Hilfe zum Mitnehmen – Ein sozialer Zaun für Würzburg?
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Katharina Kraus
11. März 2016

Symbolbild Würzburg
Wer hat Platz für den sozialen Zaun?
Ein Maschendraht-Bauzaun, an den Menschen beschriftete Plastiktüten hängen, in die sie beispielsweise gut erhaltene Kleidung für Kinder oder Erwachsene gepackt haben – das ist ein sogenannter sozialer Zaun. In Kitzingen steht bereits ein solcher, jetzt kam eine Anfrage von Michael Zehner aus Würzburg an die Stadt, auch hier einen sozialen Zaun zu errichten. Die Stadtverwaltung hat ihm für dieses Projekt auf städtischem Grund allerdings abgesagt.
Standort Würzburg
Michael Zehner ist von der Idee dieser Hilfsinitiative aber begeistert und sucht nun verstärkt nach einem passenden Standort auf privatem Grund, um das Projekt „Sozialer Zaun“ auch in Würzburg zu verwirklichen. In Kitzingen ist die Aktion zwar noch in der Testphase, lief bisher aber ziemlich gut an. Michael Zehner möchte ein Helfer-Team zusammenstellen, das in Zukunft den Zaun bestückt und das Gelände sauber hält. Auch die Würzburger sollen laut Zehner die Chance bekommen, sich an einem solchen sozialen Projekt zu beteiligen und damit zu helfen. Bedürftige und auch Obdachlose könnten hier anonym eine für sich vielleicht dringend notwendige Kleiderspende holen, auch im Schutze der Dunkelheit.
Privatplatz gesucht
Was aktuell fehlt, ist ein passender Platz. Er sollte zentral gelegen sein und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein. Das Gelände sollte am Besten nicht zu einsehbar sein, dass den Menschen die Möglichkeit gegeben ist, ein wenig anonym zu bleiben. Allerdings darf der Platz auch nicht zu versteckt liegen, um Vandalismus zu vermeiden. Idealerweise wäre ein regengeschützter Ort. „Und wenn ich mir was wünschen dürfte, gäbe es vielleicht noch einen kleinen abschließbaren Raum, in dem Nachschub aufbewahrt wird“, erzählt Michael Zehner. Insgesamt soll der Zaun ca. 5 bis 6 Meter lang werden. Vielleicht hat ja jemand von Euch einen passenden Platz?
Zu viel Unordnung
Laut Pressesprecher der Stadt Würzburg wurde der Aktion „Sozialer Zaun“ eine Absage erteilt, da zu viel Unordnung am Standort des Zauns befürchtet wird. Man habe Angst, dass manche Leute die Tüten nicht wieder zurück an den Zaun hängen, wenn sie den Inhalt nicht behalten möchten, sondern diese einfach auf dem Boden liegen lassen. Auch würden laut Pressestelle der Stadt die Gegenstände vielleicht erst durch zu viele Hände gehen müssen, um letztendlich den passenden Besitzer zu finden. Anstelle eines sozialen Zauns plant die Stadt dafür eine zentrale Kleiderkammer im alten Kreiswehrersatzamt in Heidingsfeld. Hier soll die Kleiderausgabe geordneter ablaufen und jeder schneller an die für sich passenden Dinge kommen.
Vorbild Darmstadt
Ende 2015 hat bereits eine Gruppe von Aktiven und Helfern eine Hilfsinitiative „Sozialer Zaun“ in Darmstadt gestartet. Das Projekt funktioniert dort richtig gut. Jeden Tag werden neue Plastiktüten aufgehängt. Kleiderspenden aller Art, Hygieneartikel, Tierfutter oder andere Gegenstände sind erlaubt, Lebensmittel und Medikamente allerdings verboten.

