Rummelbumsdisko in der Posthalle mit K.I.Z.
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Würzburg erleben
25. März 2016

Symbolbild Würzburg
Karotte Ingwer Zwiebel
K.I.Z. – kein Fan weiß so ganz wofür diese drei Buchstaben stehen. Kannibalen in Zivil, Klosterschüler im Zölibat, Künstler in Zwangsjacken oder oder oder… Eins steht fest: K.I.Z. stehen für Rap, bissigen Humor und übertreibende Ironie, aber auch ein bisschen Proll. Diesen Ruf haben die vier Kannibalen am Mittwoch, 23. März, wieder einmal bestätigt. In der Posthalle haben sie außerdem bewiesen, dass sie auch außerhalb des Studios wirklich gut sind. Man könnte auch sagen, sie hätten die Posthalle gemeinsam mit einem tollwütigen Publikum abgerissen.
Gieriges Publikum
Die Fans von K.I.Z. kommen nicht nur aus der Rapszene. Am Mittwoch waren ganz verschiedene Musikgeschmäcker im Publikum vertreten. Darunter frische Volljährige, Schüler, Studenten, Ü30 und sogar Frauen. Das Konzert war ausverkauft und bereits vor Einlass um 18:30 Uhr warteten zahlreiche Fans vor der Posthalle. Während des Konzertes war die Stimmung auf 180 Grad. Noch jungfräuliche K.I.Z.-Konzertgänger waren zunächst etwas überfordert mit Dingen wie Pogo und Wall of Death. Kleinere Durststrecken gab es lediglich bei Pausen, vor allem zwischen Vorband und K.I.Z. Ansonsten forderten die gierigen Fans alles was man für knapp 40 € Ticketpreis verlangen kann.
30 Minuten Vorspiel
Vier Minuten nach pünktlich um 20 Uhr betrat Flexis die Bühne. Tatkräftig unterstützt wurde er von MO und DJ Tinder. MO durfte sogar einen eigenen Song vortragen. „Flexis aka Der Leierkastenmann knallt Euch Rap voller Ironie, Sarkasmus und einer amtlichen Portion Skillz vor den Latz!“ So wird der Rapper aus Berlin auf seiner Facebookseite beschrieben. Kann man so unterschreiben. Einmal aus dem Takt, ansonsten vor allem gut darin, heiß auf den eigentlichen Auftritt zu machen. Zum Abschluss gab es das Druffi-Lied „Leierkastenmann“ von Flexis und MO. Alles in allem sehr gute 30 Minuten, die Lust auf mehr (von K.I.Z.) gemacht haben.
Warten und Betteln
Ganze 25 Minuten haben Tarek, Maxim, Nico und DJ Craft sich feiern lassen. Völlig in Ordnung und gut um sich als Gast ein wenig mental und physisch auf das Bevorstehende vorzubereiten. In der Zeit zwischen Flexis und K.I.Z. wurde deutlich, dass die Menge Bock auf K.I.Z. hatte. Allerdings war es immer wieder mal still. Lag vielleicht an der fränkischen Zurückhaltung. Die verflog um 20:55 schlagartig als endlich die Leinwand angestrahlt wurde und schließlich der Vorhang fiel.
DenNachtbusverpassenMukke
Gelungener Einstieg mit „Duhastaufdeinenkokaturn…“ und nette Begrüßung! Außerdem gab es ordentlich was für’s Auge. Übergroße Statuen in kerzengerader Soldatenmanier, postapokalyptisches Bühnenbild und ein Panzer als DJ Pult, dazu alle Vier in momentan angesagter K.I.Z.-Uniform mit Springerstiefeln. Direkt erstmal „Urlaub für’s Gehirn“, darauf folgten aktuelle Songs, einige Ansagen zwischendurch und natürlich Klassiker.
„Ich bin Adolf Hitler“
Nico und Maxim sind Mitglieder von „Die Partei“. Natürlich gehört es sich dann erst recht, eine Meinung zu dem Werdegang der AfD zu verkünden. Passend dazu gab es den provokanten Song „Ich bin Adolf Hitler“. Kurz vor halb Zehn gingen alle zu „Spasst“ ab. Danach kurze Verschnaufpause und zum Wiedereinstieg „Das Kannibalenlied“.
Alle gegen alle
Ein weiterer Höhepunkt war der Aufruf zur Wall of Death – jedenfalls für die Pogowütigen im Publikum. Zur Erklärung: die Masse teilt sich in der Mitte, beide Seiten rennen aufeinander zu. Tarek erzählte im Voraus von seiner harten Kindheit. Daraufhin rannte die eine Seite der Halle als Mutter auf die andere Seite, die Tareks Vater darstellte, zu. Großes Kino, wenn man für kuschelige Rangeleien auf Konzerte geht.
Im Gegensatz zu diesem Konzertbericht ist das Video vor allem eins: nicht ernst gemeint. Und sogar schon ab 16!
Charmanter Patzer
Nach 22 Uhr ging es weiter mit einem bunten Gemisch aus Neuheiten und Klassikern. Einen verpatzten Einstieg verzieh das Publikum sofort aufgrund bedingungsloser Liebe zu Karotte Ingwer und Zwiebel. Dann war auf einmal alles vorbei. Natürlich nicht. Wichtige Songs fehlten nämlich noch. Als Zugabe lieferten K.I.Z. unter anderem „Wir“, „Boom Boom Boom“, „Walpurgisnacht“ und als krönenden Abschluss den aktuellen Titelsong „Hurra die Welt geht unter“. Die Menge tobte, K.I.Z. glitten majestätisch von der Bühne. Der Vorhang war schon gefallen, da kamen die Vier schon mit Bademänteln noch einmal vor. Das Konzert fand ein gebührliches Ende mit „Hurensohn“. Vor allem Tarek bewies Stimmgewalt bei dieser gospelähnlichen letzten Krönung.
Fazit
Songtexte hin oder her – jedem wäre klar gewesen, dass das ein mitreißender und starker Auftritt war. Die zwei Stunden waren das Geld mehr als wert. Wechselnde menschliche und nicht menschliche Bühnenelemente, grandiose Live-Performance, Interaktion und ganz wichtig: Konfetti. Zurück bleibt die Hoffnung, im Raumschiff mitgenommen zu werden. Danke!
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