Größte Nachwuchstagung der Romanistik
Anzeige
Würzburg erleben
4. März 2016

Symbolbild Würzburg
„Zentrum und Peripherie“
Vom 16. bis 19. März 2016 findet in Würzburg das 32. Forum Junge Romanistik unter dem Titel „Zentrum und Peripherie“ an der Julius-Maximilians-Universität statt. Im Rahmen der viertägigen Tagung treffen sich Nachwuchswissenschaftler aus der romanistischen Sprach- und Literaturwissenschaft sowie aus der Didaktik im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude Z6, um ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren. Mit über 50 Teilnehmern aus Deutschland und dem europäischen Ausland gilt die Veranstaltung laut Pressemitteilung als größte Nachwuchstagung der deutschsprachigen Romanistik. Die Tagung wird von insgesamt fünf Nachwuchswissenschaftlern der Würzburger Romanistik organisiert.
Über 50 Teilnehmer
Der Auftakt der Tagung findet mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Thomas Klinkert (Zürich), 1. Vorsitzender des Deutschen Romanistenverbandes, am Mittwoch, den 16. März 2016 um 18 Uhr im Toscana-Saal der Residenz unter dem Titel „Gedanken zur Romanistik oder: die Zentralität des Peripheren“ statt. Die Vorträge der über 50 Teilnehmer stehen anschließend ebenfalls ganz im Zeichen des Tagungsthemas: Das Begriffspaar ‚Zentrum‘ und ‚Peripherie‘ befindet sich bereits seit längerem im Mittelpunkt einer ganzen Reihe von geisteswissenschaftlichen Theorien und Schulen, welche die Forschungen im Bereich der Romanistik erheblich beeinflusst haben.
Im Fokus stehen zudem interdisziplinäre Wechselwirkungen zwischen dem ‚Zentrum‘ und der ‚Peripherie‘. Hierbei sind vor allem die Arbeiten im Bereich des Postkolonialismus, der Kreolistik oder etwa den Digital Humanities zu erwähnen, die offensichtlich Fachgrenzen verschieben. Während des Kolloquiums soll daher neben den wissenschaftlichen Fragestellungen auch selbstreflexiv über das eigene Verständnis der Romanistik und die Zukunft des Faches diskutiert werden.
Netzwerk-Gedanke auch für Nachwuchs wichtig
Dass sich der wissenschaftliche Nachwuchs aufgrund von befristeten Verträgen und fehlenden Perspektiven aktuell in einer prekären Lage befinde, sei bereits seit längerem bekannt, sagt Robert Hesselbach, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft und Mitorganisator der Tagung: „Der Leistungsdruck im Mittelbau ist deutlich spürbar. Junge Wissenschaftler müssen lehren, Aufsätze publizieren, Vorträge halten, in der akademischen Selbstverwaltung mitwirken und nicht zuletzt auch an ihren eigenen Dissertationen oder Habilitationen arbeiten.“ Hierneben spiele der Aufbau eines Netzwerkes innerhalb des eigenen Fachgebietes eine wesentliche Rolle, um gemeinsame Forschungsprojekte anzugehen oder sich gegenseitig über freie Stellen zu informieren. Das Forum Junge Romanistik biete deshalb – neben der Möglichkeit, die eigenen Forschungsergebnisse zu präsentieren – auch die Gelegenheit zum Austausch mit den Kollegen. „Der Netzwerk-Gedanke steht beim Forum klar im Vordergrund. Die jüngeren Nachwuchswissenschaftler, die erst am Anfang ihrer akademischen Karriere stehen, können von der Erfahrung und dem Feedback der älteren Kollegen profitieren“, so Hesselbach weiter.
Workshop im Vorfeld der Tagung
Im Vorfeld der Tagung findet in Zusammenarbeit mit Dr. Christof Schöch vom Lehrstuhl für Computerphilologie der JMU Würzburg ein Workshop zu dem Thema „Digitale Forschungsmethoden in der Romanistik“ statt. Die Tagung wird vom Deutschen Romanistenverband und dessen Unterverbänden, dem Klett-Verlag, dem AVM-Verlag, dem Erich Schmidt Verlag, dem Frank & Timme Verlag, dem Winter Verlag, der Deutsch-Französischen Gesellschaft Würzburg e.V., dem italienischen Kulturinstitut München, dem italienischen Generalkonsulat München und dem Verein promptus e.V. gefördert. Studierende der Romanistik können die Tagung als Lehrveranstaltung besuchen und unter bestimmten Voraussetzungen ECTS-Punkte erlangen. Eine Anmeldung über SB@Home ist hierfür erforderlich. Interessierte Besucher werden gebeten, sich per Email an die Organisatoren zu wenden. Weitere Informationen zum Programm bietet die Webseite der Tagung.
Hintergrund I – Das Forum Junge Romanistik
Das Forum Junge Romanistik ist eine jährliche Tagung des romanistischen Nachwuchses und Mittelbaus. Sie wird in jedem Jahr von einem anderen romanischen Seminar mit einem anderen Rahmenthema ausgerichtet. Unter dem Namen „Nachwuchskolloquium der Romanistik“ Anfang der 1980er Jahre in der damaligen DDR entstanden, wurde das heutige „Forum Junge Romanistik” nach der Wende gesamtdeutsch und bietet romanistischen Nachwuchsforschern seit nunmehr über 30 Jahren die Möglichkeit, laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte vorzustellen, zur Diskussion zu stellen und fachliche Kontakte zu knüpfen. Im Unterschied zu anderen romanistischen Fachtagungen liegt die Besonderheit des Forums Junge Romanistik darin, dass das gesamte Spektrum romanistischer Forschung über die Grenzen der romanistischen Einzeldisziplinen hinweg im gesamtromanistischen Plenum diskutiert wird.
Hintergrund II – Die Romanistik der JMU Würzburg
Die Romanistik ist laut Pressemitteilung die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Sprachen, Literaturen und Kulturen. Sie wird grundsätzlich in drei Teildisziplinen unterteilt: Die Literaturwissenschaft, die Sprachwissenschaft, die Kulturwissenschaft und die Didaktik als ‚Lehre des Lehrens und Lernens’. Nachdem die Romanistik in Deutschland an den Universitäten erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts institutionalisiert wurde, kann man heute in Deutschland an mehr als 45 Universitäten dem Studium der romanischen Sprachen, Literaturen und Kulturen nachgehen. Auch an der Universität Würzburg wird eine umfassende Ausbildung für die drei romanischen Fächer Französisch, Spanisch und Italienisch in den Studiengängen Lehramt für Gymnasium und Realschule sowie Bachelor und Master angeboten.
Uni Würzburg
Du studierst in Würzburg? Hier findest Du wichtige und interessante Neuigkeiten zu Deiner Hochschule und aus Würzburg. Mit anderen Studis austauschen kannst Du Dich in der Facebook-Gruppe “Uni Würzburg”.
Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der Universität Würzburg.

