Die 50er Jahre im Foto-Atelier Zwicker

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Würzburg erleben

15. März 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Über unsere Seite „Würzburg Vintage“ auf Facebook erreichen uns ständig schöne alte Bilder. Auch das Fotoatelier Zwicker nahm Kontakt zu Würzburg erleben auf. In einem interessanten Gespräch in unserer Redaktion mit Frau Zwicker-Berberich erfuhren wir über die spannende Geschichte ihrer Eltern. Wie es zur Gründung des Ateliers in den 50er Jahren kam lest Ihr in diesem Artikel. Außerdem zeigen wir Euch einige Bilder, welche Eberhard Zwicker aufnahm. Seine Frau Katharina Zwicker – Mutter von Frau Zwicker-Berberich, schrieb Gedichte. Ihr Liebesgedicht an Würzburg seht Ihr weiter unten.

Gemeinsamer Neuanfang

Der Fotograf Eberhard Zwicker heiratete 1947 die Germanistikstudentin Katharina Zwicker. Vor der aufkeimenden DDR flohen sie gemeinsam aus Halle/Saale ins Elternhaus nach Versbach. Als arbeitsloser Fotografenmeister bewarb sich Eberhard Zwicker mit freien fotografischen Arbeiten um Fotoaufträge in der wiedererstehenden Stadt. 1956 beschloss das Ehepaar Zwicker mit drei kleinen Kindern, sich selbständig zu machen: Sie eröffneten 1957 das „Fotoatelier Zwicker“ in der Spiegelstraße 10 in Würzburgs Innenstadt.

Aufnahmen aus Würzburg

Erste Fotoaufträge kamen von Architekten, Baugesellschaften wie Brunowerk, LWF (LandesWohnungsFürsorge) und erstarkten Kirchengemeinden zur Dokumentation ihrer wiederhergestellten beziehungsweise neu gebauten Pfarrkirchen. Eine Auswahl der Bilder von Eberhard Zwicker seht Ihr in der Galerie. Die ersten Bilder entstanden im Zuge des Kennenlernens der damals zerstörten Stadt Würzburg. Katharina Zwicker verstarb am 6. Februar 2016 im Alter von 95 Jahren. Zeitlebens bezeichnete sie Würzburg als „Meine geliebte Stadt“:

ODE  an  WÜRZBURG

von Katharina Zwicker, zwischen 1970 und 1980 geschrieben

Meine Stadt, meine Rose

nehme ich an die Brust

und schaue von oben hinein

in ihren Kelch, gebildet von Hügeln

vom Steinberg, vom Schalksberg, von der Harfen,

vom Mönchberg, vom Frauenland, von der Klinge,

wo der Karst klingt beim Hacken im Weinberg,

um die Trauben zu locken.

Die Abtsleite dann nach dem Neuberg

und die schöne Furche des Mains

im gewundenen Tal.

Der Katzenberg, Blosenberg, da wo ich wohne,

wo der Wind bläst allnächtlich,

vom Wald her die Morgenluft-Schneise

ins Maintal hinunter.

Und der Dallenberg, Klesberg, das Käppele

bindet die lockeren Gärten und Häuser

winkend und blinkend zur Stadt.

Derweil sammelt die Rose ihr Zentrum

und da ist es, auf Wellenkalkfelsen gemauert,

der Schlossberg, die Festung, das Erzkloster Burkard.

und der Main kommt so langsam

vom Fichtelgebirg 

………………..

Aber die duftende Mitte liegt drüben

im Umkreis der Türme, im Fünfeck.

Hier das Turmwächter-Paar in Franken,

Westbau und Ostchor des Domes.

Dort der Recke vom Stadtvogt, der Grafeneckart,

zur Seiten Marienkapelle und der Marktplatz,

bis das große Gewächs aus Rotsandstein

im Abendlicht glänzt,   

der Riese 

………………

Eine Blüte, die nach der Sonne sich dreht,

eine rotblühende Königskerze des Landes

mit dem Viereck der Knospen.

Ja,

das ist meine Stadt, meine Rose,

und ich drücke sie mir aufs Herz und aufs Auge,

so oft ich sie schaue,

so oft ich einfahre über die Mainbrücken, dreie, bald viere

und der langsame Tanz der Türme

uns als Kinder heranwinkt

und flüstert: Hier ist gut sein

Bleibt wohnen. Baut euer Zelt

in unserem Schatten.

Katharina Zwicker – aus dem Bändchen „Ein Augenblick fasst die Erinnerung“, (kunstSCHÄTZEverlag 2008 )

Kultur und Events

Du magst alte Fotos aus Würzburg wie die von Eberhard Zwicker? Auf unserer Facebook Seite „Würzburg Vintage“ gibt es immer neue alte Bilder. Alles zum Thema Kultur und Events gibt es bei Würzburg erleben.

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