mit einer Arbeit zum Thema Faktualität und Mythos im frankophonen Drama. Seit 2012 ist er dort Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft bei Prof. Dr. Brigitte Burrichter. In seiner Dissertation vergleicht Bobineau kongolesische und belgische Literatur vor dem Hintergrund der Postkolonialen Theorie.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Forums Afrikazentrum der Universität Würzburg.

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