Vermehrt Beschwerden: Aggressives Betteln in der Innenstadt
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Würzburg erleben
15. Februar 2016

Symbolbild Würzburg
Ein „ungutes Gefühl“ bei Bettlern in der Innenstadt?
Vermehrt wurden wir in den letzten Wochen von unseren Lesern und Fans angeschrieben, dass sich das sogenannte aggressive Betteln in der Würzburger Innenstadt verschlimmert hätte. Man würde immer öfter nach Geld gefragt und dann wüst beschimpft, wenn man eine Spende verneine. Mehrere Fans unter einem Leserkommentar von Userin Tina auf Blaulicht Würzburg, meinten, sie würden sich nicht mehr wohl in der Stadt fühlen bzw. ein ungutes Gefühl haben. Grund genug, bei der Stadt Würzburg und der Polizei nachzufragen, ob es sich dabei um ein organisiertes Vorgehen von Banden handele.
Beschwerden wegen aggressiven Betteln häufen sich
„Auch beim Kommunalen Ordnungsdienst haben sich in den letzten Wochen die Beschwerden wegen aggressiven Bettelns gehäuft. Die KollegInnen gingen diesen Hinweisen gezielt nach und erhöhten – soweit dies neben den anderen Aufgabenfeldern immer möglich ist – die Kontrollen vor Ort“, berichtet Georg Wagenbrenner, der Pressesprecher der Stadt Würzburg.
Generell sei das Betteln laut städtischer Sicherheitssatzung verboten. Verfolgt, angezeigt und unterbunden werde jedoch nur das sogenannte aggressive Betteln. Das stille Betteln dagegen, was in der Regel von den inländischen Obdachlosen praktiziert wird, unterliegt dem Gemeingebrauch der Straßen und Wege und stellt daher keinen Verstoß gegen Vorschriften dar.
„Unsere Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienst machen immer wieder die Beobachtung, dass die aggressiv auftretenden Personen nur wenige Münzen bei sich haben, weil größere Summen regelmäßig von Dritten abgeholt werden. Insofern könne man schon von einem organisierten Vorgehen sprechen“, so der Pressesprecher auf die Frage, ob es sich bei um organisierte Bettelbanden handele. Des Weiteren wurden wir mehrmals damit konfrontiert, ob es sich bei den Bettlern um Asylbewerber handele. Dies könnt die Stadt jedoch nicht bestätigen.
Organisierte Bettlerbanden in jeder größeren Stadt
Auch das Polizeipräsidium Unterfranken gab Auskunft auf die Frage, inwiefern es sich bei dem aggressiven Betteln um organisierte Banden handele: „Organisierte Bettlerbanden gibt es in jeder größeren Stadt. So eben auch in Würzburg. Meist werden kurz bevor die Geschäfte öffnen, Bettler mit Bussen und Kleintransportern an zentrale Orte gebracht und suchen sich von dort ihre Plätze. Ob kniende Frauen mit Kleinkindern oder gehbinderte Menschen – je hilfsbedürftiger sie aussehen, umso mehr lässt sich „erbetteln“.“
Dies höre sich sehr traurig an, sei aber leider wahr. Oftmals würden gezielt ältere Menschen ausgewählt, da diese eher zur „Spende“ neigen. Frauen würden Kinder halten und um Geld für den Kinderarzt, für Windeln oder für Brei betteln. Häufig seien es die jungen Männer, die Passanten in den Einkaufsstraßen ansprechen, über Hunger klagen und anfangen an der Jacke zu zerren und zu schimpfen, wenn sie kein Geld bekommen – teilweise auch sehr aggressiv.
Ein System ähnlich der Zwangsprostitution
„Die Banden sind straff organisiert“, so der Sprecher des Polizeipräsidium Unterfranken weiter, „es steckt ein System dahinter, dass der Zwangsprostitution ähnelt. Die Menschen, die betteln, werden in ihrer Heimat mit falschen Versprechen nach Deutschland gelockt. Es gibt Männer, die auf sie aufpassen und es gibt Hintermänner, die mit ihnen reich werden.“
Das wirklich Schlimme sei, dass Menschen, die auf Hilfe angewiesen seien und – aus welchen Gründen auch immer – damit wirklich „leben“ müssten, durch solche Banden in ein schlechtes Licht gerückt werden und entsprechend darunter leiden. Das Polizeipräsidium Unterfranken rät in jedem Fall dazu, die Polizei zu verständigen, sobald man sich genötigt oder belästigt fühlt oder man gar körperlich angegangen werde.
Wichtig für den Anruf bei der Polizei sind folgende Informationen:
- Was ist passiert?
- Wann ist es passiert?
- Wo ist es geschehen?
- Wer war Täter (Beschreibung, so gut wie möglich)?
- Und Warten auf Rückfragen!

