Ausstellung: Herakles als Anti-Held

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Würzburg erleben

10. März 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Besonderes Fundstück

Das Martin von Wagner Museum stellt ihr aktuelles Fundstück vor.
Zwölf Taten musste er für Eurystheus erledigen, eine gefährlicher als die andere: Herakles bezwang den Höllenhund Kerberos, er fing den stärksten Eber und die wildeste Hirschkuh, er raubte eine ganze Rinderherde und er stahl die Äpfel der Hesperiden. So weit, so bekannt. Um zum Garten der Hesperiden mit ihren wunderbaren Obstbäumen zu gelangen, musste Herakles den Meeresgott Triton zunächst überzeugen: Auf der Amphora sieht man den Helden mit dem fischschwänzigen Gott im Schwitzkasten.

Schutz für die Festung

Herakles‘ gewaltige Stärke blieb auch nach der Antike unvergessen: Als Symbol für die Unbezwingbarkeit von Königen und Kaisern musste er laut Pressemitteilung herhalten. In Würzburg steht er auf den barocken Befestigungen der Festung Marienberg und schützt das Neutor vor Angreifern.

Seinen Gegnern haftete meist eine negative Konnotation an, sodass kein Fürstbischof sich ein schreckliches Biest als symbolischen Wächter ausgesucht hätte. Anders Marian Maguire: Die neuseeländische Künstlerin inszenierte eine auf den ersten Blick antik wirkende Amphora mit einer sehr ähnlichen Hauptszene. Herakles kämpft hier allerdings nicht mit Triton, sondern mit dem neuseeländischen Fabelwesen Taniwah aus der Māori-Kultur. Das Biest steht hier stellvertretend für die Stärke und Spiritualität der neuseeländischen Urbevölkerung – schließlich doch bezwungen von Europäern, die wiederum von Herakles symbolisiert werden.

Aktuelle Ausstellung

Marian Maguire, eine Künstlerin aus Neuseeland, bedient sich dieser symbolischen Bildsprache, um die Übernahme ihres Landes durch Siedler wie Captain Cook & Co. abzubilden. Der antike Held wird in ihrer Kunst so zum Anti-Helden. Diese Lithographie entstand durch Rückgriffe auf antike und moderne Vorlagen (die Wale auf dem Hals der Amphora entstammen einem Stich aus dem 19. Jh. Sie ist eines von 20 Stücken, die momentan in der Graphischen Sammlung des Martin von Wagner Museums zu finden sind. Noch bis 4. April 2016 könnt Ihr diese Sonderausstellung besuchen. Das Museum befindet sich im Südflügel der Residenz. Diese Sonderausstellung findet Ihr in der Gemäldegalerie. Diese ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 13:30 Uhr geöffnet. Außerdem jeden zweiten Sonntag, wobei sie diesen Sonntag, 13. März, geöffnet ist. Der Eintritt ist frei.

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Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung des Martin von Wagner Museums.

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