Was einen guten Lehrer ausmacht

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18. Februar 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Lehrer – Alptraum aller Schüler?

Faschingsferien ade: Seit Montag heißt es für die bayerischen Schüler wieder jeden Morgen aufstehen und die Schulbank drücken. Dabei sind – oder waren – die Ferien doch das schönste an unserer Schulzeit. Aber ist Unterricht wirklich so schlimm? Zugegeben, so manches Schulfach brachte uns der Verzweiflung nahe. Selbes galt für einige unserer Lehrkräfte. Fast jeder erinnert sich an einen absoluten Alptraum-Lehrer. Doch woran liegt das? Was macht einen guten Lehrer, bzw. eine schlechte Lehrkraft aus? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen und haben uns mit Frau Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), unterhalten um herauszufinden, welche Kriterien ein „Lieblingslehrer“ erfüllen muss.

Gute Ausbildung – guter Lehrer

Laut BLLV ist eines der Hauptkriterien für einen angesehenen Lehrer eine exzellente Ausbildung. „Sind die Lehrer bestens ausgebildet, läuft die Schule auch gut“, so Frau Fleischmann. Die Lehrkräfte sollen nach ihrem Studium sowohl fachdidaktische, fachwissenschaftliche als auch erziehungswissenschaftliche Kompetenzen besitzen.

Fachwissenschaft

Natürlich müssen sich die Lehrer in ihrem Lehrgebiet auskennen, um das Wissen auch vermitteln zu können. Ein Lehrer, der selbst nur grobe Kenntnisse über die Inhalte seiner Fächer besitzt, kann kein guter Lehrer sein. Fragt ein Schüler zum Beispiel im Chemieunterricht nach, warum es zu einer bestimmten chemischen Reaktion kommt, sollte der Lehrer eine Antwort parat haben.

Fachdidaktik

Fachdidaktik umfasst die Wissenschaft vom Lernen und Lehren. Im wesentlichen beschäftigt man sich in diesem Bereich mit der Vorbereitung, Gestaltung, Durchführung und Analyse des Unterrichts. Coole Methoden machen Spaß und motivieren die Schüler. Ein guter Lehrer sollte sich aber zunächst fragen, was er den Schülern beibringen möchte und die Lehrmittel entsprechend darauf anpassen. Hierbei gilt: Ein super Lehrer ist niemand, der lediglich eine gute Medienshow abzieht. Man sollte, laut Frau Fleischmann vom BLLV, zunächst reflektieren was die Kids benötigen und danach die entsprechenden Tools aus dem Repertoire ziehen. In manchen Fällen ist es sinnvoll ein Youtube-Video zur Erklärung heranzuziehen, in anderen wiederum ist eine Gruppenarbeit bedeutend effektiver. Ein Übereinsatz sollte generell vermieden werden, das kann Schüler schnell überfordern.

Erziehungswissenschaft

Der möglicherweise wichtigste Aspekt, der die Frage nach einem guten Lehrer beantwortet, ist das Vorhandensein von pädagogischen und psychologischen Kompetenzen. Ob ein Lehrer akzeptiert wird, hängt häufig von der Art und Weise ab, wie er in die Beziehung zu seinen Schülern geht. Ein guter Kontakt ist der Hauptgrund, warum ein Lehrer als „cool“ und „super“ bezeichnet wird, insofern er auch das Wissen vermitteln kann. Ein Lehrer sollte zudem mit Konflikten und schwierigen Situationen umgehen können. Steht er bei einem Streit hilflos am Pult, sinkt schnell der Respekt der Schüler. Heutzutage wird es immer wichtiger, dass Lehrer wissen wie es sich zu verhalten gilt, wenn ein Schüler „austickt“.

Früh Klassenzimmer-Luft schnuppern

Ein guter Lehrer kann nur derjenige sein, der Spaß an seiner Arbeit hat. Geht man als Lehrer widerwillig und lustlos ins Klassenzimmer merken das die Schüler schnell. Um die Lehramtsstudierenden frühzeitig mit dem Lehralltag zu konfrontieren, besteht im Studium eine starke Berufsfeldorientierung. Die Studenten sollen bereits am Anfang des Studiums herausfinden, ob sie für den Lehrerjob geeignet sind und er ihnen Freude bereitet. Daher schnuppern sie während des Studiums immer wieder in die Klassenzimmer und hospitieren in verschiedenen Schulen.

Außenbild von Bedeutung

„Ein Lehrer ist immer nur so gut wie seine Stellung in der Gesellschaft“, so Frau Fleischmann vom BLLV. Das Außenbild und die Anerkennung ist für das Lehrerbild im Gesamten sehr wichtig, wenn Eltern die Lehrkräften bei den Kindern abwerten, fällt ebenso der Respekt der Schüler gegenüber den Lehrern. Laut BLLV ist der Stellenwert des Lehrerberufs in den letzten Jahren gestiegen, dies belegen Elterngespräche und Berufsstatistiken.

Wichtigstes Kriterium: Beziehungsschule

Wenn wir an unsere eigene Schulzeit denken, ist die Frage nach einem guten Lehrer eigentlich schnell beantwortet. Wir waren von den Lehrern begeistert, die „etwas auf dem Kasten hatten“, von ihrem Schulfach überzeugt waren und fair mit den Schülern umgingen. Wenn ein Lehrer in die Beziehungen mit den Schülern investiert, bekommt er den Dank der Schüler meist zurück. Der BLLV setzt ebenfalls stark auf das Thema Beziehungsschule, nur wenn das klappt, funktioniert ein erfolgreicher Lehralltag, so Frau Fleischmann. Ein wenig Humor schadet genauso wenig. Ist der Unterricht locker und abwechslungsreich gestaltet, verstärkt dies das Bild eines tollen Lehrers.

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