Hilfe für Opfer von Kriminalität und Gewalt
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Katharina Kraus
22. März 2016

Symbolbild Schweinfurt
Der Weiße Ring als Anlaufstelle
Wenn irgendwo eine Straftat passiert ist, gilt das öffentliche Interesse oft nur dem Tatgeschehen selbst, der Persönlichkeit des Täters, seiner Verfolgung und Verurteilung. An das betroffene Opfer und seine Situation nach der Tat wird noch immer viel zu wenig gedacht. Hier setzt der gemeinnützige Verein Weißer Ring mit seiner Hilfe an.
Überall in Deutschland
Der Weiße Ring hilft überall in Deutschland Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind und kümmert sich auch um die Angehörigen. Der gemeinnützige Verein tritt öffentlich für die Interessen der Betroffenen ein, gibt zum Beispiel Hilfestellung im Umgang mit Behörden oder begleitet Opfer zu Polizei- und Gerichtsterminen. Seit seiner Gründung im Jahr 1976 hat der Weiße Ring als einzige bundesweit tätige Opferhilfsorganisation ein flächendeckendes Hilfsnetz für in Not geratene Kriminalitätsopfer aufgebaut.
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Geschädigte können sich an mehr als 3.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in 420 Außenstellen an den Weißen Ring wenden. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Mitgliederbeiträgen, Spenden, Erbschaften und Geldzuweisungen von Staatsanwaltschaften und Gerichten.
Außenstelle Schweinfurt
Die Außenstelle des Weißen Ring in Schweinfurt wurde 1978, also bereits kurz nach der Gründung des Vereins eröffnet. Zur Zeit sind 12 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Opferbetreuung im Einsatz. Das Bemerkenswerte dabei: Sie stellen ihre Kompetenz und Unterstützung den Kriminalitätsopfern in ihrer Freizeit zur Verfügung. „Unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Staatsangehörigkeit und politischer Überzeugung erhalten Opfer von Kriminalität schnelle direkte Hilfe“, so Außenstellenleiter Werner Leuerer.
Situation in Schweinfurt
Grundsätzlich werden in Schweinfurt alle Kriminalitätsopfer unterstützt. Das geht vom Diebstahl über Raub, Körperverletzung, Missbrauch und Misshandlungen (Vergewaltigung) bis hin zur Unterstützung der Angehörigen bei Mord. Momentan liegt das Hauptaugenmerk hauptsächlich bei der Unterstützung von Missbrauchs- und Misshandlungsfällen, bei Stalking und Mobbing. Zudem ist das Team präventiv zur Zeit verstärkt in den Schulen tätig und bieten Unterrichts- und Kursstunden im Bereich von Cybermobbing und häuslicher Gewalt.
40 bis 50 Opfer im Jahr
Die 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenstelle in Schweinfurt betreuen ca. 40 bis 50 Opferfälle jährlich. Dabei ist die Zeit der Opferbetreuung sehr unterschiedlich. Das kann von einem einmaligen Gespräch zur moralischen Unterstützung bis hin zu monatelanger bzw. jahrelanger Betreuung in der Begleitung im Strafverfahren gehen. Es werden allerdings keine therapeutischen Maßnahmen bzw. rechtliche oder pädagogische Unterstützung geboten. Dafür erhalten die Opfer aber ausreichend Beratung, wo sie diese in Anspruch nehmen können.

