Niederländische Moderne im Kulturspeicher
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Katharina Kraus
21. März 2016

Symbolbild Würzburg
Ausstellung läuft bis 26. Juni
Die Niederlande sind eine der traditionsreichsten Kulturlandschaften Europas. Jeder kennt die altniederländischen Meister des 15. Jahrhunderts um Hieronymus Bosch und die Maler des „goldenen“ 17. Jahrhunderts, wie Rembrandt, Franz Hals, Jan Vermeer und viele weitere.
Doch wie stand es um die Kunst in den Niederlanden um 1900, einer Zeit, in der gerade mit den meisten traditionellen Konventionen gebrochen wurde? Wie wurden etwa die Positionen des Realismus und Impressionismus in unserem Nachbarland aufgenommen? Die neue Ausstellung im Museum im Kulturspeicher gleicht einer Entdeckungsreise durch eine hierzulande weitgehend unbekannte Epoche der Kunstgeschichte der Niederlande, die einlädt, Gemälde von Isaac Israels, Jan Toorop, Dirk Nijland, Paul Joseph Gabriël oder Willem Bastiaan Tholen kennenzulernen.
Die Sammlung Veendorp aus Groningen
Möglich macht das eine Kooperation mit dem Groninger Museum. Dort befindet sich die Sammlung von Reurt Jan Veendorp (1905-1983). Der Architekt und Ziegelfabrikant trug eine Sammlung niederländischer Kunst zusammen, die von der zweiten Hälfte des 19. bis hinein in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts reicht. Interessant zu beobachten ist dabei die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.
Denn die Künstler versuchten sich an klassischen Themen, die man seit jeher mit der niederländischen Malerei verbindet: Stillleben, Genremalerei, Seestücke und weite Landschaften auf denen selbstverständlich Windmühlen nicht fehlen dürfen. Aus dem Bestand von gut 400 Kunstwerken aus Veendorps Sammlung wurden 80 Arbeiten ausgewählt, die einen repräsentativen Querschnitt der Kunst der Niederlande ermöglichen.
Einfluss französischer Kunst
Veendorp sammelte jedoch nicht nur Kunstwerke aus den Niederlanden, sondern auch einige herausragende Arbeiten aus Frankreich, etwa von Paul Gauguin, Charles-François Daubigny, Camille Corot und Odilon Redon. So lässt die Ausstellung einerseits den Einfluss der französischen Kunst auf die Niederlande deutlich werden, gleichzeitig aber auch umgekehrt den der niederländischen Kunst für die fortschrittlichen Strömungen in Frankreich, etwa am Beispiel Johan Barthold Jongkinds, den Claude Monet als großes Vorbild bezeichnete. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Michael Imhof Verlag mit 208 Seiten zum Preis von 19,80 €.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Kulturspeicher.

